Bundesliga-Check (9) Der HSV träumt von Auftritten in Europa

Düsseldorf · Der Verlust des koreanischen Jungstars Heung-Min Son tut den Hamburgern weh.

Es soll mal wieder alles besser werden an der Alster. Der ruhmreiche HSV nur auf Platz sieben, wie nach Ablauf der vergangenen Saison — das kann, das darf doch kein Dauerzustand werden! So zumindest ist die Selbstwahrnehmung bei den Hamburgern und ihren Fans, doch übersehen dabei viele, dass die Bundesliga-Uhr weitergelaufen ist. So wie die digitale Uhr, die der HSV erst kürzlich reparieren ließ und die seitdem in der Arena am Volkspark wieder sekundengenau anzeigt, wie lange der Bundesliga-Dino schon der höchsten Spielklasse angehört.

Mehr als ein halbes Jahrhundert ist das jetzt, länger als bei jedem anderen Verein. Doch viel mehr wird das einzige Gründungsmitglied der Bundesliga, das in deren 51. Saison immer noch mit dabei ist, auch diesmal nicht zu feiern haben. Zwar holten Sportdirektor Oliver Kreuzer und Trainer Thorsten Fink im Schweizer Nationalverteidiger Johan Djourou und dem kamerunischen Stürmer Jacques Zoua interessante Leute. Schwerer wiegt unterm Strich jedoch der Verlust des koreanischen Jungstars Heung-Min Son, den es nach Leverkusen zog.

Der Kader wirkt aufgebläht und beliebig — eine Spätfolge der Politik des gescheiterten Sportdirektors Frank Arnesen. Eine der Hauptaufgaben seines Nachfolgers ist, Platz zu schaffen für wirkliche Verstärkungen, wie es etwa der überragende Torhüter René Adler war und ist.

Mit den Ansprüchen lässt sich das schlecht vereinbaren. Und dass die nach wie vor zu hoch sind, bewies Kreuzer nach dem 0:2 im Test gegen Wacker Innsbruck. "Der HSV muss immer gewinnen", ließ der Manager da verlauten. "So muss unser Anspruch sein." Ob sich der HSV mal wieder für den europäischen Fußball qualifizieren kann, ist stark zu bezweifeln.

(RP)