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Bei Rassismus: Ex-Fortuna-Manager Rachid Azzouzi will strengere Konsequenzen

Früherer Fortuna-Manager Azzouzi : „Man muss auch mal ein Spiel abbrechen“

Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi von der SpVgg Greuther Fürth wünscht sich im Kampf gegen Rassismus härtere Maßnahmen. Im Ernstfall eben auch einen Spielabbruch. Er hatte als Aktiver selbst damit zu kämpfen.

Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi vom Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth hat im Kampf gegen Rassismus eine noch resolutere Haltung gefordert. "Der Fußball muss noch härter gegen Rassismus vorgehen und auch mal ein Spiel abbrechen. Nicht nur dann, wenn ein weißer, reicher Mann beleidigt wird", sagte Azzouzi im Interview mit der Süddeutschen Zeitung in Anspielung auf die Unterbrechung der Partie zwischen 1899 Hoffenheim und dem FC Bayern, als Münchner Anhänger Schmäh-Plakate gegen Dietmar Hopp hochgehalten haben.

Es gehe "ja schon bei kleineren Gesten los: Manche Schiedsrichter stehen, während die Spieler vor dem Anstoß knien. Da frage ich mich: Warum ist das so? Ich verstehe es nicht." Natürlich sei es gut, "dass wir Flagge zeigen", führte Azzouzi (49) weiter aus: "Aber es braucht mehr als Worte."

Zu seiner aktiven Zeit (1989 bis 2004) sei er in Fürth "mal als Kameltreiber beleidigt worden", sagte der gebürtige Marokkaner: "Damals war Rassismus auch innerhalb der Mannschaft ein größeres Problem als heute. Oder ein Beispiel aus der Gegenwart: Ich bin mal auf der Straße von einer älteren Frau angesprochen worden. Sie meinte: 'Sie sprechen aber gut Deutsch.' Dankeschön, ich bin ja auch erst seit 47 Jahren in Deutschland. Die Frau hat das gar nicht böse gemeint, aber daran erkennt man, wie fest Rassismus in unserer Gesellschaft verankert ist. Und das ist schlimm."

Dies sei, so Azzouzi, "sehr verletzend, auch wenn man versucht, darüber hinwegzusehen. Man lernt ein Stück weit, damit zu leben, aber es beschäftigt dich".

(eh/sid)