Hamburger SV: Kyriakos Papadopoulos kommt ungestraft davon

Trotz Kritik an HSV-Trainer Titz: Papadopoulos entschuldigt sich und darf bleiben

Kyriakos Papadopoulos vom Hamburger SV ist nach seiner Kritik an Trainer Christian Titz glimpflich davongekommen. Anders als seine zum Training mit der U21 abgeschobenen Teamkollegen Walace und Mergim Mavraj gehört der Grieche weiterhin dem Profikader des Bundesligist-Letzten an.

"Er hat sich für sein Fehlverhalten gegenüber dem Trainer und seinen Teamkollegen entschuldigt", teilte der HSV dazu am Donnerstag mit. Eine Geldstrafe wurde nicht genannt.

Vorausgegangen war ein klärendes Gespräch mit dem Direktor Sport, Bernhard Peters, Titz und Vorstandsberater Thomas von Heesen. Der 26 Jahre alte Abwehrchef hatte sich für seine harsche Kritik an Neu-Trainer Titz, der den Griechen im Punktspiel gegen Hertha BSC (1:2) 90 Minuten auf der Bank schmoren ließ, verantworten müssen.

"Wir haben klargestellt, dass wir kritische Spieler wie ihn mögen, aber in der internen Kommunikation", betonte Peters. Und fügte hinzu: "Der Trainer hat ,Papa' die Erwartungen an seine sportliche Entwicklung aufgezeigt. ,Papa' hat das voll akzeptiert und sieht sich, so wie wir ihn auch, als wichtiges Mitglied des Kaders." Der Grieche dürfte damit auch im Kader für das wichtige Auswärtsspiel am Samstag beim VfB Stuttgart stehen, den Titz am Freitag benennen wird.

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Walace und Mavraj werden dann fehlen. Der Brasilianer Walace war am Vortag zur Zahlung einer Geldstrafe in unbekannter Höhe verdonnert worden, weil er eine Einheit mit der Regionalliga-Mannschaft verpasst hatte. Stattdessen war der 22-Jährige nach Mailand gejettet und hatte Fotos von sich gepostet. Da dies nicht Walaces erste Verfehlung war, blieb die angedachte Rückholaktion in den Profikader aus. Bei Mavraj führte Titz sportliche Gründe für dessen Abschiebung zum HSV-II-Team an. Schon gegen Hertha BSC hatte der Albaner auf der Tribüne gesessen.

Aufsichtsrats-Chef Bernd Hoffmann dürfte es gefallen, dass Titz den HSV ordentlich umkrempelt - vorher lief es ja auch nicht. Und so stecke der Klub in einer "brutalen Krise, wie wir sie beim HSV noch nie gehabt haben", sagte Hoffmann der Hamburger Morgenpost. Bei sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und nur noch sieben ausstehenden Spielen würde der Klassenerhalt "einem Wunder gleichkommen", sagte er: "Den Rückstand aufzuholen erscheint wie eine unmögliche Mission. Aber: Im Fußball hat es auch schon größere Wunder gegeben." Viele waren es allerdings nicht.

Zudem räumte Hoffmann ein, dass der HSV die Lizenz für die kommende Saison möglicherweise nur unter Auflagen erhält. "Wer seit Jahren über seine Verhältnisse lebt, bekommt die Lizenz nicht problemlos. Die fällt nicht vom Himmel, das ist ein anspruchsvoller Prozess", sagte der 55-Jährige: "Aber das kriegen wir schon hin. Alles andere wäre auch traurig, denn das gehört zum Bundesliga-Handwerk. Sonst hätten wir alle unseren Job nicht gemacht." Zeit zum Durchschnaufen haben sie beim HSV jedenfalls nicht.

(dpa)