Hamburger SV: Heribert Bruchhagen im Interview

"Kühne hat genug geholfen" : Bruchhagen will Transfers ohne HSV-Mäzen stemmen

Nach dem 1:1 in Leipzig spricht Vorstandschef Heribert Bruchhagen über den Trainerwechsel beim Hamburger SV, mögliche Transfers und warum er dabei nicht auf Großsponsor Klaus-Michael Kühne zurückgreifen will.

Herr Bruchhagen, inwiefern haben Sie beim 1:1 in Leipzig nach dem Trainerwechsel einen anderen HSV gesehen?

Heribert Bruchhagen "Das ist zu hoch gegriffen. Wir haben uns auch in der Vergangenheit mit Vehemenz gewehrt. Heute war das kompakter. Die Qualität der Leipziger ist anerkannt groß, und wir haben sie überhaupt nicht auf den letzten 25 Metern zum Zug kommen lassen."

Was bedeutet der Punktgewinn bei Bernd Hollerbachs erstem Spiel als Nachfolger des entlassenen Markus Gisdol?

Bruchhagen Gerade auch was die Glaubwürdigkeit und Motivation angeht, wäre es fatal, wenn wir mit leeren Händen dagestanden hätten. Und so sind wir dann auch mit einem Punkt belohnt worden.

Schöpfen Sie durch so ein Spiel neue Hoffnung im Abstiegskampf?

Bruchhagen Ja, man schöpft Hoffnung. Ob sie neu ist, weiß ich nicht. Das ist der richtige Schritt. Aber es ist nur ein Schritt.

Wie wahrscheinlich ist, dass bis zum Transferschluss am Mittwoch noch etwas bei Ihnen passiert?

Bruchhagen Ich kann es mir im Augenblick nicht vorstellen. Es wird ein bisschen unterschlagen, dass wir unseren Lizenzspieleretat komplett ausgegeben und nur bedingte wirtschaftliche Möglichkeiten haben. Und die Möglichkeiten, die wir haben, reichen nicht aus, um Spieler für uns zu gewinnen, die uns verbessern.

Kann Ihnen da Mäzen Klaus-Michael Kühne nicht helfen?

Bruchhagen Herr Kühne hat uns in der Vergangenheit genug geholfen, es ist an der Zeit, dass wir aus der bestehenden Mannschaft unser Potenzial finden und ausschöpfen.

Warum sucht man dann überhaupt, wenn die Mittel nicht zur Verfügung stehen?

Bruchhagen Weil das ein ganz normaler Vorgang ist. Trainer Gisdol hat Wünsche geäußert und daran haben wir gearbeitet. Die Spieler, von denen wir sicher waren, dass sie uns verstärken würden, die gehen inzwischen in eine Dimension, die es nicht mehr möglich macht. Das ist eben so.

(sid)