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Fußball: Berti Vogts plädiert für neue Strukturen im DFB

Neue Strukturen, starker Präsident : Diese Neuerungen würde Vogts beim DFB gern sehen

Der frühere Bundestrainer Berti Vogts wünscht sich Reformen beim DFB. Und er hat Ideen, was das Amt des Präsidenten angeht. Er selbst könnte bald einen Berater-Job antreten.

1996 hat Berti Vogts mit seinem Trainer-Freund Rainer Bonhof die deutsche Nationalmannschaft zu ihrem letzten EM-Triumph geführt, Oliver Bierhoff, heute Manager des DFB-Teams, schoss beim 2:1 gegen Tschechien beide Tore. Vogts ist mit einigen Entwicklungen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) nicht einverstanden, zuletzt hatte er daher seinen Rückzug aus dem DFB-Beirat bekanntgegeben. Dass Vogts mit der Trainer- und Spieler Ausbildung im DFB nicht zufrieden ist, daraus hat er nie einen Hehl gemacht, doch will er auch nicht total schwarz sehen: „Oliver Bierhoff hat vielleicht zu verantworten, was in der Trainerausbildung und im Nachwuchsbereich passiert. Aber da von einem Desaster zu sprechen, ist Fehl am Platz.“

Es geht Vogts um die Veränderung im Detail, darum, auch mal über die eigenen Grenzen hinauszuschauen, zum Beispiel eine Auslands-Hospitanz in der Trainerausbildung zu verankern. „Früher mussten wir sechs Wochen im Ausland oder bei einem Bundesligisten hospitieren“, berichtet Vogts. Er war unter anderem bei Alex Fergusson bei Manchester United und in Frankreich bei FC Sochaux, „dort gab es die beste Jugendausbildung“. Zudem plädiert Vogts dafür, wieder fußballerische Spezialisten auszubilden. „Es dürfen nicht alle Spieler gleich gemacht werden. Wir müssen wieder das besondere Talent in den jungen Spielern fördern“, sagt Vogts.

Was den Verband angeht, würde Vogts eine Strukturreform unter einer starken Führungspersönlichkeit mit Kompetenzen im sportlichen wie wirtschaftlichen Bereich begrüßen. „Man muss sich beim DFB vielleicht modernisieren, man muss vielleicht auch von den 21 Landesverbänden wegkommen. Der DFB ist ein großes Unternehmen. Und ein großes Unternehmen muss von einem sehr großen Unternehmer geführt werden. Der muss aber auch wissen, dass in einem Ball Luft ist und der Ball rund ist“, sagte Vogts.

Er selbst sieht sich nicht in einer Position in der DFB-Spitze. „Ich habe schon gesagt, dass ich Uli Hoeneß gut fände. Hoeneß oder auch Karl-Heinz Rummenigge wissen genau, was im Fußball zu tun ist, was in den Akademien und Vereinen los ist. Es ist wichtig, dass der DFB da auf erfahrene Leute geht und auch von der Altersgrenze 70 weggeht. Natürlich kann der DFB-Chef auch eine Frau sein“, sagte Vogts, der bald womöglich wieder als Berater bei einem Klub oder einem anderen Fußballverband arbeiten wird. „Details kann ich aber noch nicht verraten“, sagte er.