Fifa Frauen-WM 2019: DFB-Frauen beziehen WM-Quartier Domaine de Cice-Blossac in Bruz

Vorbereitung in der Bretagne : DFB-Frauen beziehen WM-Quartier mit Urlaubsflair

Nach der Ankunft in der Bretagne arbeiten die DFB-Frauen unter Hochdruck am Feinschliff für ihre WM-Mission. Das Quartier der Nationalspielerinnen verströmt eine trügerische Idylle.

Eine weitläufige Anlage, ganz viel Grün, dazu ein schöner Seeblick - das beschauliche erste WM-Quartier der deutschen Fußballerinnen verströmt selbst bei grauem Himmel Urlaubsflair. Doch statt Entspannung steht im "Domaine de Cice-Blossac", einem Vier-Sterne-Golfresort in der 20.000-Einwohner-Gemeinde Bruz im Südwesten von Rennes, der finale Feinschliff für die "Tour de France" an.

"Wir haben uns gleich sehr wohl gefühlt, das Hotel ist super schön, sehr idyllisch", sagte Mittelfeldspielerin Sara Däbritz auf der ersten Pressekonferenz am Dienstag. Spielerinnen und Betreuerstab residieren in modernen Stelzenhäuser über dem Wasser, der Trainingsplatz ist eine 15-minütige Busfahrt entfernt. Zur Ablenkung stehen in einer Lounge Tischtennis-Platte und Gesellschaftsspiele parat.

Gute Bedingungen sind wichtig, denn: Der zweimalige Weltmeister und aktuelle Olympiasieger geht mit großen Ambitionen ins Turnier (7. Juni bis 7. Juli). "Wir wollen wieder bei Olympia spielen, deswegen ist die erneute Qualifikation unser großes Ziel", erklärte Däbritz.

Dafür muss es das DFB-Team unter die besten drei Teams Europas schaffen. Bis zum ersten Anpfiff wird deshalb an der letzten Frische und taktischen Feinheiten gearbeitet - nur das Wetter spielte nicht mit.

War das Team am Vorabend nach einem durch ein Unwetter verspäteten Charterflug noch bei strahlend blauem Himmel gelandet, herrschte am Dienstag trübes Regenwetter. Trotzdem bat Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg natürlich am Vormittag zum ersten Training, am Nachmittag stand eine öffentliche Einheit an.

Vor dem Auftaktmatch gegen China am Samstag (15 Uhr/ARD) wächst die Vorfreude. "Man spürt, dass die WM immer näher kommt. Es ist ein besonderes Feeling, wenn man weiß, dass das erste Spiel bald beginnt", sagte Däbritz.

Gegen die Chinesinnen will die deutsche Auswahl vor den weiteren Spielen gegen Spanien (12. Juni/Valenciennes) und Südafrika (17. Juni/Montpellier) einen optimalen Turnierstart hinlegen. Dazu wurden bereits erste Videosequenzen analysiert.

"Sie sind technisch stark, körperlich robust, gehen mit dem Ball sehr gut um, da müssen wir schnell umschalten", sagte Melanie Leupolz, die mit Däbritz bei der Generalprobe (2:0 gegen Chile) die Doppelsechs bildete.

In einer stark verjüngten Mannschaft gehören Leupolz und Däbritz zur erfahrenen zentralen Achse. Das von der gemeinsamen Zeit bei Bayern München eingespielte Duo sieht das Team nach einer "Talfahrt" seit dem Viertelfinal-K.o. bei der EM 2017 wieder gestärkt.

"Gerade im letzten halben Jahr haben wir eine tolle Entwicklung genommen", sagte die zur kommenden Saison zu Paris St. Germain wechselnde Däbritz, "wir sind so weit, dass wir eine gute WM spielen können." Leupolz ergänzte selbstbewusst: "Dieser tolle Prozess macht uns sehr zuversichtlich. Wir haben eine super Mannschaft."

Daher braucht sich wohl auch niemand Gedanken darüber machen, ob auf der Hotelanlage wie beim Männer-Team im Vorjahr in Russland nachts das WLAN abgeschaltet werden müsste. "Wir wissen, dass Schlaf und Regeneration wichtig sind, und dass es wichtigere Dinge gibt, als Playstation zu spielen", betonte Leupolz.

(ako/sid)
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