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Frauen-Fußball-EM 2022: DFB-Frauen stellen fünf Spielerinnen in der Elf des Turniers

Frauen-EM : Fünf deutsche Spielerinnen in der Elf des Turniers

Die Uefa hat am Dienstag die beste Elf des Turniers bekannt gegeben. Deutschland stellt die meisten Spielerinnen in der Auswahl. Wir haben alle wichtigen Meldungen zur Europameisterschaft der Frauen in England.

Gleich fünf deutsche Fußballerinnen stehen in der Mannschaft der EM in England. Neben Kapitänin und Torjägerin Alexandra Popp wurden Giulia Gwinn, Marina Hegering, Lena Oberdorf und Klara Bühl aus dem Vize-Europameister-Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg berufen. Das gab die Europäische Fußball-Union (UEFA) bekannt.

Der neue Europameister England, der am Sonntag 2:1 nach Verlängerung in Wembley die Oberhand behielt, stellt in Mary Earps, Leah Williamson, Keira Walsh und Beth Mead vier Spielerinnen in der Elf des Turniers.

Komplettiert wird die Mannschaft durch die Französin Sakina Karchaoui und die Spanierin Aitana Bonmati. Die Mannschaft des Turniers wurde vom beobachtenden Trainerstab der UEFA zusammengestellt.

+++ 1. August +++

Stolze DFB-Frauen feiern EM-Reise als Anfang

Als die neuen deutschen Fußball-Lieblinge um 16.24 Uhr den Rathausbalkon betraten, sahen viele von ihnen das Fahnenmeer auf dem Römer nur verschwommen. „Die meisten haben Tränen in Augen, davon haben wir immer geträumt“, kommentierte Giulia Gwinn sichtlich gerührt die herzliche Willkommens-Party für die Vize-Europameisterinnen am Montag in Frankfurt/Main.

Dass knapp 7000 Fans trotz des verlorenen EM-Finals gegen England (1:2 nach Verlängerung) gekommen waren, um mit den Spielerinnen zu feiern, verwunderte den DFB-Präsidenten nicht. „Diese Truppe hat dem Fußball viel gegeben“, sagte Bernd Neuendorf: „Diese Mannschaft hat Perspektive. Wir haben den Anfang von etwas ganz Großem gesehen.“

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg fand es „Wahnsinn“, dass die „Leistung über mehrere Wochen anerkannt wird und nicht nur das Siegen“ zählt: „Wir wollten eigentlich Europameister sein und nicht die Sieger der Herzen. Aber wenn wir uns so in die Herzen der Bevölkerung gespielt haben, sind wir gerne die Sieger der Herzen.“

Die DFB-Frauen hatten die Feierlichkeiten in der Heimat offenbar kaum abwarten können. 16 Minuten zu früh war die Lufthansa-Maschine in Frankfurt/Main gelandet. Schon vor dem Abflug in London hatte sich Stolz in die Enttäuschung über den verpassten EM-Triumph gemischt.

„Uns allen ist klar, dass wir einiges bewegt und eine sehr gute Turnierleistung gebracht haben, auf die wir wirklich stolz sein können“, sagte Kapitänin und Final-Pechvogel Alexandra Popp, bevor der EM-Bus vom Teamhotel „The Grove“ zum Flughafen abfuhr.

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Wie viel Aufmerksamkeit und Sympathien dieses EM-Märchen ohne Happy End eingebracht hat, unterstrich nochmals die EM-Rekordquote bei der Final-Niederlage: 17,9 Millionen Fans schauten Sonntagabend vor den TV-Bildschirmen zu, bei einem Marktanteil von 64,8 Prozent.

Im DFB-Lager herrschte bei allem Frust Einigkeit: Der so schmerzhafte Schlusspunkt dieser Reise soll nur der Anfang sein. „Es ist ein Spiel, das uns enorm für die Zukunft helfen wird. Wir wollen um Titel spielen und wir wollen Titel gewinnen“, betonte Voss-Tecklenburg.

Die Begeisterung für die Nationalspielerinnen, die bis auf wenige Ausnahmen alle in der heimischen Bundesliga zu bewundern sind, soll anhalten. Also startete Voss-Tecklenburg einen flammenden Appell: „DFB, Medien, Gesellschaft, Politik, Verbands- und Vereinsvertreter, nehmt euer Herz in die Hand, wie es die Spielerinnen getan haben, und dann gehen wir auch mit dem Frauenfußball nach vorne.“

Auch Bundestrainer Hansi Flick hörte als Partygast zu, Bundestagspräsidentin Bärbel Bas schwärmte schon von einem „wahnsinnigen Schub für den Frauenfußball“. DFB-Boss Neuendorf erteilte nach einer begeisterten Lobeshymne auf Spielerinnen und Trainerstab den Partybefehl: „Wir haben trotz des Ergebnisses Grund zu feiern, wir haben ganz viele Herzen gewonnen bei uns im Land.“

Was Mut macht: Schon in einem Jahr steht die WM in Australien und Neuseeland an. „Auch dort wollen wir auftreten als Mannschaft, die begeistert“, blickte Voss-Tecklenburg voraus, die Qualifikation geht Anfang September weiter und ist für den zweimaligen Weltmeister nur noch Formsache - ähnlich wie eine Vertragsverlängerung über die WM hinaus für „MVT“.

Die Bundestrainerin hofft, dass auch „alle unsere Führungsspielerinnen weitermachen“. Abwehrchefin Marina Hegering, mit 32 die Älteste im EM-Kader, stellte schon mal klar: „Ich möchte auf jeden Fall noch weiter Fußball spielen. Wenn es dann noch reicht für die Nationalmannschaft, dann bleibe ich auch erst mal da.“

Nach einem kurzen Urlaub steht auch schon wieder das Tagesgeschäft vor der Tür, das mit einem Ausrufezeichen beginnen soll. Die Bundesliga startet in der Frankfurter WM-Arena mit dem Eröffnungsspiel am 16. September zwischen der Eintracht und Vizemeister Bayern München.

DFB-Frauen in Frankfurt gelandet

Die deutschen Fußballerinnen sind in der Heimat angekommen. 16 Minuten zu früh ist die Lufthansa-Maschine mit der Flugnummer 343 um 14.19 Uhr am Montag auf dem Flughafen in Frankfurt/Main gelandet. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg und Kapitänin Alexandra Popp stiegen als erstes aus dem Flugzeug. Danach stellten sich die Vize-Europameisterin auf dem Rollfeld zum Gruppenbild auf.

„Uns allen ist klar, dass wir einiges bewegt und eine sehr gute Turnierleistung gebracht haben, auf die wir wirklich stolz sein können“, hatte Popp vor dem Abflug aus England gesagt: „Wir freuen uns sehr darauf, mit den Fans zu feiern. Wir haben mitbekommen, dass in Deutschland einiges passiert ist.“

Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte am Sonntag das EM-Finale in London 1:2 nach Verlängerung gegen Gastgeber England verloren. Dennoch erwartet die Mannschaft ein großer Empfang auf dem Frankfurter Römer.

17,9 Millionen sehen EM-Finale der DFB-Frauen

Die Live-Übertragung des Finals der deutschen Fußballerinnen bei der Europameisterschaft in London hat den elf Jahre alten Einschaltquoten-Rekord von der WM 2011 geknackt. Durchschnittlich 17,897 Millionen Menschen sahen am Sonntag in der ARD die 1:2-Niederlage der DFB-Auswahl gegen England nach Verlängerung. Der Marktanteil der rund zweistündigen Übertragung lag nach Angaben der AGF-Videoforschung bei 64,8 Prozent.

Noch nie zuvor hatten so viele Menschen in Deutschland ein Frauenfußballspiel im Fernsehen gesehen. Der bisherige Bestwert war bei der Heim-WM aufgestellt worden: Bei der Viertelfinal-Partie Deutschland gegen Japan (0:1) hatten 16,95 Millionen zugeschaut, der Marktanteil lag damals bei 59,3 Prozent.

Das Turnier in England hat ARD und ZDF starke Zahlen beschert, die mit den deutschen Erfolgen stetig stiegen. Der bisherige EM-Bestwert war beim Halbfinale gegen Frankreich mit durchschnittlich 12,187 Millionen Menschen und einem Marktanteil von 47,2 Prozent aufgestellt worden. Bei den drei Partien der DFB-Auswahl in der Vorrunde hatten durchschnittlich 6,58 Millionen zugeschaut

+++ 31. Juli +++

Viel Lob für DFB-Frauen nach verlorenem EM-Finale

Nach der Niederlage der deutschen Fußballerinnen im EM-Finale haben Spitzenpolitiker den siegreichen Engländerinnen gratuliert und zugleich dem Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ein großartiges Turnier bescheinigt. „Well done“, schrieb Außenministerin Annalena Baerbock am Sonntagabend auf Twitter an die Adresse der neuen Europameisterinnen. „Und Ihr, liebe DFB-Frauen, habt uns alle in dieser EM sehr stolz gemacht.“ Die Grünen-Politikerin fügte hinzu: „Eure Enttäuschung mag im ersten Moment unermesslich sein, aber Ihr seid getragen von Millionen neuer Fans, die Ihr mit Eurer Hingabe & Teamgeist gewonnen habt.“

Bundesgesundheitsministerin Karl Lauterbach, der noch während des Spiels twitterte, Studien zur Seite gelegt zu haben, sprach nach der 1:2-Niederlage der deutschen Mannschaft nach Verlängerung von einem tollen Spiel. „Der Frauen-Fußball hat insgesamt gewonnen. Faire Spielerinnen, viel Technik, wenig Schwalben, Spannung. Eine Bereicherung“, schrieb der SPD-Politiker bei Twitter. Der SPD-Parteivorstand dankte den DFB-Frauen für ein „packendes Turnier“.

CDU-Chef Friedrich Merz bescheinigte den DFB-Frauen ebenfalls ein großartiges Turnier. „Schade. Aber super Spiel, stark gekämpft. Wir können alle sehr stolz sein auf unsere DFB-Frauen“, twitterte Merz. Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann schrieb auf Twitter: „Was habt ihr für ein Turnier gespielt. Respekt!“ Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger von der FDP lobte, eine ersatzgeschwächte deutsche Mannschaft habe kämpferisch wie auch spielerisch „ein überragendes Spiel gezeigt“.

Auch Bundestrainer Hansi Flick und DFB-Direktor Oliver Bierhoff lobten die deutschen Fußballerinnen für ihren Auftritt: „Es tut mir für Martina Voss-Tecklenburg und ihr gesamtes Team sehr leid, dass sie ihre großartigen Auftritte nicht mit dem Titel krönen konnten. Aber nach der ersten Enttäuschung können sie mit Stolz auf dieses Turnier zurückblicken.“

Den Bundestrainer der Männermannschaft begeisterte, „mit welcher Leidenschaft und gleichzeitig Leichtigkeit, Spielfreude und Teamgeist die Mannschaft durch dieses Turnier gegangen ist“. Das habe ihn „begeistert“, sagte Flick laut DFB-Mitteilung.

Bierhoff sagte: „Dieses großartige Turnier unserer Mannschaft hätte den Titelgewinn als würdigen Abschluss verdient gehabt. Leider hat es nicht ganz gereicht.“ Der 54-Jährige lobte zudem: „Die Auftritte unserer Mannschaft in England waren trotz der Finalniederlage vom ersten Spiel an bis zum Schluss ganz große Klasse.“

Bierhoff fügte an: „Dieses Turnier wird ein Meilenstein für die Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland sein. Diese Leistung unserer Nationalmannschaft gibt dem gesamten DFB nochmal Extra-Motivation mit Blick auf die Ende des Jahres anstehende Weltmeisterschaft der Männer.“ Die WM der Männer in Katar findet vom 21. November bis 18. Dezember statt.

Mehr Stimmen zum EM-Finale gibt es hier.

Oberdorf beste junge EM-Spielerin - Mead räumt doppelt ab

Deutschlands Mittelfeld-Abräumerin Lena Oberdorf (20) ist nach dem verlorenen EM-Final-Krimi gegen England (1:2 n.V.) als beste junge Spielerin des Turniers ausgezeichnet worden. Die Trophäe als beste Spielerin des Turniers erhielt Englands Offensivspielerin Beth Mead, die sich auch den Titel als beste Torschützin des Turniers sicherte nach sechs Treffern und fünf Vorlagen vor DFB-Kapitänin Alexandra Popp (sechs Tore, keine Vorlage). Popp hatte das Endspiel am Sonntagabend in Wembley aufgrund von muskulären Problemen verpasst.

DFB-Frauen verlieren EM-Finale gegen England vor Rekordkulisse

Die deutschen Fußballerinnen sanken zu Boden, vergruben ihre Gesichter in den Händen - und auch die herbeigeeilte Alexandra Popp konnte den freien Lauf der Tränen nicht verhindern. Ohne Anführerin Popp haben die DFB-Frauen den ersehnten neunten EM-Titel nach einem Kampf auf Biegen und Brechen knapp verpasst. Der Rekordeuropameister verlor das Finale von Wembley 1:2 (1:1, 0:0) nach Verlängerung gegen Gastgeber England und kassierte damit seine erste EURO-Endspielniederlage.

„Es tut gerade einfach nur schweineweh“ sagte Ersatzkapitänin Svenja Huth in der ARD: „Wir haben 120 Minuten alles gegeben und uns auch vom Rückstand nicht schocken lassen. Leider haben wir uns nicht belohnt.“

Die eingewechselten Ella Toone (62.) und Chloe Kelly (110.) erzielten vor der ohrenbetäubend lauten EM-Final-Rekordkulisse (Frauen und Männer) von 87.192 Zuschauern die Treffer für die Engländerinnen, die ihren ersten großen Titel holten. Lina Magull (79.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen. Mehr zum Spiel gibt es hier

Schock für DFB-Frauen - Popp fällt kurzfristig aus

Schock für die deutschen Fußballerinnen unmittelbar vor dem EM-Finale gegen England: Kapitänin Alexandra Popp musste für das Endspiel kurzfristig wegen muskulärer Probleme passen. Dafür rückte Lea Schüller, die zu Deutschlands Fußballerin des Jahres gewählt worden war, am Sonntagabend in die Startelf.

