Hamburger SV: Trainer Christian Titz krempelt für die Wende den HSV um

Trainer greift durch: Titz krempelt den HSV um

Mit Christian Titz hofft der Hamburger SV noch auf das Wunder vom Klassenerhalt. Der dritte Trainer der Saison bei den Hanseaten will bei seinem Bundesliga-Debüt gegen Hertha BSC durchgreifen.

Wenn der Hamburger SV unter Neu-Trainer Christian Titz nach seiner wohl allerletzten Chance im Kampf um den Klassenerhalt greift, sitzt auch Uwe Seeler wieder im Volksparkstadion. Die Klub-Legende war zuletzt gesundheitlich angeschlagen, drückt nun von der Tribüne aber wieder die Daumen für das Wunder von der Elbe. "Mir geht es wieder richtig gut, ich fühle mich fit und stark - es kann wieder losgehen", sagte Seeler der "Hamburger Morgenpost".

Richtig loslegen will auch Titz. "Ich sehe in dem Spiel eine Riesenchance", sagte der 46-Jährige vor seinem Bundesliga-Debüt gegen Hertha BSC am Samstag (15.30 Uhr/Sky). Nach nur einer Trainingswoche geht der dritte HSV-Trainer der Saison nach Bernd Hollerbach und Markus Gisdol mit "einem guten Gefühl" und mit "mehr Zuversicht" in das Abstiegs-Endspiel gegen die Berliner. Nach sage und schreibe 13 Spielen ohne Sieg zählen für den Tabellenvorletzten aus Hamburg nur drei Punkte.

Und dafür wird Titz den abgestürzten Traditionsklub wohl ordentlich umkrempeln. "Es wird Veränderungen in der Startaufstellung geben, so viel steht fest", sagte der bisherige Trainer der U21 des Klubs: "Wir wollen einen Mix aus jungen und erfahrenen Spielern herstellen." Gut möglich, dass er unter anderem Torhüter Julian Pollersbeck und Angreifer Bobby Wood, die zuletzt völlig außen vor waren, wieder eine Chance geben wird. Unter der Woche hatte Titz mit bis zu 33 Spielern trainiert, um den Konkurrenzkampf im Team neu zu entfachen. Eine gelungene Maßnahme, wie Titz glaubt.

"Es hat dazu geführt, dass sich die Spieler voll reingehängt haben", sagte der gelernte Verwaltungs-Angestellte, der sich in den vergangenen Tagen vor allem auch als Seelsorger verstand, um die verunsicherte Mannschaft wieder aufzurichten. "Fußball entscheidet sich auch im Kopf", sagte Titz, der sich unter der Woche immer wieder einzelne Spieler herauspickte und wie Interims-Sportchef Thomas von Heesen intensive Einzelgespräche führte. "Es gibt viele, die Qualität haben, aber nicht die nötigen PS auf den Platz kriegen", sagte Titz.

Und dies kann sich der HSV angesichts von sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsrang überhaupt nicht erlauben. Titz versucht in diesen Tagen vor allem daran zu basteln, dass seine Spieler ihr volles Potential abrufen. "Ich habe den Eindruck, dass die Mannschaft daran glaubt, dass wir Samstag auf den Platz schreiten und alles geben werden, um den Sieg einzufahren", sagte er und setzt dabei auch auf die Unterstützung von den Rängen. Vor dem Hertha-Showdown wollen die Fans ihr Team wie bei den Abstiegsendspielen der vergangenen Jahre mit einem Spalier am Stadion empfangen.

"Das wird auch ein ganz entscheidender Punkt, dass die Zuschauer am Samstag hinter uns stehen", sagte Titz. Uwe Seeler drückt jedenfalls wieder die Daumen.

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(sid)