Nächster Dämpfer für DFB-Frauen beim Shebelieves Cup

Times Square statt Turniersieg: Nächster Dämpfer für DFB-Frauen

Auch beim 2:2 gegen England konnten die DFB-Frauen nicht überzeugen und müssen den Turniersieg beim SheBelieves Cup abschreiben. Im Neonlicht am New Yorker Times Square war der Ärger zumindest für eine Weile vergessen. Beim Teamabend durften sie mal auf andere Gedanken kommen.

Abgeschaltet hatte das DFB-Team allerdings auch schon beim turbulenten 2:2 (1:1) gegen England und sich "selbst um den Lohn gebracht", wie Bundestrainerin Steffi Jones nach dem zweiten Spiel beim SheBelieves Cup befand. Wegen erneuten Defensivschnitzern brachte der Olympiasieger eine zweimalige Führung in der Red Bull Arena nicht ins Ziel.

Nach der 0:1-Niederlage gegen den Weltmeister USA ist der angestrebte erstmalige Gewinn des Vier-Nationen-Turniers vor dem abschließenden Spiel am Mittwoch (22.00 Uhr/Sport1) in Orlando gegen Frankreich nicht mehr möglich. "Wir waren im Grunde die bessere Mannschaft, aber das bringt uns nichts, wenn wir unentschieden spielen", ärgerte sich Angreiferin Alexandra Popp: "Wir müssen diese einfachen Gegentore vermeiden und von der ersten bis letzten Minute konzentriert bleiben."

Hasret Kayikci (17.) hatte zunächst im Strafraumgetümmel ihren Torriecher unter Beweis gestellt. Doch gleich im Gegenzug fing sich die schläfrige deutsche Abwehr, die ohne die verletzt abgereiste Babett Peter auskommen musste, den Ausgleich durch Ellen White (18.). Die starke Torjägerin der Lionesses wurde auch beim 2:2 von den beiden Innenverteidigerinnen Lena Goeßling und Kathrin Hendrich völlig allein gelassen (73.).

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Jones, die nach dem Krisenjahr 2017 und dem Zittern um ihren Job auch das Motto "Die Null muss wieder stehen" ausgegeben hatte, fand den verpassten Sieg "ein bisschen ärgerlich, weil wir wieder die richtige Einstellung hatten". Bis zum Ende warf ihr Team schließlich alles nach vorne: "Das stimmt mich positiv. Diese Mannschaft reift immer mehr, nur dieses Quäntchen Glück fehlt uns noch."

Dabei hatte der zweimalige Welt- und achtmalige Europameister, der sich für die nächsten Monat beginnende heiße Phase der WM-Qualifikation einspielen muss, durchaus Glück: Das zwischenzeitliche 2:1 fiel durch ein Billardtor, bei dem England-Torhüterin Siobhan Chamberlain den Ball per Fußabwehr an die Hacke von Millie Bright (52.) ins eigene Tor lenkte.

Der mitgereiste Sportliche Leiter Nationalmannschaften, Joti Chatzialexiou, zog etwas andere Schlüsse: "Wir waren phasenweise spielbestimmend, England war jedoch zielstrebiger nach vorne, mit den größeren Chancen." Der 42-Jährige, seit Jahresbeginn in der Direktion von Oliver Bierhoff beim DFB auch für die weiblichen Auswahl-Teams zuständig, reiste wie geplant nach dem Spiel ab - und wird nun seine gesammelten Eindrücke auswerten.

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(sid)