Die 31 Jahre alte Popp war mit sechs Toren beste Schützin der deutschen Mannschaft bei der EM, beim 2:1 im Halbfinale gegen Frankreich hatte sie doppelt getroffen. Die DFB-Mitteilung kam erst acht Minuten vor dem Anpfiff.

Popp posierte mit ihren Teamkolleginnen auf dem Feld noch für das große Mannschaftsfoto und ging anschließend vom Platz. Von der Europäischen Fußball-Union UEFA wurde sie nicht mehr als Auswechselspielerin geführt. Damit konnte Popp nicht mehr in das Rennen um die Auszeichnung als beste Torschützin des Turniers eingreifen: Die Engländerin Beth Mead hatte bis Anpfiff ebenfalls sechs Treffer erzielt, führte die Wertung aber mit fünf Vorlagen an. Als Spielführerin wurde Popp von Svenja Huth ersetzt.

Ansonsten vertraute Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg allen Spielerinnen, die auch gegen Frankreich in der Startelf standen.

Die deutsche Mannschaftsaufstellung:

Frohms - Gwinn, Hendrich, Hegering, Rauch - Magull, Oberdorf, Däbritz - Huth, Schüller, Brand. - Trainerin: Voss-Tecklenburg

Bühl freigetestet und als Zuschauerin beim Finale dabei

Nationalspielerin Klara Bühl kann das EM-Finale der deutschen Fußballerinnen gegen England am Sonntag (18 Uhr/ARD und DAZN) nach einem negativen Coronatest immerhin als Zuschauerin im Wembley-Stadion verfolgen. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zweieinhalb Stunden vor Anpfiff mitteilte, konnte die Flügelspielerin von Bayern München fünf Tage nach ihrer Infektion freigetestet werden.

Für einen Final-Einsatz kam der negative Test angesichts der erforderlichen medizinischen Untersuchungen zu spät. Die symptomfreie Bühl war am Tag vor dem Halbfinale gegen Frankreich (2:1) positiv getestet worden, für die 21-Jährige war gegen Les Bleues Jule Brand (19) als Außenbahnspielerin in die Startelf gerückt.

Ceferin will in den Frauen-Fußball investieren

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin hat sich für eine Investitions-Offensive in den Frauenfußball starkgemacht. „Wir müssen den Frauenfußball exakt genauso entwickeln wie den Männerfußball. Wir müssen ihn in technischer Hinsicht entwickeln – und wir müssen investieren“, sagte der Chef der Europäischen Fußball-Union auf dem „Finalforum“ vor dem EM-Endspiel zwischen Gastgeber England und Deutschland am Abend in London.

Ceferin will mögliche Geldgeber überzeugen: „Vielleicht sollten einige Leute darüber nachdenken, dass es Sinn macht, in den Frauenfußball zu investieren.“ Die Uefa habe gewusst, dass das EM-Turnier im Fußball-Mutterland „das größte bislang“ werden würde, betonte der 54-jährige Slowene. Es sei außerdem keine Überraschung für ihn gewesen, dass die Qualität des Turniers so hoch gewesen sei.

Ex-Nationalspielerin Nadine Keßler als Leiterin der Uefa-Abteilung Frauenfußball ergänzte: „Wir sind super glücklich, besonders, weil der gezeigte Fußball fantastisch war.“ Allerdings gab die ehemalige Weltfußballerin auch zu, „dass es einfacher ist zu spielen, als ein Turnier zu organisieren“.

So läuft der Finaltag bei den DFB-Frauen

Der Finaltag beginnt für die deutschen Fußballerinnen im noblen Quartier in einem ehemaligen Adelssitz in Watford nordwestlich von London ohne gemeinsames Wecken. „Morgen früh ist individuelles Frühstück. Es gibt Spielerinnen, die stehen früher auf, es gibt Spielerinnen, die schlafen gerne länger“, berichtete Vize-Kapitänin Svenja Huth vor dem Endspiel der Europameisterschaft gegen England am Sonntag (18 Uhr Ortszeit/18 Uhr, ARD und DAZN).

Im Gegensatz zu den bisherigen Turnierspielen zieht sich der Tag nicht ganz so lange für die DFB-Frauen, die bisher drei Stunden später spielten. „Dann wird's einen kurzen Spaziergang und eine Aktivierung geben“, sagte Huth zum weiteren Tagesverlauf. „Gemeinsames Mittagessen. Nochmal kurz die Füße hochlegen und dann mit Vollgas ins Stadion.“ Eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff müssen die Teams in Wembley sein.

Klar ist, dass der Ausklang - wie fröhlich oder traurig er auch immer sein wird - wieder im Teamquartier mit seinem weitläufigen Park und Golfplatz stattfindet. Bei der Ankunft des von der Europäischen Fußball-Union Uefa vorgeschriebenen Endspiel-Hotels hatte Torhüterin Merle Frohms bereits schmunzelnd gesagt: „Ich glaube, Partylocation ist auch vorhanden. Von daher sind die Bedingungen für Sonntag nicht schlecht.“

DFB-Männer schreiben an DFB-Frauen

Die deutsche Männer-Nationalmannschaft hat den DFB-Frauen einen Tag vor dem EM-Finale gegen England (18 Uhr/ARD und DAZN) in einem Brief Mut gemacht. „Einen letzten, großen Schritt müsst ihr noch gehen und wir sind uns sicher, Ihr werdet ihn gehen“, hieß es auf der Website des Deutschen Fußball-Bundes (DFB): „Belohnt euch.“

„Wir sind stolz auf euch. Nicht nur darauf, dass ihr es in dieses Finale geschafft, sondern wie ihr euch da reingespielt habt“, hieß es weiter: „Wir sind stolz auf euch, wie ihr Deutschland in Europa vertretet und unser ganzes Land zu Hause begeistert.“

Durch die bei der EM gezeigten Leistungen gebe das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg „nicht nur dem Frauenfußball einen Push, sondern uns allen.“ Deswegen seien die Spielerinnen „Vorbilder“. Zudem mache es „einfach Spaß, euch als Mannschaft und eure Spiele zu sehen.“

Die „Jungs von der anderen Mannschaft“, wie sich die DFB-Männer selbst betitelten, lobten den Teamgeist bei den DFB-Frauen und versicherten, dass sie am Sonntag mitfiebern werden: „Wembley ist immer etwas Besonderes, und wir freuen uns mit euch darauf!“ Schließlich wolle man die Mannschaft nach einem erfolgreichen Endspiel „noch mal tanzen sehen!“

Bierhoff begeistert von Atmosphäre bei DFB-Frauen

DFB-Geschäftsführer Oliver Bierhoff ist längst ein echter Fan der deutschen Fußballerinnen, die bei der EM in England für Furore gesorgt haben. „Jeder, der zur Frauen-Nationalmannschaft kommt, ist sofort verzaubert von der Atmosphäre“, sagte der 54-Jährige in der Bild am Sonntag.

Er sei 2019 „als Newcomer, ohne besondere Vorkenntnisse zum Frauenfußball“ gekommen, so der EM-Held von 1996: „Die Begeisterung von Horst Hrubesch, der die Nationalmannschaft kurzzeitig trainiert hat, für den Frauenfußball hat mich dann schon beeindruckt.“

Er sei nicht „der größte Frauenfußball-Experte, das will ich gar nicht behaupten“. Bierhoff machte im Gespräch allerdings eine klare Ansage zur künftigen Ausrichtung im Deutschen Fußball-Bund: „Was für mich in meiner Funktion viel wichtiger ist und was wir vorangetrieben haben, ist, dass wir für die Frauen die gleichen Voraussetzungen schaffen wie für die Männer. Sei es bei Trainingsmöglichkeiten, auf Reisen oder bei Experten-Säben.“

Die letzten zwei Jahre seien für die DFB-Frauen „nicht nur Sonnenschein und nur gute Ergebnisse“ gewesen. Bierhoff: „Aber der Glaube an die gute Arbeit, an die Entwicklung der Mannschaft war immer da. Die Akribie, mit der gearbeitet und geplant wird, ist faszinierend.“

Die Spielerinnen und die Trainerinnen und Trainer hätten ihre Chance hervorragend genutzt, um nun die notwendige Aufmerksamkeit zu bekommen. „Sie haben im richtigen Moment gezeigt, zu was sie fähig sind und wie attraktiv Frauenfußball sein kann“, betonte der für die Nationalmannschaften und die Akademie zuständige Ex-Nationalspieler.

Die Atmosphäre hat es Bierhoff bei den deutschen Fußballerinnen besonders angetan. Sie sei „sehr familiär, sehr ehrlich, sportlich“. Auch das Männer-Team stehe voll und ganz hinter den DFB-Frauen. „Als wir das Nations-League-Spiel gegen England in den Trikots der Frauen spielen sollten, war sofort die Unterstützung aus der ganzen Mannschaft da. Ich weiß auch, dass Hansi Flick und Martina Voss-Tecklenburg nach jedem Spiel im Austausch sind“, berichtete Bierhoff.

Bühl wird im Finale fehlen

Die deutschen Fußballerinnen werden das EM-Finale in Wembley ohne Klara Bühl bestreiten. Die Stürmerin des FC Bayern München befindet sich noch in der Corona-Quarantäne und kann am Sonntag (18 Uhr MESZ/ARD und DAZN) gegen England allenfalls noch als Zuschauerin dabei sein. „Sie ist aktuell symptomfrei. Sollte sie negativ getestet sein, kann sie auch ins Stadion“, sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg bei der Abschlusspressekonferenz am Samstag.

Zeitlich wäre es bei einem negativ verlaufenen Corona-Test am Sonntag nicht mehr möglich, dass Bühl im Spielkader ist. „Wir werden uns an das Protokoll der UEFA halten. Das bedeutet, dass erst medizinische Untersuchungen gemacht werden“, sagte Voss-Tecklenburg. „Aber wir würden uns riesig freuen, wenn Klara frei getestet würde und zum Spiel kommen könnte.“

Der DFB hatte am vergangenen Dienstag mitgeteilt, dass die Stürmerin vom FC Bayern München positiv auf das Virus getestet worden war. Nach den UEFA-Regularien ist die 21-Jährige wieder spielberechtigt, wenn sie nach fünf Tagen einen negativen Test vorweist und keine Symptome aufweist.

Bühl war bis zu ihrem Ausfall als Linksaußen im Team des Rekord-Europameisters gesetzt und hatte das so wichtige 1:0 in der Vorrunde gegen Spanien erzielt. Für sie sprang allerdings Kapitänin Alexandra Popp in die Bresche und hat inzwischen sechs Tore bei der EM markiert. Bühl wurde nach dem Umzug des deutschen Teams am Donnerstag von Brentford in ein Hotel nach Watford abgeschottet von ihren Mitspielerinnen in die neue Unterkunft gebracht.

Im Halbfinale gegen Frankreich (2:1) ersetzte die von Hoffenheim nach Wolfsburg wechselnde Jule Brand Bühl im Angriff. Bis auf Bühl kann Bundestrainerin Voss-Tecklenburg im Endspiel auf den kompletten Kader zurückgreifen.

Schult sieht gestiegene Wertschätzung

Nationaltorhüterin Almuth Schult sieht bei der Europameisterschaft in England eine sichtlich gestiegen Wertschätzung für ihren Sport. „Man hat das Gefühl, wir werden gesehen und das endlich als Fußball und nicht als „nur“ der Frauenfußball. Die Zeichen stehen also auf Fortschritt – aber das müssen sie auch, um dem Sport endlich gerecht zu werden“, sagte die 31-Jährige in einer Kolumne für das Redaktonsnetzwerk Deutschland (Samstag) vor dem Endspiel zwischen England und Deutschland am Sonntag (18.00 Uhr MESZ/ARD und DAZN) im Wembley-Stadion von London.

„Viele Prominente unterstützten uns öffentlich über die sozialen Netzwerke und wünschten uns Glück vor dem Spiel. Darunter auch Jürgen Klopp mit einer persönlichen Videobotschaft“, schrieb Schult. Die Olympiasiegerin von 2016 und Europameisterin von 2013, die nach der EM vom VfL Wolfsburg zum Angel City FC in die USA wechselt, verwies auch darauf, dass Bundeskanzler Olaf Scholz und DFB-Präsident Bernd Neuendorf zum Endspiel kommen.

„Das Versprechen unseres DFB-Präsidenten, „Frauenfußball steht ganz oben auf der Agenda“, lässt nun umso mehr auf die Zukunft in Deutschland hoffen. Der Ausblick klingt vielversprechend“, sagte Schult auch mit Blick auf den Bundesliga-Auftakt im großen Frankfurter Stadion am 16. September zwischen der Eintracht und dem FC Bayern.

„Oliver Bierhoff sprach im Vorfeld der EM von der Schaffung gleicher Bedingungen für Männer und Frauen – daran muss sich der Verband messen lassen“, mahnte Schult. Sie hoffe, das EM-Turnier „ist nachhaltig für die Ligen und die Fußballerinnen in Europa“. Schult ist bei der EM Ersatztorhüterin hinter Merle Frohms, die sie nächste Saison in Wolfsburg ersetzen soll.

+++ 29. Juli +++

Popp mit Schnauzbart bei der DFB-PK: „Es wird extrem intensiv“

Alexandra Popp ist vor dem EM-Finale der deutschen Fußballerinnen gegen England offensichtlich ausgesprochen entspannt. Die Kapitänin kam am Freitagnachmittag mit aufgeklebtem Schnauzbart und umgedrehter Baseball-Kappe zur Pressekonferenz – das Satire-Magazin Postillon und das Portal FUMS hatten sie bei Twitter so gezeigt und geschrieben, sie solle als „Alexander Bopp“ auch zur Männer-WM fahren.

