Neuer Sportvorstand HSV trennt sich von Boldt – Nachfolger steht fest

Hamburg · Im Mai 2019 tritt Jonas Boldt seinen Dienst beim Hamburger SV an. Fünf Jahre, fünf verpasste Aufstiege und fünf Trainer später endet seine Zeig im Volkspark. Er hat einen prominenten Nachfolger.

 Jonas Boldt.

Jonas Boldt.

Foto: dpa/David Inderlied

Bosse-Beben in Hamburg: Der HSV hat nach dem erneut verpassten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga eine weitreichende Personalentscheidung getroffen und Sportvorstand Jonas Boldt durch Stefan Kuntz ersetzt. Dies machten die Hamburger am Dienstagabend offiziell.

Boldt, dessen Vertrag noch bis 2025 gültig war, wurde freigestellt. Kuntz, Europameister von 1996 und langjähriger Erfolgstrainer der deutschen U21-Nationalmannschaft, übernimmt den Job ab sofort und soll den Klub nach dem Abstieg 2018 endlich wieder nach oben führen. Er wird in den nächsten Tagen vorgestellt.

„Wir haben unseren sehr detaillierten Analyseprozess abgeschlossen und sind zur Entscheidung gekommen, dass wir nach dem sechsten verpassten Aufstieg in Folge einen neuen sportlichen Impuls brauchen und wollen“, sagte Aufsichtsratschef Michael Papenfuß. Kuntz komme „aus dem Fußball, hat Management-Erfahrung und wird hier aufgebaute Strukturen und Verantwortlichkeiten finden und soll diese fokussiert weiterentwickeln“.

Kuntz feierte bislang vor allem als Trainer Erfolge. Die WM in Katar verpasste er als Nationalcoach der Türkei erst in den Play-offs gegen Portugal. Die U21-Nationalmannschaft des DFB führte er drei Mal in Serie ins EM-Finale, 2017 und 2021 holte er jeweils den Titel. Zuvor hatte er Management-Erfahrungen bei der TuS Koblenz und beim VfL Bochum gesammelt. Er war zudem acht Jahre Vereinschef bei seinem Ex-Klub Kaiserslautern und gehörte 2015/2016 dem DFL-Vorstand an.

Boldt (42), der mit den Hamburgern seit seinem Amtsantritt 2019 fünf Mal die Bundesliga-Rückkehr verpasst hat, war nach dem nächsten misslungenen Versuch zuletzt heftig in die Kritik geraten. Seit Tagen wurde bereits spekuliert, dass der Aufsichtsrat dem Manager das Vertrauen entziehen könnte.

(dpa/sid/stja)
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