Hamburger SV: Dieter Hecking bittet zum Trainingsauftakt

Trainingsauftakt in Hamburg : HSV-Coach Hecking will nicht vom Aufstieg reden

Dieter Hecking soll den HSV im zweiten Anlauf zurück in die Bundesliga führen, am Mittwoch bat der neue Trainer seine aufgerüstete Mannschaft zum ersten offiziellen Training.

Dieter Hecking strahlte. Der gelungene Auftakt in seine Mission beim HSV. Das herrliche Sommerwetter in Hamburg. Und dann lief der neue Hoffnungsträger auf dem Weg in die Kabine auch noch Helm-Peter in die Arme. Er sei "die einzige Konstante beim HSV", rief Hecking dem längst legendären Kult-Fan des Traditionsklubs zu und posierte lachend für ein Selfie: "Ich wollte einmal mit Dir zusammenarbeiten."

Um 10.17 Uhr war Hecking zuvor zum ersten Mal die berühmte Treppe vom Volksparkstadion zum Trainingsplatz herabgestiegen. Er habe diese Bilder in der Vergangenheit "häufig gesehen, wie die Spieler heruntergekommen sind - meistens wie geprügelte Knechte", sagte Hecking, der sein Team am Mittwoch erstmals zum Training versammelte: "Heute mit einem Lächeln und freundlichem Applaus."

Die rund 500 Fans empfingen die Mannschaft tatsächlich wohlwollend - trotz der verkorksten Vorsaison und dem fahrlässig verspielten Aufstieg in die Bundesliga. Damit es diesmal gelingt, hat der HSV Hannes Wolf durch Hecking ersetzt. Der 54-Jährige soll an der Elbe wieder für Erfolg und positive Schlagzeilen sorgen.

"Wir wissen um die Schwierigkeit der Aufgabe. Das zweite Jahr in der 2. Liga ist oft schwieriger als das erste", sagte der "sehr, sehr motivierte" Hecking: "Aus dieser Situation müssen wir das Beste machen, und ich bin zuversichtlich, dass wir das auch hinbekommen."

Gleich sieben Neuzugänge begrüßte Hecking, der aber sogleich ankündigte, dass sich die Mannschaft bis zum Transferende weiter verändern wird. Bis weit in den August hinein erwartet der 54-Jährige eine "ständige Gerüchteküche", ehe er mit dem ebenfalls neuen Sportvorstand Jonas Boldt den finalen Kader zusammen hat. Parallel wird Hecking auf dem Trainingsplatz bis zum ersten Spieltag der 2. Liga Ende Juli den Grundstein für den Aufstieg legen.

"Ich vergleiche das immer mit einem Puzzle. Der Rahmen ist vielleicht gelegt - nun geht es darum, das Bild zu legen", sagte Hecking, bei dem das böse A-Wort ab jetzt auf dem Index steht: "Ich habe der Mannschaft gesagt, sie hört heute von mir einmal das Wort Aufstieg - und dann bis Mai nicht mehr. Wir wollen ambitioniert sein und gerne am Ende des Tages etwas zu feiern haben, aber es nützt jetzt nichts, wenn wir jeden Tag mit dem Wort Aufstieg konfrontiert werden. Das hilft uns nicht weiter."

Dies hat der HSV in der Vorsaison schmerzlich erfahren müssen - und soll sich nicht wiederholen. "Ich habe das Gefühl, wenn wir ehrliche Arbeit abliefern und alles versuchen, um unsere Spiele zu gewinnen, ist die Unterstützung von außen wieder sofort da", sagte Hecking. Das wolle er durch "Unlust und Trägheit" nicht aufs Spiel setzen. "Wir sind in der Bringschuld", sagte Hecking, der beim HSV zur Konstante werden will. Eine Konstante, die Helm-Peter längst ist.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ex-Borussia-Coach Hecking leitet erstes HSV-Training

(lt/sid)
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