„Wir haben beim Frühstück rumgescherzt und gesagt, dass wir das durchziehen“, berichtete die deutsche Top-Stürmerin über ihre Verkleidung: „Deswegen sitzt Lina Magull auch da hinten, sie wollte es nicht glauben.“

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) habe „gute Physios mit Kinesiotape, daraus habe ich mir schnell einen Schnäuzer geschnitten“. Mit der Männer-WM im Winter aber wird es wohl nichts: „Da bin ich noch in der Champions League unterwegs...“

Am Sonntag (18 Uhr/ARD und Dazn) wird es im Londoner Wembley ernst. Popp ist die erste Spielerin der Turnier-Historie, die in fünf aufeinanderfolgenden Endrunden-Einsätzen getroffen hat: Das will sie fortsetzen. „Es wird physisch und mental extrem intensiv“, sagte Popp. Für die 31-Jährige geht es gegen Beth Mead (beide sechs Tore) auch um den Titel der Torschützenkönigin.

Ihre Teamkollegin kann das Finale vor fast 90.000 Fans kaum erwarten. „Am liebsten würden wir sofort spielen. Man weiß gar nicht, wohin mit seinen Emotionen“, sagte Abwehrspielerin Kathrin Hendrich vom VfL Wolfsburg. „Wembley ist immer überragend, da geht es immer um viel Prestige – es gibt nichts Cooleres.“

Für die deutsche Nationalmannschaft geht es um den insgesamt neunten EM-Titel. England hofft auf den ersten Triumph seit dem WM-Titel der Männer 1966.

Schlagzeile zu Popp: Ex-Zootierpflegerin „will Löwinnen zähmen“

Deutschlands Torjägerin und Kapitänin Alexandra Popp ist auch in England groß in den Schlagzeilen. „Ex-zookeeper aims to tame lionesses“, titelte am Freitag die renommierte „The Times“ vor dem Europameisterschafts-Finale am Sonntag (18 Uhr MESZ/ARD und Dazn) im Wembley-Stadion zwischen dem Gastgeber-Team und den DFB-Fußballerinnen: „Ex-Zootierpflegerin will Löwinnen zähmen.“

Popp hat diesen Beruf einst gelernt. Die englische Auswahl wird „Lionesses“ genannt. Drei Löwen sind das Symbol der Nationalmannschaften, das Wappen ist auf dem Trikot eingestickt. Die 31-jährige Popp vom VfL Wolfsburg hat bereits sechs Tore bei der EM erzielt, zuletzt beide beim 2:1 gegen Frankreich im Halbfinale. Einen freien Tag zwischen den Spielen hatte Popp übrigens zu einem Besuch im Londoner Zoo genutzt.

Die Stürmerin selbst fand die Schlagzeile nach eigener Aussage lustig. Auf die Frage bei der Pressekonferenz am Freitag, wie man denn Löwen zähme, meinte sie: „Bring ein paar Steaks mit – mit Futter geht alles.“

US-Botschaft drückt England im Finale die Daumen – mit Hackentor

Das sensationelle Hackentor der englischen Fußballerin Alessia Russo findet auch Anklang bei ansonsten als zurückhaltend geltenden Diplomaten. Der Sprecher der US-Botschaft in London, Aaron Snipe, stellte in einem Videoclip den Treffer aus dem Halbfinale gegen Schweden nach - und trat eine Papierkugel per Hacke durch die Beine einer Kollegin in einen am Boden liegenden Mülleimer. Ungewohnt undiplomatisch machte die Botschaft dabei ihre Unterstützung für die „Lionesses“ (Löwinnen), wie die englische Nationalmannschaft genannt wird, im Finale am Sonntag gegen Deutschland deutlich.

In dem am Freitag veröffentlichten Video ist zu sehen, wie Snipe einen Flur entlang geht, der mit England-Fahnen geschmückt ist. Da reicht ihm die Kollegin mehrere Papiere und mahnt: „Als US-Diplomat können Sie nicht Position beziehen und England im EM-Finale unterstützen.“ Doch der Diplomat zuckt nur mit den Schultern, zerknüllt die Papiere - und verwandelt zu dramatischer Musik und in Zeitlupe den „Ball“.

„Jetzt ist keine Zeit für Diplomatie. Auf geht's, Lionesses“, hieß es auf dem offiziellen Twitter-Account der US-Vertretung. „Wembley ist noch mehr als 48 Stunden entfernt - zurück an die Arbeit, Aaron Snipe!“, kommentierte Botschafterin Jane Hartley - und fügte in Klammern hinzu: „Auf geht's, Lionesses!“ Auch die deutsche Botschaft in London mischte sich ein: „Wir lieben den Clip - können den Sonntag kaum erwarten!“ Das Auswärtige Amt forderte unterdessen die US-Botschafter in Berlin augenzwinkernd auf, ebenfalls Stellung zu beziehen: „Was ist mit Euch, Leute?“

Festlicher Empfang für DFB-Frauen am Montag

Die deutschen Fußballerinnen werden sich ihren Fans am Montag unabhängig vom Ausgang des EM-Finals auf dem Rathausbalkon am Frankfurter Römer präsentieren. Das gab die Stadt am Freitag in ihrem Presse-Newsletter bekannt. Der festliche Empfang ist demnach für den Nachmittag vorgesehen. Die ARD überträgt live ab 16.10 Uhr den offiziellen Empfang auf dem Römer.

Die deutsche Nationalmannschaft spielt gegen Gastgeber England am Sonntag (18 Uhr/ARD und Dazn) im Londoner Wembley-Stadion vor fast 90.000 Fans um ihren neunten EM-Titel. Die Begeisterung in der Heimat ist groß: Bereits das Halbfinale gegen Frankreich (2:1) am Mittwoch haben durchschnittlich mehr als zwölf Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer im ZDF verfolgt.

Ukrainische Schiedsrichterin Monzul leitet EM-Finale in Wembley

Die ukrainische Schiedsrichterin Kateryna Monzul leitet am Sonntag (18 Uhr MESZ/ARD und Dazn) im Wembley-Stadion das EM-Finale zwischen England und Deutschland. Dies gab die Europäische Fußball-Union Uefa am Freitag bekannt und setzte damit ein politisches Zeichen: Monzul war einige Wochen nach Kriegsausbruch in ihrer Heimat nach Italien geflohen.

Die 41-Jährige hatte in der Ukraine – als erste Frau – auch schon Spiele der obersten Männerliga gepfiffen. Ihre Final-Assistentin Maryna Striletska kommt ebenfalls aus der Ukraine. Weitere Assistentin ist Paulina Baranowska aus Polen, die Vierte Offizielle Stéphanie Frappart as Frankreich. Für Monzul ist es bereits die vierte Frauen-EM, beim Turnier in England leitete sie bisher drei Partien.

DFB-Pokalfinale der Frauen bleibt bis mindestens 2025 in Köln

Das DFB-Pokalfinale der Frauen wird bis mindestens zum Jahr 2025 weiter in Köln ausgetragen. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund am Freitag mit. Nachdem die Endspiele viele Jahre lang vor den Männer-Finals im Berliner Olympiastadion stattfanden, gibt es seit 2010 dafür eine eigene Veranstaltung in Köln. Der Standort sei optimal für die Austragung, sagte die DFB-Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball, Sabine Mammitzsch, in der Mitteilung.

„Seit seiner Premiere 2010 hat sich das Gesamtkonzept des Spitzensports in einem tollen Stadion und das attraktive Rahmenprogramm für die ganze Familie bewährt“, sagte Mammitzsch. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker betonte, gemeinsam sei es seit 2010 gelungen, das eigenständige DFB-Pokal-Finale der Frauen zu einer jährlichen Highlight-Veranstaltung im nationalen Sportkalender zu entwickeln.

Das nächste DFB-Pokal-Endspiel der Frauen findet am 18. Mai 2023 statt, es wird bereits die 14. Auflage im Rhein-Energie-Stadion sein.

+++28. Juli+++

Baerbock will „strukturelle Diskriminierung“ im Sport bekämpfen

Außenministerin Annalena Baerbock erhofft sich von einem möglichen EM-Titelgewinn der deutschen Fußballerinnen einen „großen Push für den deutschen Frauenfußball und gegen die strukturelle Diskriminierung, die wir nach wie vor dort haben“. Zudem sprach sich die Grünen-Politikerin bei ihrem Besuch in Griechenland am Donnerstag für die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern im Fußball in Deutschland aus: „Equal Pay im Frauenfußball und in anderen Sportarten ist nicht abgetan durch schöne Überschriften, sondern es sind strukturelle Dinge, die wir angehen müssen.“

Als Beispiel nannte Baerbock reine Frauenfußball-Vereine, die im Vergleich zu großen Vereinen mit starken Männermannschaften „strukturell benachteiligt“ würden. Als Vorbild in der Debatte um Equal Pay sieht die 41-Jährige Spanien und England, die „in der Profiliga feste Gehälter zahlen, damit man als Profifußballerin nicht nebenbei noch seinen Lebensunterhalt verdienen muss“. Man dürfe im Profifußball nicht „zwischen Männern und Frauen unterscheiden“.

Den deutschen Fußballerinnen, die am Mittwoch durch ein 2:1 gegen Frankreich ins EM-Finale gegen England am Sonntag eingezogen waren, übermittelte die Politikerin einen „herzlichen Glückwunsch“. Das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg habe sich trotz der „strukturellen Nachteile“ gegen „taffe Gegnerinnen“ durchgesetzt.

Kanzler gratuliert DFB-Auswahl und reist zum EM-Finale nach London

Bundeskanzler Olaf Scholz hat die deutschen Fußballerinnen zum Einzug ins EM-Finale beglückwünscht und hofft darauf, am Sonntag in London den Titelgewinn live im Stadion erleben zu können. „Das war eine großartige Leistung“, schrieb der SPD-Politiker in der Nacht zum Donnerstag auf Twitter. „Ich freue mich darauf, nach London zu fahren und das deutsche Team im Traumfinale gegen die Gastgeberinnen aus England im Wembley-Stadion zu unterstützen.“

Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) will wie schon bei den vorigen K.o.-Spielen auf der Tribüne dabei sein. Das bestätigte eine Sprecherin der Rheinischen Post.

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen beim EM-Finale in Wembley

Der englische Fußballverband (FA) hat vor dem EM-Finale der Frauen zwischen England und Deutschland am Sonntag verstärkte Sicherheitsmaßnahmen angekündigt, um Störungen jeglicher Art zu verhindern. Die FA will vermeiden, dass es rund um die mit 90.000 Zuschauern ausverkaufte Partie im Londoner Wembley-Stadion zu ähnlichen Szenen kommt wie im vergangenen Jahr.

Beim EM-Finale der Männer zwischen England und Italien war es vor dem Stadion zu Ausschreitungen gekommen, als sich Hunderte von Chaoten ohne Eintrittskarten Zugang zum Stadion verschaffen wollten und damit zum Teil auch erfolgreich waren. Vor dem Stadion sollen ein hohes Aufgebot von Polizei und Sicherheitskräften sowie ein Alkoholverbot für Ordnung sorgen.

„Die Sicherheit der Fans im Wembley-Stadion ist von größter Bedeutung“, sagte eine Wembley-Sprecherin der Nachrichtenagentur PA: „Wir haben robuste Sicherheitsmaßnahmen vor, während und nach der Veranstaltung im Stadion getroffen.“

Die seit 19 Spielen ungeschlagenen, noch titellosen Engländerinnen stehen erstmals seit 2009 wieder im Endspiel der EM. Damals verlor das Team in Helsinki mit 2:6 gegen Rekord-Europameister Deutschland. Die DFB-Auswahl bestreitet am Sonntag in Wembley ihr neuntes Finale und hat bislang noch keins verloren.

Baumgart freut sich auf Finale: „Mannschaft macht einen riesen Job“

Steffen Baumgart freut sich auf den nächsten Auftritt der DFB-Frauen im EM-Finale gegen England. „Die Mannschaft macht einen riesen Job. Sie haben sich von Spiel zu Spiel gesteigert. Deswegen glaube ich, dass sie das noch krönen können“, sagte der Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln am Donnerstag. „Jetzt geht es darum, im Finale noch mal alles rauszuhauen. Ich traue ihnen viel zu, und deswegen ist es auch schön anzusehen“, befand Baumgart.

Nach EM-Aus: Diacre soll französische Nationaltrainerin bleiben

Trotz des Ausscheidens im EM-Halbfinale soll Corinne Diacre (47) den französischen Fußballerinnen als Nationaltrainerin erhalten bleiben. Das kündigte Verbandspräsident Noel Le Graet einen Tag nach der Niederlage gegen Deutschland (1:2) im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP an.

Demnach solle Diacre ein neuer Vertrag bis zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris angeboten werden. „Mit Corinne sind wir auf dem richtigen Weg. Es war schwieriger, aber wir machen Fortschritte. Ich sehe keinen Grund, warum wir uns nicht einigen sollten“, sagte Le Graet.

Der Vertrag von Diacre, die seit 2017 im Amt ist, läuft nach der Europameisterschaft aus. Der Verbandspräsident hatte das Halbfinale als Minimalziel ausgegeben.

Top-Quote im ZDF – Über 12 Millionen Menschen sehen Finaleinzug der DFB-Frauen

Der Finaleinzug der deutschen Fußballerinnen bei der EM in England hat für eine Rekordquote gesorgt. Den 2:1-Erfolg im Halbfinale gegen Frankreich sahen am Mittwochabend in der Live-Übertragung des ZDF 12,19 Millionen Fans. Der Marktanteil betrug 47,2 Prozent, damit war die Partie die meistgesehene Sendung des Abends.

Das Finale gegen England wird am Sonntag um 18 Uhr bei ARD und Dazn übertragen. Die Werte des Halbfinals sind die Topwerte des Turniers. Das Viertelfinale gegen Österreich (2:0) hatten bei einem Marktanteil von 38,2 Prozent 9,5 Millionen Zuschauer in der ARD gesehen.

Meist gesehenes Spiel der Gruppenphase war das ebenfalls in der ARD übertragene 2:0 gegen Spanien mit 8,02 Millionen. Das Auftaktspiel gegen Dänemark (4:0) hatten 5,95 Millionen verfolgt, das 3:0 zum Abschluss der Gruppenphase gegen Finnland sahen am vergangenen Samstag 5,76 Millionen. Beide Male war das ZDF der übertragende Sender gewesen.

