Berger feiert Comeback Deutsche Fußballerinnen unterliegen USA mit 1:2

Harrison · Torhüterin Ann-Katrin Berger kehrt nach ihrer zweiten Krebserkrankung zurück ins Fußball-Nationalteam und bleibt gegen die USA ohne Gegentor – im Gegensatz zu Almuth Schult.

 Die US-amerikanische Stürmerin Alex Morgan (r.) und die deutsche Verteidigerin Kathrin Hendrich (l.) kämpfen um den Ball.

Die US-amerikanische Stürmerin Alex Morgan (r.) und die deutsche Verteidigerin Kathrin Hendrich (l.) kämpfen um den Ball.

Foto: dpa/Eduardo Munoz Alvarez

Die deutschen Fußballerinnen haben zum Abschluss ihrer USA-Reise einiges einstecken müssen. Das Team von Martina Voss-Tecklenburg unterlag am Sonntagabend den gastgebenden Weltmeisterinnen nicht nur mit 1:2 (1:0), sondern musste auch Mittelfeldspielerin Lena Oberdorf mit einer Schulterverletzung zum Röntgen ins Krankenhaus bringen lassen. „Sie ist auf die Schulter gefallen. Wir hoffen, dass es nicht so schlimm ist“, sagte die Bundestrainerin über die so wichtige Mittelfeldspielerin vom VfL Wolfsburg.

Die 20-Jährige war bei der EM im Juli in England als beste Nachwuchsspielerin ausgezeichnet worden. Oberdorf wurde in der 33. Minute ausgewechselt, danach stellte Voss-Tecklenburg „einen leichten Bruch“ im Spiel ihres Teams fest. Drei Tage nach dem 2:1-Sieg gegen die Amerikanerinnen in Fort Lauderdale unterlagen die Vize-Europameisterinnen nun in Harrison bei New York im zweiten Testspiel der US-Auswahl.

Oberdorfs Clubkollegin Jule Brand traf vor 26.317 Zuschauern in der Red Bull Arena zunächst in der 18. Minute. Sophia Smith und Mallory Pugh drehten dann innerhalb von zwei Minuten mit ihren Toren das Spiel (54./56.). „Wir haben einen sehr, sehr guten Start in diesem Spiel gehabt“, bilanzierte Voss-Tecklenburg. In der zweiten Halbzeit habe man aber Fehler gemacht und teilweise unsauber agiert – „das hat die USA mit ihrer herausragenden Qualität bestraft“.

Bei den DFB-Frauen bestritt Torhüterin Ann-Katrin Berger vom FC Chelsea in der ersten Halbzeit ihr viertes Länderspiel. Die 32-Jährige hatte nach der EM in England öffentlich gemacht, dass bei ihr eine Schilddrüsen-Krebserkrankung zurückgekehrt ist. Nach einer Radiojodtherapie steht sie aber schon länger wieder auf dem Platz – und mit glücklichem Gesicht lauschte sie nun der Nationalhymne.

„Ich habe dieses Lächeln genauso gesehen. Das hat mich sehr gefreut, weil ich weiß, dass es was Besonderes war heute für sie nach der Krebserkrankung, hier zu spielen vor 26.000. Und das sind die eigentlich wichtigen Momente“, sagte Voss-Tecklenburg.

Allzu viel zu tun bekam Berger nicht: Die Amerikanerinnen um Jubilarin Alex Morgan (200. Länderspiel) zeigten eine unauffällige erste Halbzeit. Während Stammkeeperin Merle Frohms vom VfL Wolfsburg pausierte, stand nach der Pause wie angekündigt Almuth Schult von Angel City FC zwischen den Pfosten. Bayern-Profi Lina Magull vergab nach dem Wechsel die dicke Chance zum 2:0. Kurz darauf ließ Smith mit einem Schuss unter die Latte Schult keine Chance. Beim 1:2 sahen die Frankfurterinnen Nicole Anyomi und Sjoeke Nüsken nicht gut aus. Der zweite Durchgang gehörte dabei eindeutig den Amerikanerinnen.

Die beiden Testspiele gelten für die DFB-Frauen schon als Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft vom 20. Juli bis 20. August 2023 in Australien und Neuseeland. Dort trifft Deutschland in der Vorrunde auf Marokko, Kolumbien und Südkorea. Im Februar ist die nächste Maßnahme mit einem Trainingslager in Spanien und einem Heim-Länderspiel geplant.

(lonn/dpa)
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