DFB-Frauen mit zittrigem WM-Start: Gwinn beschert 1:0 gegen China

Deutscher WM-Auftaktsieg gegen China : Gwinn beschert 1:0 gegen China

Der WM-Auftakt ist den deutschen Fußball-Frauen gegen einen starken und überhart spielenden Gegner geglückt. Ein Teenager erlöste die Auswahl mit dem Tor aus 17 Metern.

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ist mit dem erhofften Sieg in die Fußball-Weltmeisterschaft gestartet. Der 19 Jahre alten Giulia Gwinn vom SC Freiburg gelang am Samstag in Rennes in der 66. Spielminute der Siegtreffer zum verdienten 1:0 (0:0)-Erfolg gegen China.

Vor 15 238 Zuschauern im Roahzon Park war die Mannschaft von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zwar dominant, vergab aber zahlreiche Tormöglichkeiten, ehe Gwinn den zweimaligen Weltmeister mit ihren zweiten Tor im neunten Länderspiel erlöste. „Das tut gut und gibt Selbstvertrauen“, sagte die Schützin, die zur Spielerin der Begegnung erkoren wurde. „Wir wussten, was da auf uns zukommt und hatten Höhen und Tiefen im Spiel. Aber was zählt, ist der Sieg und die drei Punkte“, räumte sie ein.

„Wir haben uns durch verschiedene Dinge aus dem Rhythmus bringen lassen“, kritisierte Bundestrainer Voss-Tecklenburg in der ARD. „Das war nicht schön, aber wir haben uns durchgebissen“, sagte sie und beklagte, dass sich mehrere Spielerinnen verletzt haben. „Es sieht bei einigen nicht gut aus“, bedauerte sie.

Alexandra Popp zeigte sich hingegen einfach nur „überglücklich. Wir sind jetzt im Turnier drin“, sagte die Stürmerin. Doch auch sie bemängelte die harte Gangart der Gegnerinnen. „Die Chinesinnen kamen zu spät und haben immer unsere Füße getroffen.“

Am kommenden Mittwoch (18.00 Uhr/ZDF und DAZN) trifft die deutsche Mannschaft in Valenciennes im zweiten Spiel der Gruppe B auf Spanien und kann einen großen Schritt Richtung Achtelfinale tun. „Wir müssen jetzt erst mal sehen, wer dann spielfähig ist“, gab sich Voss-Tecklenburg noch skeptisch.

Deutschland begann die WM mit der erwarteten Startelf. Im Vergleich zum 2:0 gegen Chile bei der WM-Generalprobe in Regensburg nahm Voss-Tecklenburg nur eine Änderung vor. Lea Schüller musste weichen und wurde durch die erfahrenere Kathrin Hendrich ersetzt. Die Bayern-Spielerin verteidigte rechts in der Vierer-Abwehrkette, dafür rückte Giulia Gwinn nach vorn auf den rechten Flügel. Svenja Huth übernahm Schüllers Position auf der linken Offensivseite.

Die deutsche Mannschaft begann engagiert und zielstrebig. Bei einer scharfen Hereingabe von Spielführerin Alexandra Popp wäre Huth fast zur Stelle gewesen, doch Chinas Torfrau Shimeng Peng war noch mit einer Hand dazwischen (2.). Kurz darauf zischte ein Distanzschuss von Sara Däbritz (4.) hauchdünn am Pfosten vorbei. Ein haarsträubender Fehlpass im Mittelfeld von Sara Doorsoun hätte Deutschland dann fast in Rückstand gebracht. Blitzschnell konterten die Asiatinnen. Shanshan Wang legte im Strafraum noch einmal quer zu Li Yang. Doch die Angreiferin zögerte zu lange mit dem Abschluss, so dass die zurückgeeilte Doorsoun ihren Fauxpas gerade noch ausbügeln konnte.

Pech hatte die DFB-Elf bei einer zu langgeratenen Flanke von Carolin Simon, die nur an die Latte klatschte (17.). Dann eine Schrecksekunde für die DFB-Auswahl. Nach einem Kopfball knapp über das chinesische Tor verletzt sich Popp im Zurückfallen am Fuß (21.) und musste minutenlang behandelt werden. Die 28-Jährige konnte dann jedoch weitermachen. Die Chinesinnen beschränkten sich im Wesentlichen darauf, die Angriffe der spielerisch überlegenen Deutschen mit großer Härte und zum Teil unfairen Mitteln zu unterbinden. Eine zweite Großchance, wieder eingeleitet durch einen unnötigen Querpass von Doorsoun, vergab Stürmerin Li Yang mit einem Pfostenschuss kurz vor der Pause.

Nach dem Wechsel besann sich die deutsche Elf, die sich etwas den Schneid hatte abkaufen lassen, wieder auf ihre Stärken. Zudem feierte Lena Oberdorf ihr Debüt und ist mit 17 Jahren, fünf Monaten und 20 Tagen nun die jüngste deutsche WM-Spielerin der Historie. Die Gymnasiastin aus Gevelsberg löste Rekordnationalspielerin Birgit Prinz ab, die bei ihrem WM-Debüt 1995 fast zwei Monate älter war. „Ich hätte nicht gar nicht mit dem Einsatz gerechnet, bis mir Martina gesagt hat, dass ich spiele“, räumte die Debütantin strahlend ein.

Giulia Gwinn (2. v. l.) erzielte das Tor für die deutsche Nationalmannschaft. Foto: AFP/LOIC VENANCE

Trotz des verstärkten Drucks dauerte es bis zur 66. Minute, ehe Deutschland in Führung ging. Gwinn fasste sich nach einer zunächst abgewehrten Ecken ein Herz und versenkte den Ball durch viele chinesische Abwehrbeine hindurch zur überfälligen Führung. Danach kontrollierte die DFB-Auswahl das Geschehen, ließ aber weitere Chancen ungenutzt. Umso größer war am Ende die Erleichterung über den den siebten Sieg im achten WM-Auftaktspiel der DFB-Geschichte.

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(eh/dpa)
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