Kanzler Scholz gratuliert DFB-Auswahl – und reist zum EM-Finale nach London

Bundeskanzler Olaf Scholz hat die deutschen Fußballerinnen zum Einzug ins EM-Finale beglückwünscht und hofft darauf, am Sonntag in London den Titelgewinn live im Stadion erleben zu können. „Das war eine großartige Leistung“, schrieb der SPD-Politiker in der Nacht zum Donnerstag auf Twitter. „Ich freue mich darauf, nach London zu fahren und das deutsche Team im Traumfinale gegen die Gastgeberinnen aus England im Wembley-Stadion zu unterstützen.“

Das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hatte sich zuvor im Halbfinale der Europameisterschaft in Milton Keynes mit 2:1 (1:1) gegen Frankreich durchgesetzt. Es trifft nun am Sonntag (18 Uhr MESZ/ARD und Dazn) im Londoner Wembley-Stadion auf die englische Auswahl.

DFB-Präsident Neuendorf: „Das ist ein großer Erfolg“

DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat den Triumphzug der deutschen Fußballerinnen bis ins EM-Finale als „großen Erfolg“ für die Wahrnehmung des Frauenfußballs bewertet. „Wir haben immer gesagt, wir wollen für den Frauenfußball mehr Sichtbarkeit, und mehr Sichtbarkeit als Wembley vor 90.000 geht eigentlich gar nicht“, sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Milton Keynes nach dem 2:1 (1:1) im Halbfinale gegen Frankreich.

Es brauche dazu „Gesichter“, zu denen sich die Nationalspielerinnen beim Turnier entwickelt hätten. „Das sind Spielerinnen, die einer größeren Öffentlichkeit wahrscheinlich vor wenigen Wochen noch gar nicht so bekannt waren und die auf einmal in aller Munde sind. Das ist genau das, was wir uns wünschen und brauchen“, lobte Neuendorf: „Das sind Botschafterinnen für den Frauenfußball insgesamt.“

Nötig seien wie bei den Männern „Vorbilder, die einen großen Bekanntheitsgrad haben, durch die Kinder und Jugendliche in die Vereine gezogen werden. Das ist hier super gelungen.“ Auch die Verdienste des Trainerstabs um Martina Voss-Tecklenburg würdigte der 61-Jährige.

Voller Vorfreude blickte der DFB-Boss auf das Duell mit den Gastgeberinnen am Sonntag (18 Uhr/ARD und Dazn): „Deutschland gegen England in Wembley ist ja schon legendär.“

Auf entsprechende Nachfrage nach einer möglichen Erhöhung der EM-Prämien verwies Neuendorf auf die abgeschlossenen Verhandlungen. „Wir freuen uns jetzt auf das Finale und das ist das Primäre: Den Pokal in die Luft zu recken. Das ist das Allerwichtigste.“

Bundestrainerin hofft auf Rückkehr von Klara Bühl zum EM-Finale

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hat noch Hoffnung, dass sich Stürmerin Klara Bühl rechtzeitig vor dem EM-Finale der deutschen Fußballerinnen gegen England freitesten kann. „Das muss man abwarten, ob sie zurückkommen kann. Sie hat ja keine Symptome. Und wenn sie negativ ist, dann ist sie ein Thema für uns. Da gucken wir von Tag zu Tag“, sagte die 54-Jährige nach dem 2:1-Sieg der DFB-Frauen im Halbfinale gegen Frankreich am Mittwochabend.

Bühl hatte bei der Partie in Milton Keynes gefehlt. Die 21-Jährige vom FC Bayern München war positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie der DFB am Dienstag mitteilte. Das Uefa-Protoll bei der Europameisterschaft in England schreibt vor, dass sich Spielerinnen in solchen Fällen nach fünf Tagen und bei Symptomfreiheit freitesten können. „Die Lara freut sich auf uns. Wir schauen mal, was da passiert in den nächsten Tagen“, sagte Voss-Tecklenburg. Ihre Mannschaft spielt am Sonntag (18 Uhr MESZ/ARD und Dazn) im Wembley-Stadion von London gegen Gastgeber England um den Titel.

+++28. Juli+++

Bühl meldet sich aus der Corona-Isolation: „Werden Feuerwerk abfackeln“

Nationalspielerin Klara Bühl hat sich vor dem EM-Halbfinale der deutschen Fußballerinnen gegen Frankreich am Mittwochabend (21 Uhr/ZDF und Dazn) mit einem Videogruß aus der Corona-Isolation zu Wort gemeldet. „Ich bin mir sicher, sie werden heute ein Feuerwerk abfackeln“, sagte die 21-Jährige von Bayern München in einem Twitter-Clip und schloss mit der Botschaft: „Auf geht's, Deutschland!“

Flügelspielerin Bühl, die in den vier bisherigen EM-Spielen immer in der deutschen Startelf stand, war am Tag vor dem Prestigeduell in Milton Keynes positiv auf das Coronavirus getestet und vom Team isoliert worden. Nach Torjägerin Lea Schüller (Bayern München) ist es der zweite Fall im deutschen Team.

Voss-Tecklenburg will bis 2027 bleiben – England hält Druck stand

Frauen-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg kann sich gut vorstellen, ihren nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2023 auslaufenden Vertrag langfristig zu verlängern. „Ich hätte richtig Lust darauf“, sagte die 54-Jährige der „Sport-Bild“ (Mittwoch). Voss-Tecklenburg sorgt aktuell mit der Frauen-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in England für großes Aufsehen und hat das Team bis ins Halbfinale an diesem Mittwoch gegen Frankreich geführt.

„Wenn ich weiter ein Teil davon sein darf, dann wäre das ein großes Geschenk und Privileg. Ich glaube, diese EM hilft schon, wenn wir uns Ende des Jahres zusammensetzen, um zu besprechen, wie es weitergeht“, meinte die ehemalige Nationalspielerin.

Joti Chatzialexiou, der Sportlichen Leiter Nationalmannschaften, sagte: „Es ist gut zu hören, dass Martina ihre Zukunft als Bundestrainerin sieht. Es war uns wichtig, diese EM zu spielen. Nach dem Turnier werden wir miteinander sprechen.“ Der 46-Jährige meinte weiter: „Ich würde ungern mit einem auslaufenden Vertrag der Bundestrainerin in eine Weltmeisterschaft gehen. Es steht außer Frage: Wir werden dem DFB-Präsidium die sportliche Empfehlung geben, den Vertrag von Martina zu verlängern!“

Voss-Tecklenburg sagte, man habe im Trainerteam schon eine Vision Richtung 2027 - dann soll Deutschland gemeinsam mit den Niederlanden und Belgien die Weltmeisterschaft ausrichten. „Wenn ich wirklich bis 2027 Bundestrainerin sein dürfte, dann bin ich 60…“, meinte Voss-Tecklenburg.

Deutschland trifft bei der EM am Mittwochabend im Halbfinale auf Frankreich. Gastgeber England hat das Endspiel am Sonntag im Londoner Wembley-Stadion durch einen 4:0-Erfolg am Dienstag über Schweden bereits erreicht.

+++26. Juli+++

England zaubert sich ins Finale

Die englischen Fußballerinnen haben sich ihren großen Traum von Wembley an einem perfekten Abend erfüllt. Die Lionesses gewannen ihr Halbfinale bei der Heim-EM gegen Schweden glanzvoll mit 4:0 (1:0) und stehen am Sonntag (18.00 Uhr/ARD und DAZN) im Londoner Stadiontempel vor fast 90.000 Fans im Endspiel. Die Euphorie ist riesig. Der Finalgegner wird am Mittwoch im Duell zwischen Deutschland und Frankreich ermittelt.

Beth Mead brachte das Team von Trainerin Sarina Wiegmann, das erhebliche Anlaufprobleme hatte, in der 34. Minute vor 28.624 Zuschauern in Sheffield in Führung. Für Mead war es das sechste Turniertor. Lucy Bronze gelang das 2:0 (48.), ehe Alessia Russo (68.) das legendäre Stadion Bramall Lane mit einem sensationellen Hackentor endgültig in eine Partyzone verwandelte. „Football is coming home“, sangen die Fans, Fran Kirby (76.) legte sogar noch nach.

England, das zuletzt dreimal in Folge bei großen Turnieren in der Vorschlussrunde ausgeschieden war, steht zum dritten Mal nach 1984 und 2009 im EM-Finale. Am Sonntag wollen die „Löwinnen“ die seit dem WM-Triumph der Männer 1966 titellose Zeit für das Mutterland des Fußballs beenden.

Die Engländerinnen, nun seit 19 Spielen ungeschlagen, starteten mit derselben Aufstellung wie im Viertelfinale gegen Spanien. Bei den Schwedinnen gab es zwei Veränderungen im Vergleich zum Niederlande-Spiel. Eine Neue hätte nach 22 Sekunden fast für die Führung gesorgt, doch Sofia Jakobsson scheiterte an der stark reagierenden Mary Earps. Auch in der Folge blieb Schweden mutig und hatte durch Stina Blackstenius und Fridolina Rolfö sehr gute Chancen.

Den Lionesses war dagegen der große Druck anzumerken, sie agierten zunächst nervös und leisteten sich gegen früh attackierende Schwedinnen viele Fehler. Umso überraschender fiel das 1:0, bei dem Mead die erste Konfusion in Schwedens Abwehr eiskalt ausnutzte. Der Treffer hatte befreiende Wirkung.

England bestimmte nun das Geschehen und erwies sich bei einem Kopfball von Bronze erneut als äußerst effizient. Lauren Hemp vergab vor dem leeren Tor die Entscheidung, diese holte die eingewechselte Russo nach. Schweden hatte nichts mehr entgegenzusetzen.

Nationalspielerin Klara Bühl vor Halbfinale positiv getestet

Fußball-Nationalspielerin Klara Bühl ist einen Tag vor dem EM-Halbfinale positiv auf das Coronavirus getestet worden und wird die Partie gegen Frankreich verpassen. Dies teilte der DFB am Dienstag mit. „Sie ist aktuell symptomfrei und wurde umgehend isoliert. Weitere Testungen des kompletten Teams und Staff fielen negativ aus“, hieß es vom Verband. Die 21 Jahre alte Offensivspielerin des FC Bayern München hatte bisher alle vier Spiele von Anfang an bestritten und beim 2:0-Sieg gegen Spanien auch ein Tor erzielt.

Bei der EM war bereits Torjägerin Lea Schüller positiv auf das Virus getestet worden. Sie ist inzwischen wieder aus der Quarantäne entlassen. Mit Ausnahme von Bühl stehen Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg alle Akteurinnen zur Verfügung. Bühl könnte am Mittwoch (21.00 Uhr MESZ/ZDF und DAZN) von Jule Brand ersetzt werden.

Mehr TV-Zuschauer als je zuvor

Die Fußball-EM der Frauen in England bricht jegliche Zuschauerrekorde. Wie die Uefa am Dienstag mitteilte, lockte das Turnier mehr Menschen vor die TV-Bildschirme als jemals eine Frauen-EM zuvor. Bereits bei den Fans in den Stadien war die EM in England in bisher unbekannte Sphären vorgestoßen.

Im Vergleich zur EM in den Niederlanden 2019 verfolgten 58 Prozent mehr Zuschauer das Turnier vor ihrem Fernseher, der vorherige Rekord von 164 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern ist bereits nach den Viertelfinalspielen übertroffen. Besonders erfreulich für die Uefa: Auch mehr neutrale Fans, die nicht eine bestimmte Nation unterstützen, verfolgen die EM live.

„Diese hervorragenden TV-Zuschauerzahlen zeigen die enorme Strahlkraft des Turniers sowie die starke Entwicklung des Frauenfußballs in den vergangenen Jahren“, sagte Uefa-Marketingdirektor Guy-Laurent Epstein. Auch in den Sozialen Netzwerken verzeichnete das Turnier einen Rekord an Interaktionen.

+++ 25. Juli +++

DFB-Frauen bereit für Halbfinale gegen Frankreich

Zwei Tage vor dem Europameisterschafts-Halbfinale gegen Frankreich hat das deutsche Team in voller Besetzung trainiert. „Es sind alle fit. Wir haben das Glück, dass alle unsere 23 Spielerinnen dabei sind“, sagte Britta Carlson, die Assistentin von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, am Montag in Brentford. Die deutschen Fußballerinnen spielen am Mittwoch (21.00 Uhr MESZ/ARD und DAZN) in Milton Keynes um den Einzug ins Endspiel am kommenden Sonntag im Wembley-Stadion von London.

Auch Almuth Schult sei wieder „nahezu gesund“, sagte die 44 Jahre alte Carlson. Die Ersatztorhüterin hatte zuletzt beim 2:0 im Viertelfinale gegen Österreich wegen eines grippalen Infekts gefehlt. Torjägerin Lea Schüller war nach ihrer Corona-Quarantäne da schon wieder dabei, kam aber nicht zum Einsatz.

Die deutsche Mannschaft geht optimistisch in das Duell gegen Frankreich, „Sie haben schon Gegentore bekommen, sie sind nicht zu null in diesem Halbfinale und auch verwundbar, das wissen wir, und das wollen wir ausnutzen“, sagte Carlson.

In den drei Gruppenspielen kassierte Frankreich jeweils einen Gegentreffer. Der Rekordeuropameister aus Deutschland hingegen hat noch eine makellose Bilanz von 11:0 Toren.

Defensiv sei besondere Beachtung auf das starke Flügelspiel der Französinnen zu legen. „Unser Ziel ist, ihre Stärken gar nicht so arg zu Entfaltung kommen zu lassen“, erläuterte Rechtsverteidigerin Giulia Gwinn: „Wir wollen auch unsere Defensivlust zeigen, um Frankreich die Lust an der Offensive zu nehmen.“

Gwinn berichtete zudem von einem gemeinsamen Teamabend in London. „Wir sind mit allen Spielerinnen und allen vom Staff zur Towerbridge gefahren und haben dort in einem Restaurant sehr, sehr leckeres Essen bekommen und einfach mal den Abend abseits des Hotels genossen“, sagte die 23-Jährige vom FC Bayern. „Es tat allen gut, die Stimmung war super.“

Beim Training sei die Stimmung allerdings etwas geteilt gewesen, meinte Gwinn schmunzelnd: „Wir hatten heute Morgen eine Trainingseinheit, wo wir Jung gegen Alt gespielt haben - und bei der Jung nicht so gut abgeschnitten hat.“

Dass Deutschland nach dem Viertelfinale gegen Österreich (2:0) zwei Tage mehr Pause hatte als Les Bleues (1:0 n.V. gegen die Niederlande), bezeichnete Carlson als Vorteil: „Wir konnten so den Spielerinnen ein bisschen Freizeit geben. Das hat uns gut getan.“ Das galt auch für den gemeinsamen Teamabend am Sonntag in einem Restaurant an der Tower Bridge.

