DFB-Frauen lassen Horst Hrubesch nur ungern gehen

"Riesenspaß mit Horst": DFB-Frauen lassen Hrubesch nur ungern gehen

Feuerwehrmann Horst Hrubesch hat seine Kurz-Mission erfolgreich abgeschlossen. Geht es nach den Spielerinnen, soll der Kult-Trainer auf dem Weg zur WM 2019 erst einmal weitermachen.

Der Abschied von Horst Hrubesch nach der Landung auf dem Frankfurter Flughafen am Mittwochmorgen fiel den deutschen Fußballerinnen schwer. "Es macht Riesenspaß mit Horst und seinem Team", schwärmte Mittelfeldspielerin Lina Magull: "Es wäre auf jeden Fall sehr schön, wenn es mit ihm weitergeht." Vielleicht sogar bis zum "Endspiel" ums WM-Ticket im Spätsommer auf Island?

Mit zwei 4:0-Siegen gegen Tschechien und in Slowenien hat der Interims-Bundestrainer seine "Mädels" schließlich einen ersten Schritt aus der Krise und weiter Richtung WM 2019 geführt. Nach dem Abwärtstrend der Steffi-Jones-Ära sind die DFB-Frauen wieder im Aufwind und Hrubeschs Mission ist damit beendet. Eigentlich.

Der Europameister von 1980, der am kommenden Dienstag seinen 67. Geburtstag feiert, könnte durchaus noch länger gebraucht werden. Nämlich dann, wenn die langfristige Wunschlösung für den Posten - womöglich mit der Schweizer Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg - nicht schon vor dem nächsten Testspiel am 10. Juni in Kanada für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) verfügbar ist.

Gespräche stehen an

Ob er an der Seitenlinie weitermacht, entscheidet Hrubesch in naher Zukunft auch selbst mit. "In den nächsten 14 Tagen sind noch einige Gespräche zu führen. Dann wissen wir, was wir machen", erklärte Hrubesch in seiner Funktion als DFB-Sportdirektor und betonte angesichts der Spekulationen um Voss-Tecklenburg und Ralf Kellermann (Sportdirektor VfL Wolfsburg Frauen): "Es könnte auch sein, dass man quer denkt und eine andere Lösung hat."

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Den Personalwechsel noch vor dem vorletzten Spiel am 1. September auf Island (Hinspiel 2:3) anzustreben, birgt durchaus Risiken. Deutschland führt die Gruppe 5 mit 15 Punkten aus sechs Spielen noch vor den Isländerinnen (13/5 Spiele) an. Gewinnt der Verfolger am 11. Juni gegen Slowenien, muss die DFB-Auswahl das direkte Duell gewinnen, um vor der letzten Pflichtübung bei Fußball-Zwerg Färöer (4. September) wieder die Spitze zu übernehmen.

Der Modus verzeiht keine Fehler: Nur die sieben Gruppensieger lösen das Ticket für die Endrunde in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli 2019) direkt. Die vier besten Zweiten kämpfen in Play-offs um den letzten Europa-Startplatz. Diese Nervenspiele im Herbst will der zweimalige Weltmeister selbstredend dringend vermeiden.

Auch wenn in den beiden Spielen unter Hrubesch bei weitem noch nicht alles gelang, ist er von der erfolgreichen WM-Qualifikation überzeugt. "Die Mannschaft ist einfach gut, sie hat die Qualität und sie wird das Island-Spiel gewinnen, da geht für mich nix dran vorbei", befand das einstige Kopfballungeheuer.

Auch wenn es noch lange hin ist: Die Spielerinnen schwören sich bereits auf den Showdown ein. "Da müssen wir unser ganzes Können auf den Platz bringen und gegenhalten", sagte Alexandra Popp. Dazu müsse das Team auch mental wieder zu alter Stärke finden, so Magull: "Wir müssen noch mit viel mehr Selbstbewusstsein auf den Platz gehen, und zeigen: Wir gehören zur Weltspitze."

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(sid)