2:0 gegen die Niederlande DFB-Frauen sind bei den Olympischen Spielen dabei

Heerenveen · In einem lange hart umkämpften Spiel siegt die DFB-Auswahl 2:0 in Heerenveen und erfüllt sich so den Olympia-Traum. Horst Hrubesch bleibt dem Team damit erstmal als Bundestrainer erhalten.

Stürmerin Lea Schüller (m.) feiert mit ihren Mitspierinnen ihr Tor zum 2:0 gegen die Niederlande.

Stürmerin Lea Schüller (m.) feiert mit ihren Mitspierinnen ihr Tor zum 2:0 gegen die Niederlande.

Foto: dpa/Federico Gambarini

Dank Klara Bühl und Lea Schüller haben die deutschen Fußballerinnen und Interims-Bundestrainer Horst Hrubesch ihren Olympia-Traum wahr gemacht. Die DFB-Frauen dürfen nach dem hart erkämpften 2:0 (0:0) gegen die Niederlande im Sommer nach Paris. Im Spiel um Platz drei der Nations League am Mittwochabend in Heerenveen erzielten die Münchnerinnen Bühl (66. Minute) auf Vorarbeit der überragenden Lena Oberdorf und Schüller (78.) die Tore für die Vize-Europameisterinnen. Vor über 20.000 Zuschauern im Abe-Lenstra-Stadion jubelten Kapitänin Alexandra Popp und Co. nach dem Abpfiff ausgelassen.

Das Hrubesch-Team zeigte sich fünf Tage nach der 1:2-Niederlage in Frankreich, der ersten vergebenen Olympia-Chance, stark verbessert, musste aber lange zittern. Ein halbes Jahr nach dem WM-Debakel von Australien verhinderten die DFB-Frauen am Ende den nächsten herben Rückschlag.

2021 in Tokio hatte die deutsche Auswahl die Teilnahme noch verpasst. Nun dürfen die Spielerinnen auf das zweite deutsche Olympia-Gold nach Rio de Janeiro 2016 hoffen. Bei den Sommerspielen dabei sind unter anderem Weltmeister Spanien, Frankreich, die USA, Kanada, Brasilien und Kolumbien. Die Gruppenauslosung steht am 20. März an.

Der DFB hat dank des Erfolgs gegen das Oranje-Team von Trainer Andries Jonker bei der Suche nach einem Nachfolger von Hrubesch Zeit gewonnen: Das HSV-Idol wird bei den Sommerspielen - dann mit 73 Jahren - die Fußballerinnen wie geplant betreuen und seine zweite Amtszeit nicht vorzeitig beenden. Von April an muss er Popp und Co. aber erst mal durch die EM-Qualifikation für die Schweiz 2025 bringen. Die deutschen U21-Männer, vor acht Jahren Silbermedaillengewinner unter Chefcoach Hrubesch, haben es nicht zu den Spielen nach Paris geschafft.

Hrubesch hatte aus der schwachen ersten Halbzeit von Lyon die Konsequenzen gezogen und auf eine Doppelspitze Popp/Schüller verzichtet. Für Schüller lief ihre Münchner Clubkollegin Sydney Lohmann als Spielmacherin auf. Mit ganz viel Power und Zweikampfstärke gingen die DFB-Spielerinnen dieses Mal die Partie an und ließen den Niederländerinnen zunächst kaum Luft.

Sjoeke Nüsken traf nach einer energischen Balleroberung nach 25 Minuten den linken Pfosten. Für die nötige Absicherung sorgten vor allem Abwehrchefin Marina Hegering und Oberdorf, die immer wieder den Spielaufbau bei den WM-Zweiten von 2019 störten.

Dennoch fand die Offensivabteilung um Popp kein Durchkommen in der vordersten Reihe - zu fahrig waren die Zuspiele. Giulia Gwinn blieb zudem bei einem vielversprechenden Konter hängen – und Jule Brand rannte sich auf rechts immer wieder fest. Auf der Gegenseite wirbelte zwar die frühere Münchner Stürmerin Lineth Beerensteyn in ihrem 100. Länderspiel, kam aber selten zum Abschluss. Nach der Pause brachte Hrubesch dann doch Schüller, nach vorn blieb es aber zunächst schwierig. Popp, die sich packende Zweikämpfe mit ihrer Wolfsburger Klubkollegin Dominique Janssen lieferte, war nach einem Zusammenprall mit dieser angeschlagen.

Oberdorf leitete dann den entscheidenden Angriff ein und gab mit einem energischen Kopfball die Vorlage für Bühl. Die Münchnerin schoss aus sechs Metern ein. Schüller vergab in der Schlussphase gleich zweimal, ehe ihr doch noch das befreiende 2:0 gelang, und die mitgereisten Fans sangen: „Paris, Paris, wir fahren nach Paris.“

(lonn/dpa)
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