+++ 24. Juli +++

Schult zurück im Teamtraining der DFB-Frauen

Ersatztorhüterin Almuth Schult ist bei den deutschen Fußballerinnen drei Tage vor dem EM-Halbfinale gegen Frankreich (Mittwoch, 21.00 Uhr/ZDF und DAZN) ins Training zurückgekehrt. Am Sonntag konnte die 31-Jährige nach einem fiebrigem Infekt zumindest dosiert wieder auf der Anlage des Grasshoppers RFC mitwirken. Seit Dienstag hatte die Nummer zwei hinter Merle Frohms aufgrund der Erkrankung pausiert.

Bei der Einheit am Nachmittag sorgte bei stärkeren Winden ein 40 km entfernter Brand in einem Naturschutzgebiet für eine leichte Geruchsbelästigung. Nach extremer Dürre war es auch im Londoner Stadtgebiet zuletzt häufiger zu Grasbränden gekommen.

Französischer Mannschaftsbus mit Steinen beworfen

Auf dem Weg zum EM-Viertelfinale gegen die Niederlande im englischen Rotherham ist der Mannschaftsbus der französischen Fußballerinnen mit einem Stein beworfen worden. Ein unbekannter männlicher Jugendlicher habe den Stein in Sheffield in ein Fenster des Busses geworfen und dieses beschädigt, hieß es von der South Yorkshire Police am Sonntag auf dpa-Anfrage. Es sei aber niemand verletzt worden. Die Ermittlungen der Polizei dauerten am Sonntag an, die Gründe für den Angriff waren zunächst unklar.

Das französische Team hatte die Niederlande am Samstagabend in Rotherham mit 1:0 besiegt und trifft damit am Mittwoch im Halbfinale auf die deutsche Nationalmannschaft.

Frankreich wird Halbfinal-Gegner der DFB-Frauen

Frankreich ist der Halbfinalgegner der deutschen Fußballerinnen bei der Europameisterschaft in England. Das deutlich überlegene Team um Kapitänin Wendie Renard setzte sich am Samstagabend im Viertelfinale gegen den Titelverteidiger und WM-Zweiten Niederlande mit 1:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung durch. Damit spielen die Französinnen am Mittwoch (21 Uhr MESZ/ZDF und Dazn) in Milton Keynes gegen die DFB-Frauen um den Einzug ins Endspiel, das am 31. Juli im Wembley-Stadion von London ausgetragen wird.

Im New York Stadium von Rotherham traf Eve Perisset erst in der 102. Minute per Foulelfmeter für die Auswahl von Trainerin Corinne Diacre. Frankreich steht damit zum ersten Mal in seiner EM-Historie unter den besten Vier.

Auch ohne ihre Starstürmerin Marie-Antoinette Katoto (Kreuzbandriss) machten die Französinnen von Anfang an Druck, vergaben aber jede Menge Chancen: Sandie Toletti knallte freistehend aus zehn Metern den Ball auf die Ränge, Delphine Cascarino traf den Pfosten, dann rettete eine Niederländerin beim Schuss von Melvine Malard auf der Torlinie.

Das Oranje-Team konnte wieder Rekordtorjägerin und Kapitänin Vivianne Miedema einsetzen. Die 26-Jährige vom FC Arsenal hatte die beiden letzten Gruppenspiele aus der Corona-Quarantäne verfolgen müssen. Die frühere Bayern-Spielerin blieb aber weitgehend wirkungslos. In der Oranje-Startelf standen mit Dominique Janssen, die den entscheidenden Strafstoß verursachte, und Lynn Wilms auch zwei Spielerinnen vom deutschen Meister VfL Wolfsburg sowie Lineth Beerenstyn vom FC Bayern, für die nach der Pause die Wolfsburgerin Jill Roord stürmte.

Nach der Pause sorgte die 1,87 große Abwehrchefin Renard vom Champions-League-Sieger Olympique Lyon mit einer Reihe von Kopfbällen für Gefahr. Einen davon lenkte Torhüterin Daphne van Domselaar kurz vor Ende der regulären Spielzeit gerade noch so um den Pfosten.

Frankreichs Frauen: Kein Nachteil durch kürzere Vorbereitung

Trotz der kürzeren Vorbereitungszeit gehen Frankreichs Fußballerinnen zuversichtlich in das EM-Halbfinale gegen Deutschland. „Wenn du gewinnst, erholst du dich immer schneller“, sagte Trainerin Corinne Diacre nach dem 1:0-Viertefinal-Sieg ihres Teams nach Verlängerung gegen Titelverteidiger Niederlande am Samstagabend in Rotherham. „Wir werden wie gewohnt vorgehen. Wir werden uns anpassen.“

Ihr Team hat vor der Partie am Mittwoch (21 Uhr MESZ/ZDF und Dazn) in Milton Keynes zwei Tage weniger Vorbereitung als der Rekord-Europameister: Die DFB-Frauen waren bereits am Donnerstag mit dem 2:0 gegen Österreich ins Halbfinale eingezogen.

Im New York Stadium traf Eve Perisset erst in der 102. Minute per Foulelfmeter für die hoch überlegene Auswahl von Diacre. Frankreich steht damit zum ersten Mal in seiner EM-Historie unter den besten Vier. „Dieser Elfmeter, das ist kein Glücksfall, den haben wir rausgeholt. Dann brauchte es die ganze Erfahrung, die Weisheit von Wendie Renard, um den Elfmeter Eve zu überlassen“, sagte Diacre in „L'Équipe“. Eigentlich war Kapitänin Renard als Schützin vorgesehen.

Bei den Niederlanden war der Frust nach dem Ausscheiden groß. Das Oranje-Team hatte lange Glück, dass der Gegner zahlreiche Chancen liegen ließ. „Der Traum der Oranje-Löwinnen auf die Titelverteidigung ist brutal in Scherben gefallen“, schrieb „De Telegraaf“.

Vor allem für Stürmerstar Vivianne Miedema war es ein ganz bitterer Abend. Sie war zuvor neun Tage in Corona-Quarantäne und nach ihrem Auftritt total erschöpft. „Ich bin leer, ich will einfach nach Hause“, sagte die 26-Jährige vom FC Arsenal. „Für mich ist die EM einfach total Scheiße gelaufen.“

Voss-Tecklenburg: Frankreich ein „tougher“ Halbfinalgegner

Fußball-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg erwartet im EM-Halbfinale gegen Frankreich am Mittwoch (21 Uhr/ZDF und Dazn) eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe. „Es ist ein tougher Gegner“, sagte Voss-Tecklenburg, nachdem die Französinnen den Titelverteidiger Niederlande am Samstagabend mit 1:0 (0:0) nach Verlängerung bezwungen hatten.

„Wir wissen, dass Frankreich eine enorme Qualität hat in den Umschaltmomenten, fantastische Einzelspielerinnen mit ganz viel Tempo“, führte die 54-Jährige aus. „Von daher müssen wir uns jetzt gut darauf vorbereiten und versuchen, ihnen wenig Räume zu geben, was natürlich eine große Herausforderung ist.“

Dennoch erwarte sie „ein Spiel auf Augenhöhe“ und gehe davon aus, „dass Frankreich auch Respekt hat vor unserer gezeigten Leistung“. Die DFB-Auswahl war am Donnerstag durch ein 2:0 (1:0) gegen Österreich ohne Gegentor ins Halbfinale eingezogen. Für Frankreich sorgte Eve Perisset (102.) in Rotherham per Foulelfmeter für die Entscheidung im Duell mit dem Oranje-Team.

Nachricht von Merkel an Voss-Tecklenburg: „Alles Gute“ gewünscht

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg erhält nach jedem Spiel bei der Europameisterschaft der Fußballerinnen in England eine Nachricht von Angela Merkel. Auch nach dem Halbfinal-Einzug habe die Ex-Bundeskanzlerin am Freitagmorgen geschrieben, sagte Voss-Tecklenburg (54) der „Bild am Sonntag“. „Sie hat uns zum Einzug ins Halbfinale gratuliert, alle herzlich grüßen lassen und wünscht uns weiterhin alles Gute.“

Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bunds hatte mit einem 2:0 gegen Österreich das Halbfinale erreicht und trifft am Mittwoch in Milton Keynes auf Frankreich.

Nach der Weltmeisterschaft 2019, bei der das deutsche Team im Viertelfinale ausgeschieden war, sei sie von Merkel persönlich eingeladen worden, berichtete Voss-Tecklenburg. „Wir saßen bei Kaffee und Tee über eine Stunde bei ihr im Büro zusammen. Wir unterhielten uns nicht nur über Fußball, sondern auch über politische Themen. Danach haben wir uns immer mal geschrieben. Selbst in schwierigsten Zeiten und größten Krisen kam immer was von ihr zurück.“ Diesen Kontakt hätten sie bis heute aufrechterhalten.

+++++23. Juli+++++

Ex-Weltfußballerin Keßler sieht DFB-Frauen als Titelfavorit

Die Uefa-Funktionärin und frühere Weltfußballerin Nadine Keßler sieht die deutschen Fußballerinnen als größten Titelkandidaten bei der Europameisterschaft. „Ich glaube, wer die deutsche Mannschaft gesehen hat, der muss ganz ehrlich sagen, dass sie Topfavorit sind“, sagte die 34-Jährige in einem ZDF-Interview vor dem Halbfinalspiel Frankreich gegen Niederlande am Samstagabend. Die Mannschaft von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg sei „wirklich die große Nummer hier, und es wird schwer, sie zu schlagen.“

Keßler gewann mit dem VfL Wolfsburg dreimal die Champions League und war 2013 Europameisterin mit der DFB-Auswahl. Vor der letzten Turnierwoche in England zog die Frauenfußball-Abteilungsleiterin der Europäischen Fußball-Union ein hochzufriedenes vorläufiges Fazit. „Ich glaube, die EM setzt ein klares Zeichen, wo wir hin wollen.“ Das Turnier sei auf einem ganz anderen Niveau als die bisherigen Europameisterschaften. „Jetzt freuen wir uns auf die letzten Spiele und hoffen, dass diese Begeisterung nochmal richtig Fahrt aufnimmt“, sagte Keßler.

+++++22. Juli+++++

Schwedens Fußball-Frauen bejubeln EM-Halbfinale

Der Einzug ins Halbfinale der Europameisterschaft dank des Last-Minute-Treffers von Linda Sembrant hat Schwedens Fußballerinnen emotional überwältigt. „Totaler Wahnsinn“ sei es gewesen, sagte die Siegtorschützin dem schwedischen Sender SVT. Die 35-jährige Abwehrspielerin von Juventus Turin hatte am Freitagabend in Leigh die Schwedinnen mit ihrem Treffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum 1:0 (0:0)-Erfolg im Viertelfinale gegen Außenseiter Belgien geschossen.

„Absolut unglaublich“, befand Stina Blackstenius, deren schön herausgespieltes Tor in der 27. Minute nach Videobeweis wegen einer Abseitsstellung aberkannt worden war. So mühte sich der Favorit trotz großer Überlegenheit gegen die tapfer kämpfenden und vor allem defensiv starken Belgierinnen zu einem Zittersieg.

„Ich kann gar nicht beschreiben, wie es sich angefühlt hat, es waren so viele Emotionen auf einmal“, sagte Magdalena Eriksson, die beim FC Chelsea unter Vertrag ist, der Zeitung „Dagens Nyheter“. „Ich habe mich noch nie nach einem Tor gefühlt, als wollte ich anfangen zu weinen, aber heute war es so.“ Die mentale Stärke und der Zusammenhalt des schwedischen Teams sei sehr besonders.

Schweden war als drittes Team nach England und Deutschland ins EM-Halbfinale eingezogen. Der Titelgewinner von 1984 spielt nun am Dienstag in Sheffield gegen Gastgeber England um den Einzug ins Endspiel am 31. Juli im Wembley-Stadion von London. Die deutsche Mannschaft von Bundestrainerin Martin Voss-Tecklenburg trifft am Mittwoch (21 Uhr) in Milton Keynes auf den Sieger des letzten Viertelfinales am Samstagabend zwischen Titelverteidiger Niederlande und Frankreich.

+++22. Juli+++

Schweden nach Sieg in letzter Sekunde im EM-Halbfinale

Schwedens Fußballerinnen haben durch ein Tor in letzter Sekunde zum neunten Mal das Halbfinale einer Fußball-EM erreicht. Der Olympiazweite bezwang den krassen Außenseiter Belgien in Leigh mit einiger Mühe 1:0 (0:0) und fordert nun am Dienstag in Sheffield Gastgeber England heraus.

Linda Sembrant (90.+2) traf im strömenden Regen für Schweden, das zuletzt von drei Coronafällen und mehreren Verdachtsfällen gebeutelt worden war. Die Belgierinnen boten dem Favoriten in ihrem ersten K.o.-Spiel bei einem großen Turnier zwar einen großen Kampf, verpassten die durchaus mögliche Überraschung aber knapp.

Die 7517 Zuschauer sahen eine von Beginn an einseitige Begegnung. Schweden, das 1984 bei der ersten Frauen-EM der Geschichte seinen bislang einzigen Titel gewonnen hatte, erspielte sich zahlreiche Chancen, ohne sich zu belohnen. Ein Treffer von Stina Blackstenius (24.) wurde nach Studium der TV-Bilder aberkannt, da die Schwedin Millimeter im Abseits stand. Zur Pause lautete das Torschussverhältnisses 15:1 für Schweden.

