Ralf Becker neuer Sportvorstand beim Hamburger SV

Offiziell bestätigt : Ralf Becker neuer Sportvorstand beim HSV

Die Führungscrew des Hamburger SV ist vollständig. Nach der Berufung von Bernd Hoffmann zum Vorstandsvorsitzenden übernimmt nun Ralf Becker den Sportvorstand-Posten. Gemeinsam mit Cheftrainer Christian Titz soll er einen aufstiegsfähigen HSV-Kader formen.

Das neue Triumvirat des Hamburger SV für das Projekt sofortiger Wiederaufstieg ist komplett. Wie erwartet, benannte der künftige Fußball-Zweitligist am Montag Ralf Becker als neuen Sportvorstand. Gemeinsam mit Vorstandschef Bernd Hoffmann und dem für Finanzen zuständigen Frank Wettstein ist der 47-Jährige von sofort an verantwortlich für das operative Geschäft beim Bundesliga-Absteiger. „Ich freue mich auf die neue Herausforderung. Wir haben viel zu tun“, wurde Becker in einer Club-Mitteilung zitiert.

Der ehemalige Profi kommt vom erst in der Relegation gescheiterten Zweitliga-Dritten Holstein Kiel und erhält bei den Hamburgern einen Dreijahresvertrag. In Kiel war er Geschäftsführer Sport. Erst am Samstag hatte sich der Aufsichtsrat für Becker und gegen Markus Krösche vom Zweitliga-Aufsteiger SC Paderborn ausgesprochen. Die Verpflichtung von Krösche war angeblich an den hohen Ablöseforderungen der Paderborner Clubführung von angeblich 2,5 Millionen Euro gescheitert.

Mit Becker ist der Vorstand nun erstmals nach fast drei Monaten wieder komplett. Am Samstag hatte der Aufsichtsrat seinen Vorsitzenden Hoffmann in das Gremium „interimsweise“ gesandt. Der 55-Jährige wird für diese Zeit seinen Chefposten bei den Kontrolleuren ruhen lassen, bleibt aber ehrenamtlicher Präsident des Gesamtvereins. Seit der Trennung von Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportvorstand Jens Todt Anfang März war Wettstein das einzige Vorstandsmitglied.

Becker und seine neuen Kollegen erwartet viel Arbeit. Gemeinsam mit Trainer Christian Titz müssen sie die Rückkehr in die Bundesliga nach dem ersten Abstieg nach 55 Jahren gestalten. Eine der ersten Aufgaben für den neuen Sportvorstand wird aber sein, das Gespräch mit Sportdirektor Bernhard Peters zu suchen. Becker soll laut Medienberichten eine Zusammenarbeit mit dem für die Nachwuchsarbeit verantwortlichen 58-Jährigen zumindest für schwierig gehalten haben.

Der Hintergrund: Der ehemalige Hockey-Bundestrainer hatte sich in einem Interview selbst als neuer Sportvorstand ins Gespräch gebracht. Das war für den HSV allerdings kein Thema. Da er aber große Verdienste um die Nachwuchsarbeit erworben hat, will man Peters unbedingt im Verein behalten.

Becker hat in Kiel, aber auch schon als Chefscout des VfB Stuttgart sein Können bewiesen. Vor allem bei Holstein zeigte er, dass er aus geringen Mitteln viel machen kann. In seinen zwei Jahren in Kiel führte er den Club gemeinsam mit dem künftigen Kölner Trainer Markus Anfang von der 3. beinahe in die 1. Liga. Die Kieler waren erst in der Relegation am VfL Wolfsburg gescheitert. Becker hatte unabhängig davon aber bereits seinen Abgang zum Saisonende angekündigt.

Seine Fähigkeiten sind nun auch bei der Zusammenstellung eines aufstiegsfähigen HSV-Kaders gefragt. Er schätzt Trainer Titz, mit dem er schon einmal über einen möglichen Wechsel nach Kiel über die Anfang-Nachfolge gesprochen hatte.

(dpa)
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