Auch im Durchgang dominierte der Favorit, agierte allerdings zunehmend ideenlos. Erst Sembrant machte kurz vor Schluss alles klar.

DFB-Frauen denken an Seeler – Rekordwerte bei Spiel gegen Österreich

Die Live-Übertragung vom 2:0-Sieg der DFB-Frauen bei der Fußball-Europameisterschaft gegen Österreich ist nur knapp an der Zehn-Millionen-Grenze gescheitert. 9,5 Millionen Menschen sahen am Donnerstagabend in der ARD den Einzug ins EM-Halbfinale, sorgten für einen Marktanteil von 38,2 Prozent und einen Rekord.

Das Spiel war nach Angaben der AGF-Videoforschung die erfolgreichste TV-Sendung des Tages und erzielte die bisher beste Reichweite eines EM-Spiels der Frauen im deutschen Fernsehen. Bei den bisherigen drei Partien der DFB-Auswahl in England schauten durchschnittlich 6,58 Millionen zu. Der Topwert der vorherigen EM lag beim Spiel gegen Russland bei einer Reichweite von 7,06 Millionen.

DFB-Frauen haben „viel über Uwe Seeler gesprochen“

Voller Emotionen hat Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nach dem Halbfinal-Einzug der deutschen Fußballerinnen bei der EM in England noch einmal an Uwe Seeler erinnert. „Wir haben viel über Uwe gesprochen, weil er auch uns geschrieben hat. Wir wussten, dass er die Spiele schauen möchte“, sagte die 54-Jährige nach dem 2:0 (1:0)-Sieg gegen Österreich am Donnerstagabend.

Ihre Mannschaft habe direkt nach der Besprechung im Teamhotel vor der Partie in Brentford davon erfahren, dass die Fußball-Legende gestorben sei. „Das war nicht ganz einfach, diesen Fokus aufs Spiel zurückzugewinnen“, sagte Voss-Tecklenburg.

Die DFB-Frauen spielten dann zu Ehren des Ehrenspielführers der deutschen Nationalmannschaft, der am Donnerstag im Alter von 85 Jahren gestorben war, mit Trauerflor. Vor dem Anpfiff gab es zudem eine Schweigeminute. „Immer, wenn man ihn treffen durfte, dann hat er was Schönes gesagt, was Gutes mitgegeben und er hat uns immer verfolgt“, sagte die Bundestrainerin. „Vielleicht haben wir ihm heute trotzdem noch Freude bereiten können.“

Schweigeminute für Uwe Seeler

Die DFB-Auswahl war nach dem Tod von Fußball-Legende Uwe Seeler mit Trauerflor aufgelaufen. Vor dem Anpfiff gab es eine Schweigeminute. „Die Nachricht hat uns betroffen gemacht. Ich weiß, dass er heute Abend unser Spiel schauen wollte, deswegen sind wir tief berührt und werden auch ein Stück weit für Uwe Seeler spielen heute Abend“, kündigte Voss-Tecklenburg der ARD an.

Seeler war am Donnerstag im Alter von 85 verstorben. Das bestätigte der Hamburger SV unter Berufung auf seine Familie. Auch die Stadt Hamburg gab den Tod offiziell bekannt. „Mit Uwe Seeler Ehrenbürger seit 2003, verliert die Hansestadt Hamburg einen Ausnahme-Fußballer und besonderen Menschen. Tschüs, Uwe!“, schrieb die Stadt auf der eigenen Homepage. Zuerst hatte „Bild“ berichtet.

Top-Quoten im ZDF

Die Fußball-Europameisterschaft der Frauen sorgt weiter für hohe Einschaltquoten. Das erste Viertelfinale zwischen England und Spanien sahen am Mittwochabend im ZDF 4,812 Millionen Menschen und sorgten nach Angaben des Senders für einen Marktanteil von 24,3 Prozent. Das ist der bisher höchste Wert für Partien ohne deutsche Beteiligung.

Bei den bisherigen drei Partien der DFB-Auswahl schauten durchschnittlich 6,58 Millionen zu. ARD und ZDF übertragen alle 31 Partien der EM in England, die meisten davon im klassischen Fernsehen.

Sexistische und herabwürdigende Kommentare im Frauenfußball

Sexistische und herabwürdigende Kommentare gehören einem Bericht von NDR und „Süddeutscher Zeitung“ zufolge weiter zum Alltag im deutschen Frauenfußball. „Frauenfußball ist wie Pferderennen. Nur auf Eseln“ sei ein Spruch, der in Erinnerung geblieben sei, berichtete die Bremer Bundesligaspielerin Saskia Matheis im ARD-Magazin „Panaroma“, das an diesem Donnerstag (23.15 Uhr) nach dem deutschen EM-Viertelfinale in England ausgestrahlt wird. Ex-Nationalspielerin Tabea Kemme hörte demnach diesen Satz über eine Mitspielerin: „Die ist auch richtig heiß, ne? Die würde ich auch mal wegbügeln wollen.“

Jeder Fall der „auch wahrgenommenen Grenzüberschreitungen ist einer zu viel“, sagte Generalsekretärin Heike Ullrich vom Deutschen Fußball-Bund. „Das muss angesprochen werden.“ Sie nehme Sexismus nicht als spezifisches Problem des Fußballs wahr, sondern als gesellschaftliches Thema. „Es ist unser aller Aufgabe, nicht nur die des Fußballs, des Sports, sondern unserer Gesellschaft, auf diese Grenzüberschreitungen aufmerksam zu machen“, sagte Ullrich. „Egal ob Junge oder Mädchen, Mann oder Frau, zu sagen: Ich fand das nicht gut, was du gerade gesagt hast.“

Nationaltorhüterin Almuth Schult äußerte der Vorankündigung zur Sendung zufolge, sie sei von einem Journalisten gefragt worden: „Wie fühlt sich das an, wenn man als eine der wenigen in der Mannschaft einen Mann liebt und keine Frau?“ Eine weitere Bundesligaspielerin spricht im „Panorama“-Bericht anonym von Grenzüberschreitungen eines Trainers. „Er hat immer wieder Kommentare zu dem Hintern einer Mitspielerin gemacht.“ Eine andere Spielerin habe er gemustert und angemerkt, wie sexy sie sei. Mitspielerinnen und Betreuer hätten die sexistischen Sprüche des Trainers bestätigt, wie der NDR schrieb.

2:1 in der Verlängerung – Englands EM-Traum lebt weiter

Englands Fußballerinnen haben ihren Höhenflug fortgesetzt und zum zweiten Mal in Folge das Halbfinale einer EM erreicht. Die Gastgeberinnen bezwangen Spanien in Brighton in einem Krimi mit 2:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung und dürfen weiter vom Titelgewinn im eigenen Land träumen. Im Kampf um das Endspiel wartet am Dienstag in Sheffield entweder Schweden oder Belgien.

Die künftige Münchnerin Georgia Stanway (96.) sorgte vor 28.994 Fans für die Entscheidung. Zuvor hatte Ella Toone (84.) die Lionesses, die schon in der Vorrunde mit drei Siegen und 14:0 Toren geglänzt hatten, in die Verlängerung gerettet. Das Team von Trainerin Sarina Wiegman steht damit zum vierten Mal in Folge bei einem großen Turnier im Halbfinale. Esther Gonzalez (54.) hatte die Gäste zunächst in Führung gebracht.

Spanien begann wie schon beim 0:2 gegen Deutschland in der Gruppenphase mit viel Ballbesitz, nutzte im Kampf um seine erst zweite Teilnahme an einem EM-Halbfinale aber die wenigen Chancen nicht. Kurz vor der Pause wurde die Nachlässigkeit beinahe bestraft, ein Treffer von Ellen Wight (37.) fand wegen einer Abseitsstellung aber keine Anerkennung.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit schlug dann Spanien zu: Die eingewechselte Athenea passte klug auf Esther, die per Flachschuss traf. Die Engländerinnen reagierten auf das erste Gegentor des Turniers mit wilden Angriffen und wurden kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit mit dem Ausgleich belohnt, der wegen eines vorausgegangenen Fouls aber umstritten war. Ein Rechtsschuss von Stanway brachte England dann endgültig auf die Siegerstraße.

Trainerin Wiegman ist zurück auf Englands Bank

Sarina Wiegman kehrt im EM-Viertelfinale gegen Spanien auf die englische Trainerbank zurück. Die Niederländerin erhielt wenige Stunden vor dem Anstoß am Mittwoch (21 MESZ/ZDF/Dazn) dank eines negativen Coronatests grünes Licht. Das letzte Gruppenspiel gegen Nordirland (5:0) hatte Wiegman noch verpasst.

Mit neun Punkten und 14:0 Toren war England durch die Gruppe marschiert, nun kann der EM-Gastgeber zum vierten Mal in Folge bei einem großen Turnier das Halbfinale erreichen. Beide Teams treffen erst zum zweiten Mal bei einer EM aufeinander, 2017 hatte England in der Gruppenphase 2:0 gewonnen.

Schweden mit mehreren Corona-Fällen im Team

Zwei schwedische Fußball-Nationalspielerinnen sind während der Frauen-EM in England positiv auf das Coronavirus getestet worden, darunter Bayern-Verteidigerin Hanna Glas. Die Ergebnisse vorheriger positiver Schnelltests wurden nun von PCR-Tests bestätigt, wie der schwedische Fußballverband am Mittwoch mitteilte.

Betroffen sind Glas, ihre Abwehrkollegin Emma Kullberg sowie ein Betreuer. Die drei hielten sich weiter vom Rest der Mannschaft fern, sollen aber so schnell wie möglich zurückkehren. Dies könnten sie tun, sobald sie symptomfrei seien, einen negativen Schnelltest vorweisen könnten und interne Gesundheitschecks absolviert hätten, erklärte Teamarzt Houman Ebrahimi.

Die Schwedinnen zählen bei der Europameisterschaft zu den Mitfavoritinnen. Im Viertelfinale treffen sie am Freitag (21Uhr) in Leigh auf Belgien.

Langjährige Bayern-Spielerin Wenninger: „Vorbei mit Daumendrücken“

Für Österreichs Fußball-Nationalspielerin Carina Wenninger ist das EM-Viertelfinale gegen Deutschland eine ganz besondere Partie. „Wir alle freuen uns natürlich mega auf das Spiel. Bis vor ein paar Tagen haben wir Deutschland die Dauen gedrückt. Jetzt ist es vorbei mit Daumen drücken“, sagte die langjährige Abwehrspielerin des FC Bayern, für die München „ein Stück zweite Heimat geworden ist“.

Wenninger bestreitet am Donnerstag (21 Uhr MESZ/ARD und Dazn) ausgerechnet gegen die DFB-Frauen ihr 120. Länderspiel. Die 31-Jährige spielte seit 2017 für den FC Bayern und wurde mit dem Club dreimal deutsche Meisterin. Sie wurde von den Münchner für die neue Saison zum AS Rom ausgeliehen.

Österreichs Teamchefin Irene Fuhrmann kann im Nachbarschafts-Duell wieder auf Katharina Naschenweng von der TSG 1899 Hoffenheim setzen, die alle Untersuchungen nach einer Corona-Zwangspause erfolgreich absolviert hat. „Sie macht einen guten Eindruck, ist wieder im Kader und eine absolute Option“, sagte Fuhrmann über die Abwehrspielerin. Unklar ist aufgrund von Knieproblemen, ob England-Profi Viktoria Schnaderbeck (früher FC Bayern) auflaufen kann.

„Wir treffen hier auf einen mehrmaligen Europameister, Weltmeister und einen Olympiasieger“, sagte die 41 Jahre alte Fuhrmann zum deutschen Team. „Sie haben kaum Schwächen und einen ausgeglichenen Kader. Da brauchen wir eine absolute Topleistung.“ Der Sieger des Nachbarschaftsduells spielt am 27. Juli gegen den Gewinner der Partie zwischen Frankreich und Titelverteidiger Niederlande um den Einzug ins Endspiel am 31. Juli im Wembley-Stadion.

Schüller trainiert wieder mit dem Team

Torjägerin Lea Schüller ist erstmals nach ihrem positiven Corona-Test bei der Fußball-Europameisterschaft auf den Trainingsplatz zurückgekehrt. Die 24-Jährige vom FC Bayern München absolvierte am Dienstag in Brentford aber nur das Aufwärmtraining mit ihren Kolleginnen, danach standen individuelle Übungseinheiten an. Zwei Tage vor dem Viertelfinale gegen Österreich fehlte Ersatztorhüterin Almuth Schult.

„Lea hat heute noch ihre abschließende Untersuchungen, ist aber auf einem guten Weg. Da warten wir die Ergebnisse ab“, sagte Co-Trainerin Britta Carlson über Schüller und erklärte zu Schult: „Almuth ging's heute Morgen nicht so gut. Die ist heute raus, aber es ist jetzt auch nichts Schlimmes. Alle Tests sind negativ.“

Schüller war eine Woche von der Mannschaft im Teamhotel isoliert und wurde am Montag erstmals wieder negativ getestet. Die 40-fache Nationalspielerin (26 Treffer) und Bundesliga-Torschützenkönigin der vergangenen Saison (16 Treffer) fehlte sowohl bei 2:0 gegen Spanien als auch beim 3:0 gegen Finnland in der Vorrunde. Derzeit ist unklar, ob sie am Donnerstag (21.00 Uhr MESZ/ARD und DAZN) gegen Österreich wieder im DFB-Kader steht.

Wieder das Mannschaftstraining aufgenommen haben die zuletzt angeschlagenen Bayern-Mittelfeldspielerinnen Lina Magull und Sydney Lohmann. Magull könnte in die Startelf zurückkehren, Lohmann „ist eine wichtige Option für uns“, so Carlson. Die beiden gegen Finnland gelbgesperrten Wolfsburgerinnen Lena Oberdorf und Felicitas Rauch werden ihren Angaben zufolge in die Startelf zurückkehren.

Belgien erstmals im Viertelfinale

Belgiens Fußballerinnen sind erstmals ins EM-Viertelfinale eingezogen. Die Mannschaft von Trainer Ives Serneels besiegte im abschließenden Gruppenspiel Italien in Manchester mit 1:0 (0:0) und trifft in der ersten K.o.-Runde auf den Olympiazweiten Schweden.

Tinne De Caigny (49.) erzielte den Treffer der Belgierinnen, die vom 1:1 (1:0) der bereits zuvor qualifizierten Französinnen im Parallelspiel gegen Island profitierten. Melvine Malard (1.) sorgte in Rotherham mit einem Blitztor für die frühe Führung des Mitfavoriten. Dagny Brynjarsdottir glich mit einem sehr späten Foulelfmeter (90.+12) für die Isländerinnen aus, denen der Punkt aber nicht zum Weiterkommen reichte. Frankreich spielt im Viertelfinale gegen Titelverteidiger Niederlande.

Zudem treffen Gastgeber England und Spanien sowie Deutschland und Österreich im Kampf um den Einzug ins Halbfinale aufeinander.

Island - Frankreich 1:1 (0:1)
Island: S. Sigurdardottir - Gudny Arnardottir (88. Jensen), Viggosdottir, I. Sigurdardottir, Gisladottir (60. Gunnlaugsdóttir) - S. B. Gunnarsdottir (60. G. Jonsdottir), Brynjarsdottir - Vilhjalmsdottir - S. J. Jonsdottir (60. Gudmundsdottir), Thorvaldsdottir, Albertsdottir (81. Andradóttir)
Frankreich: Peyraud-Magnin - Torrent, Tounkara, Renard, Bacha (63. Karchaoui) - Toletti (63. Geyoro), Bilbault (46. Palis), Mateo - Diani (46. Cascarino), Malard (79. Sarr), Baltimore
Schiedsrichterin: Jana Adamkova (Tschechien) -
Zuschauer: 7392
Tore: 0:1 Malard (1.), 1:1 Brynjarsdottir (90.+12/Foulelfmeter)
Gelbe Karten: Thorvaldsdottir (1), Vilhjalmsdottir (1) / Karchaoui (1)

Italien - Belgien 0:1 (0:0)
Italien: Giuliani - Di Guglielmo (46. Bonfantini), Bartoli, Linari, Boattin - Bergamaschi (80. Cernoia), Simonetti (68. Giacinti), Rosucci (58. Caruso), Giugliano - Bonansea - Girelli (80. Sabatino)
Belgien: Evrard - Vangheluwe (66. Deloose), Kees, Biesmans, Philtjens - Cayman (90.+2 Missipo), Vanhaevermaet, De Caigny - Dhont (59. Minnaert), Eurlings (66. Delacauw), Wullaert
Schiedsrichterin: Ivana Martincic (Kroatien)
Zuschauer: 3919
Tore: 0:1 De Caigny (49.)
Gelbe Karten: Boattin (2) / -

Schüller raus aus Quarantäne – Einsatz gegen Österreich möglich

Lea Schüller kann möglicherweise im EM-Viertelfinale der deutschen Fußballerinnen gegen Österreich wieder spielen. Die 24 Jahre alte Stürmerin vom FC Bayern München ist nach DFB-Angaben vom Montag erstmals seit ihrem positiven Corona-Test vom vergangenen Dienstag bei der Europameisterschaft in England wieder negativ getestet worden.

„Ich habe heute Morgen ein ganz glückliches Gesicht gesehen: Lea ist mir entgegengekommen, sie ist Gott sei Dank endlich negativ“, sagte Joti Chatzialexiou, Leiter Nationalmannschaften beim Deutschen Fußball-Bund, bei einer DFB-Pressekonferenz. Als nächstes stünden kardiologische Untersuchungen an.

Wann Schüller wieder ins Training einsteigt und wie hoch ihre Einsatzchancen am Donnerstag gegen Österreich sind, da wollte sich Chatzialexiou nicht festlegen. „Wir werden die Lea dann dazu nehmen, wenn sie wirklich fit ist“, sagte der 46-Jährige.

Schüller war die vergangenen Tage im Teamquartier in Brentford isoliert worden. Die Torjägerin (26 Treffer in 40 Länderspielen) und Bundesliga-Torschützenkönigin der vergangenen Saison (16 Treffer) fehlte sowohl bei 2:0 gegen Spanien als auch beim 3:0 gegen Finnland in der Vorrunde.

Die DFB-Frauen spielen am Donnerstag in Brentford um den Einzug ins Halbfinale. Nach Vorgaben des Uefa-Protokolls kann Schüller wieder auflaufen, wenn sie nach fünf Tagen einen negativen Test vorweist und ohne Symptome ist.

Tierpflegerin und DFB-Kapitänin Popp im Londoner Zoo

Kapitänin Alexandra Popp hat den freien Tag der deutschen Fußballerinnen bei der Europameisterschaft zu einem Zoobesuch in London genutzt. Die ausgebildete Zootierpflegerin postete am Montag unter anderem auf der Internetplattform Instagram ein paar Tierbilder, darunter badende Pinguine. „Heute ist mal chillen angesagt und wenn Familie und Freunde nicht mehr da sein können, wo kann ich dann am besten abschalten und aufladen? - Richtig, im Zoo“, schrieb die Stürmerin vom VfL Wolfsburg.

Das Team trainiert erst am Dienstag Vormittag wieder. Am Donnerstag (21.00 Uhr MESZ/ARD und DAZN) steht dann in Brentford das Viertelfinale gegen Österreich an.

Schwedinnen mit Corona-Sorgen

Im Lager der EM-Mitfavoritinnen aus Schweden sind drei Corona-Schnelltests positiv ausgefallen. Zwei Spielerinnen und ein Mitglied des Mitarbeiterstabs hätten positive Antigentests abgeliefert, sagte Mannschaftsarzt Houman Ebrahimi am Montag vor schwedischen Journalisten. Sie zeigten sehr milde Krankheitssymptome. Bestätigt seien die Fälle noch nicht. PCR-Tests sollen nun Klarheit bringen. Erst wenn die Verdachtsfälle dadurch bestätigt wurden, sollte bekanntgegeben werden, um welche Spielerinnen es sich handelt.

Schweden hatte sich am Sonntagabend mit 5:0 (3:0) gegen Portugal durchgesetzt. Damit waren die Skandinavierinnen als Tabellenführer der Gruppe C ins Viertelfinale eingezogen. Dort treffen sie am Freitag in Leigh auf das zweitplatzierte Team der Gruppe D, entweder Island, Belgien oder Italien. Bislang waren die Schwedinnen von Corona-Sorgen verschont geblieben - anders als etwa das deutsche Team, die Niederlande und Österreich.

Schweden und Niederlande im Viertelfinale

Titelverteidiger Niederlande hat bei der Fußball-EM der Frauen das Viertelfinale erreicht. Die Niederländerinnen zogen durch ein erst am Ende souveränes 4:1 (0:0) gegen die Schweiz in die K.-o.-Phase ein. Als Zweiter der Gruppe C geht es im Viertelfinale nun aber gegen den Mitfavoriten Frankreich.

Der Schweizerin Ana-Maria Crnogorcevic unterlief in Sheffield zunächst ein Eigentor (49.). Geraldine Reuteler vom Bundesligisten Eintracht Frankfurt glich aber aus (53.). Danach drängte der Außenseiter, bei einem Sieg wäre die Schweiz vorbeigezogen. Doch Romee Leuchter (84., 90.+4) und Victoria Pelova (90.+5) sorgten in der Schlussphase für die Entscheidung.

Den Sieg in der Gruppe C sicherte sich allerdings Schweden. Der Olympiazweite setzte sich gegen Portugal in Leigh locker mit 5:0 (3:0) durch. Filippa Angeldal (21., 45.) brachte den Favoriten mit einem Doppelpack in Führung, Carole Costa unterlief vor der Pause noch ein Eigentor (45.+7). Kosovare Asllani (54., Handelfmeter) und Stina Blackstenius (90.+1) trafen nach dem Wechsel.

Der Viertelfinal-Gegner der Schwedinnen wird am Montag ermittelt. Island, Belgien und Italien kämpfen um Rang zwei in der Gruppe D hinter Frankreich.

Erneut gute TV-Quote für die DFB-Frauen

Der Siegeszug der deutschen Fußballerinnen bei der EM in England begeistert weiterhin auch die Fans in der Heimat. Das 3:0 (1:0) der DFB-Auswahl gegen Finnland zum Abschluss der Gruppenphase verfolgten am Samstagabend durchschnittlich 5,76 Millionen TV-Zuschauerinnen und Zuschauer im ZDF. Der Marktanteil betrug 26,8 Prozent und bedeutete erneut einen Tageshöchstwert.

Beim 2:0 am Dienstag gegen Spanien hatten sogar 8,02 Millionen Fans eingeschaltet. Die deutschen Spielerinnen freuen sich über die große Beliebtheit. Es sei „unglaublich schön, diese Wertschätzung und Präsenz zu spüren“, sagte Eintracht Frankfurts Verteidigerin Sophia Kleinherne.

Am Donnerstag (21 Uhr/ARD und DAZN) geht es für die deutschen Frauen im Viertelfinale gegen Österreich. Neben den TV-Übertragungen gibt es via DAZN und sportschau.de bzw. zdf.de Livestreams.

+++ 16. Juli +++

Spanien nach Sieg gegen Dänemark im Viertelfinale

Spaniens Fußballerinnen haben bei der Europameisterschaft in England als Gruppenzweite hinter der deutschen Mannschaft das Viertelfinale erreicht. Die favorisierten Spanierinnen gewannen am Samstagabend in London-Brentford dank eines späten, aber verdienten Treffers durch Marta Cardona (90.) mit 1:0 (0:0) gegen Dänemark. Im Viertelfinale warten nun am Mittwoch die starken Gastgeberinnen aus England (21.00 Uhr/ARD und DAZN).

Beiden Teams war zunächst die Wichtigkeit des Spiels anzumerken. Im zweiten Durchgang entwickelte sich dann ein Sturmlauf der Spanierinnen, doch lange Zeit fehlte das Tor. Dänemark blieb damit in der Partie und versuchte immer wieder, Nadelstiche zu setzen. Am Ende war es dann Cardona, die per Kopf für spanischen Jubel sorgte.

Deutschland bleibt auch gegen Finnland makellos

Die deutschen Fußballerinnen haben bei der Europameisterschaft in England auch ihr drittes Gruppenspiel ohne Gegentor gewonnen. Das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg setzte sich am Samstagabend in Milton Keynes mit 3:0 (1:0) gegen Finnland durch. Die DFB-Frauen hatten sich schon vor ihrem Vorrundenabschluss für das Viertelfinale am kommenden Donnerstag gegen Österreich qualifiziert. Mehr zum Sieg gegen Finnland gibt es hier.

Österreichs Trainerin vor EM-Duell: „Deutschland ist eine Übermacht“

Österreichs Nationaltrainerin Irene Fuhrmann hat sich bei der Fußball-Europameisterschaft in England voller Respekt über den deutschen Viertefinal-Gegner geäußert. „Wir wissen, dass Deutschland eine Übermacht ist und derzeit extrem performt“, sagte die 41-Jährige nach dem 1:0-Sieg gegen Norwegen ihres Teams zum Vorrundenabschluss. „Ich finde für diese Leistung gar keine Worte, und dass wir in dieser schweren Gruppe tatsächlich das Viertelfinale erreicht haben. Die gesamte Reise bis hierher war schon ein wundervolles Erlebnis.“

Dank eines Tores der Hoffenheimer Bundesliga-Spielerin Nicole Billa am Freitagabend hat das Austria-Team die nächste Runde erreicht und fordert am Donnerstag im Brentford Community Stadium die DFB-Frauen. „Wahnsinn, ich kann es noch nicht ganz glauben. Wir haben alles
investiert, was wir gehabt haben, es ist geil“ sagte Billa, die 2021 in Deutschland und Österreich „Fußballerin des Jahres“ war. Die Österreicherinnen standen schon 2017 bei der EM in den Niederlanden im Viertelfinale, unterlagen dort allerdings Spanien im Elfmeterschießen.

Gwinn knackt Marke von 300.000 Instagram-Followern

Nationalspielerin Giulia Gwinn vom FC Bayern hat die laufende Fußball-EM in England zu noch mehr Popularität im sozialen Netzwerk Instagram verholfen. Die Social-Media-Königin der DFB-Auswahl hat nach den Erfolgen in den ersten beiden Gruppenspielen 303.000 Follower auf der Plattform. Vor Turnierbeginn lag die 23-Jährige bei rund 255.000 Abonnenten.

„Ihr seid unglaublich“, schrieb die Außenverteidigerin dazu an ihre Fans. Im teaminternen Instagram-Ranking hat Gwinn aktuell die Nase weit vorn, Mittelfeldspielerin Sara Däbritz (Olympique Lyon) folgt auf Rang zwei mit rund 199.000 Followern. Der offizielle Account der DFB-Frauen hat etwa 163.000 Abonnenten.

Der Job als Fußball-Influencerin ist für Gwinn dank der vielen Fans und zahlreichen Werbepartner ein „guter Nebenverdienst zum Fußball“, wie sie selbst sagt. Aus dem aktuellen EM-Kader verzichtet nur Torhüterin Almuth Schult auf einen Social-Media-Account, auch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg (14.200 Follower) ist bei Instagram aktiv.

Österreichs Selbstvertrauen: „Deutschland zeigen, wer wir sind“

Österreichs Fußballerinnen hoffen im EM-Viertelfinale gegen Deutschland auf den Überraschungseffekt. „Dort hat man schon damit gerechnet, auf Norwegen zu treffen. Jetzt haben wir gezeigt, dass uns doch einige auf der Rechnung haben müssen“, sagte Bundesliga-Spielerin Barbara Dunst von Eintracht Frankfurt vor dem K.o.-Duell am Donnerstag (21 Uhr/ARD und Dazn).

Das Team von Nationaltrainerin Irene Fuhrmann hatte am Freitagabend in Brighton Ex-Weltmeister Norwegen mit 1:0 (1:0) bezwungen und war in der Gruppe A Gastgeber England in die Runde der letzten Acht gefolgt. Die DFB-Frauen stehen bereits vor dem abschließenden Vorrundenspiel gegen Finnland am Samstagabend (21 Uhr/ZDF und DAZN) als Siegerinnen der Gruppe B fest.

„Wir werden Deutschland auf jeden Fall zeigen, wer wir sind“, kündigte Julia Hickelsberger-Füller, die in der Bundesliga bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag steht, an. Insgesamt befinden sich 13 Spielerinnen aus dem deutschen Oberhaus im österreichischen Kader.

„Jetzt geht es gegen die halbe Mannschaft von den Bayern. Da wartet ein spannendes Duell auf uns. Klar ist, dass wir nichts zu verlieren haben“, sagte die langjährige Bayern-Legionärin Carina Wenninger.

Hegerberg nach EM-Aus: Analyse mit „brutaler Ehrlichkeit“

Die frühere Weltfußballerin Ada Hegerberg hat nach Norwegens EM-Aus in der Gruppenphase eine schonungslose Analyse des missratenen Turniers gefordert. „Jeder hat hier eine Verantwortung, auch ich. Wir müssen alles, was in den letzten Wochen passiert ist, mit brutaler Ehrlichkeit auswerten, um uns davon zu erholen“, sagte der Topstar (27) nach dem 0:1 (0:1) gegen Österreich am Freitagabend in Brighton.

Nur gegen Außenseiter Nordirland gelang den als EM-Mitfavorit gehandelten Norwegerinnen in Gruppe A ein Sieg, gegen Gastgeber England kassierte der zweimalige Europameister sogar eine 0:8-Klatsche. „Es tut mir im Namen des Teams unglaublich leid für alle, die uns hier begleitet haben und enttäuscht nach Hause gehen“, lautete Hegerbergs Fazit.

Nationaltrainer Martin Sjögren fühlte sich nach dem Verpassen des Viertelfinales gegen Deutschland (Donnerstag, 21.00 Uhr) „völlig leer“. Während einige norwegische Experten längst seine Ablösung fordern, entgegnete der Schwede: „Diese Frage muss ich nicht beantworten. Ich versuche, einen guten Job zu machen.“ Als Wunsch-Nachfolgerin gilt Rekordnationalspielerin Hege Riise.

Aufwärmen der Ersatzspielerinnen bei der EM: Alles genau geregelt

Warmlaufen, ein Wink vom Trainerstab, noch einmal Trikot und Hose zurechtzupfen, die hinaustrabende Mitspielerin abklatschen – und rein! Ganz so einfach ist das mit Einwechslungen im Fußball aber doch nicht, wie Nationalspielerin Lena Lattwein bei der Europameisterschaft in England erklärte.

„Es ist so, dass wir uns ab der 20. Minute immer zu dritt warm laufen, jeweils immer fünf Minuten, um ein bisschen aktiv zu bleiben“, sagte die Mittelfeldspielerin vom VfL Wolfsburg. Die Halbzeitpause diene dann dazu, dass sich die Spielerinnen, die vielleicht in der zweiten Halbzeit oder nach etwa einer Stunde eingewechselt werden, schon etwas mehr warm machen - mit Ball.

Der nächste Schritt nach der Pause sieht laut Lattwein so aus: „Dann schickt man diejenigen, die eingewechselt werden, weiter zum Aufwärmen. Dann ist Jan-Ingwer bereit.“ Jan-Ingwer Callsen-Bracker, ein früherer Bundesliga-Profi, gehört zum Trainerstab der Deutschen. Der 37-Jährige gilt als Spezialist für neurozentriertes Training und arbeitet in der DFB-Akademie.

Die Uefa macht den Teams dabei genau Vorgaben. „Grundsätzlich dürfen sich drei Ersatzspielerinnen pro Mannschaft gleichzeitig aufwärmen“, heißt es in den Regularien. Ausnahmen müssen die Referees genehmigen. Und: „Die auf dem Spielblatt als solche aufgeführte Fitnesstrainerin der Mannschaft darf sich bei den sich aufwärmenden Spielerinnen aufhalten und ist für die Einhaltung der Schiedsrichteranweisungen verantwortlich.“

+++15. Juli+++

Deutschland trifft im Viertelfinale auf Österreich

Österreich hat sich als deutscher Gegner für das Viertelfinale bei der Fußball-Europameisterschaft der Frauen qualifiziert. Dank eines Tores der Hoffenheimer Bundesliga-Spielerin Nicole Billa besiegte das Austria-Team am letzten Vorrundenspieltag der Gruppe A am Freitagabend in Brighton Norwegen mit 1:0 (1:0) und zieht als Tabellenzweiter hinter Gastgeber England in die nächste Runde ein.

Die Norwegerinnen um ihren Star Ada Hegerberg enttäuschten nach dem 0:8 gegen England erneut und sind ausgeschieden. Für die Auswahl von Trainerin Irene Fuhrmann traf Stürmerin Billa, Deutschlands und Österreichs „Fußballerin des Jahres“ von 2021, per Kopf in der 37. Minute. Torhüterin Manuela Zinsberger musste allerdings in den letzten Minuten mit zwei Paraden den Sieg retten. Die bereits für die erste K.o.-Runde qualifizierten DFB-Frauen spielen am kommenden Donnerstag in London-Brentford gegen die Auswahl des Nachbarlandes.

Derweil besiegte England, das bereits vor der Partie als Viertelfinalist feststand, in Southampton Nordirland mit 5:0 (2:0) und empfahl sich weiter als Titelfavorit. Die Treffer für die Lionesses erzielten Francesca Kirby (40.), Beath Mead (44.) und Alessia Russo (48./53.). Dazu kam ein Eigentor von Kelsie Burrows (76.).

Englands Nationaltrainerin Sarina Wiegman, die vor fünf Jahren die Niederlande zum EM-Triumph geführt hatte, fehlte wegen eines positiven Corona-Tests. Das Gastgeber-Team spielt am Mittwoch gegen Spanien oder Dänemark um den Einzug ins Halbfinale.

DFB-Torjägerin Schüller weiter positiv getestet

Torjägerin Lea Schüller wartet bei der Europameisterschaft weiter darauf, dass sie negativ auf das Coronavirus getestet wird. Dies bestätigte der Deutsche Fußball-Bund am Freitag. Die 24 Jahre alte Bundesliga-Torschützenkönigin vom FC Bayern München fuhr auch wie erwartet nicht mit zum Vorrunden-Abschluss der DFB-Frauen nach Milton Keynes.

Dort bestreitet das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg am Samstag (21.00 Uhr MESZ/ZDF und DAZN) das letzte Gruppenspiel gegen Finnland. Der Rekord-Europameister ist bereits als Tabellenerster für das Viertelfinale qualifiziert.

Schüller hatte beim 4:0 gegen Dänemark ein Tor erzielt und fehlte dann beim 2:0 gegen Spanien, weil sie am Dienstag positiv getestet worden war. Nach dem Uefa-Protokoll kann sie wieder eingesetzt werden, wenn sie fünf Tage danach einen negativen Test vorweisen kann und symptomfrei ist. Die DFB-Frauen bestreiten am kommenden Donnerstag in Brentford ihre Viertelfinalpartie.

Englands Trainerin positiv auf Corona getestet

Die englische Fußball-Nationalmannschaft muss im abschließenden EM-Gruppenspiel gegen Nordirland (21.00 Uhr) auf Trainerin Sarina Wiegman verzichten. Die 52-Jährige wurde positiv auf das Coronavirus getestet, soll aber „so schnell wie möglich“ wieder zur Mannschaft stoßen, wie der Verband FA mitteilte.

Zunächst werde sie den Kontakt zum Team und ihrem Stab auf virtuellem Wege beibehalten, hieß es. Im Spiel gegen die Nordirinnen werden die bereits fürs Viertelfinale qualifizierten „Löwinnen“ von Wiegmans Assistenten Arjan Veurink betreut.

EM-Aus für Frankreichs Stürmerin Katoto

Frankreichs Fußballerinnen müssen für den Rest der Europameisterschaft in England auf Stürmerin Marie-Antoinette Katoto verzichten. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP am Freitag unter Berufung auf informierte Kreise. Katoto habe beim Sieg gegen Belgien (2:1) am Donnerstag einen Bänderriss und eine Meniskusverletzung im rechten Knie erlitten, die Stürmerin von Paris St. Germain war bereits nach 17 Minuten ausgewechselt worden.

Mitfavorit Frankreich hat nach zwei Siegen in zwei Spielen in Gruppe D den Einzug ins Viertelfinale bereits sicher. Hoffnungsträgerin Katoto hatte beim Auftaktsieg gegen Italien (5:1) einen Treffer erzielt.

EM-Zuschauerrekord nach nur 16 Spielen bereits geknackt

Die Frauen-Europameisterschaft in England hat bereits nach 16 von 31 Spielen den EM-Zuschauerrekord übertroffen. Nach Abschluss von zwei Gruppen-Spieltagen vermeldeten die Organisatoren am Donnerstagabend 248.075 Stadionbesucherinnen und -besucher, die bisherige Bestmarke lag bei 240.045 Fans bei den Spielen der EM 2017 in den Niederlanden.

Es ist nicht die erste Bestmarke, die die Endrunde im Fußball-Mutterland aufgestellt hat: Das Eröffnungsspiel im Old Trafford am 6. Juli zwischen England und Österreich (1:0) ging mit 68.871 Fans als EM-Spiel mit den meisten Zuschauern in die Geschichte ein (vorher 41.301 beim EM-Finale 2013 in Solna/Schweden).

21.342 Fans beim Gruppenspiel Niederlande gegen Schweden (1:1) in Sheffield sorgten zudem für einen Rekord bei einem EM-Spiel ohne Beteiligung der Gastgebernation abseits der Endspiele.

+++ 14. Juli +++

Französinnen sichern sich mit Sieg gegen Belgien das Viertelfinale

Frankreichs Fußballerinnen haben bei der Europameisterschaft in England ohne viel Glanz als Gruppensieger das Viertelfinale erreicht. Der Mitfavorit rang am Donnerstag in Rotherham Belgien mit 2:1 (2:1) nieder. Durch den zweiten Erfolg machten die Französinnen nicht nur das Weiterkommen perfekt, sondern sicherten sich auch Platz eins in der Gruppe D.

Kadidiatou Diani (6.) und Griedge Mbock Bathy (41.) schossen ein stellenweise zu harmloses Frankreich in die nächste Runde, während Janice Cayman (36.) die Belgierinnen zwischenzeitlich jubeln ließ. Wendie Renard (90.) scheiterte für Frankreich in der Schlussphase noch per Elfmeter und vergab auch den Nachschuss.

Belgiens Amber Tysiak hatte den Strafstoß mit einem Handspiel verschuldet und sah die Gelb-Rote Karte. Die französische Star-Stürmerin Marie-Antoinette Katoto (Paris St. Germain) hatte bereits nach 17 Minuten verletzt ausgewechselt werden müssen.

Unter Druck steht indes Italien, das in Manchester gegen Island zuvor nur zu einem 1:1 (0:1) gekommen war. Valentina Bergamaschi (62.) glich die isländische Führung durch Karolina Vilhjalmsdottir (3.) aus.

Nach ihrer 1:5-Pleite gegen Frankreich zum Auftakt verweilt die Mannschaft von Trainerin Milena Bertolini auf Rang vier. Die Italienerinnen sind bei einem Zähler punktgleich mit Belgien, das am Montag (21.00 Uhr) der letzte Gruppengegner ist. Der Gruppenzweite Island, der Frankreich parallel fordert, hat zwei Punkte auf dem Konto

Italien wahrt nach Remis gegen Island die Viertelfinal-Chance

Italiens Fußballerinnen haben bei der Europameisterschaft in England ihre Chancen auf das Viertelfinale mit Mühe gewahrt. Gegen Island kam das Team von Trainerin Milena Bertolini im zweiten Gruppenspiel am Donnerstag in Manchester zu einem 1:1 (0:1). Nach der 1:5-Pleite im ersten Duell gegen Frankreich kann Italien noch auf das Weiterkommen hoffen.

Valentina Bergamaschi (62.) glich die isländische Führung durch Karolina Vilhjalmsdottir (3.) aus. In der Gruppe D liegt Italien mit einem Punkt auf Rang vier. Davor stehen die punktgleichen Belgierinnen hinter Island (zwei Zähler) und Frankreich (drei Zähler). Die Entscheidung fällt in der Gruppe am kommenden Montag (21.00 Uhr), wenn Italien in Manchester auf Belgien trifft. Island spielt parallel in Rotherham gegen die Französinnen.

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg fehlt beim Training

Wegen Migräne hat Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg das Training der deutschen Fußballerinnen am Donnerstag bei der Europameisterschaft in England verpasst. Die 54-Jährige fehlte auf dem Gelände des Grasshoppers Rugby Football Clubs. Bereits am Nachmittag gab DFB-Sprecherin Annette Seitz Entwarnung und meinte: „Beim Mittagessen sah sie schon wieder besser aus. Wir werden sie spielfähig bekommen.“

Die angeschlagene Sydney Lohmann trainierte wegen einer Kniereizung nur individuell. Ihre Mittelfeldkollegin vom FC Bayern, Lina Magull (Oberschenkelprobleme), arbeitete im Kraftraum. Die DFB-Frauen treffen bei der EM in England am Samstag (21.00 Uhr) in Milton Keynes auf Finnland, sind aber nach den Siegen gegen Dänemark und Spanien bereits als Gruppenerster für das Viertelfinale qualifiziert.

Voss-Tecklenburg hatte nach dem 2:0 gegen Spanien kurz körperliche Probleme, wie sie danach sagte. „Tatsächlich war ich nach dem Spiel ein Moment bisschen down, da musste der Kreislauf wieder hoch.“ Die Übungseinheit am Donnerstag leiteten ihre Assistenten Patrik Grolimund, Thomas Nörenberg, Britta Carlson und Torwarttrainer Michael Fuchs.

Alexandra Popp äußert sich zur Prämien-Debatte um das DFB-Team.

Hier geht es zur Bilderstrecke: DFB-Frauen von Tausenden Fans in Frankfurt gefeiert

(RP/dpa/SID)