Fortuna: Zweite Chance für Kronholm

Fortuna: Zweite Chance für Kronholm

Kenneth Kronhom, Torhüter von Fußball-Regionalligist Fortuna, steht nach Patrick Deuß' Verletzung wieder in der Startelf. Trainer Uwe Weidemann hatte ihm wegen der "Party-Affäre" eigentlich eine Denkpause verordnet.

Kenneth Kronholm will eigentlich gar nicht mehr über die Vergangenheit sprechen. Nicht über den Ausflug mit den Teamkollegen Hamza Cakir, Ahmet Cebe und Denis Wolf ins Krefelder Nachtleben. Nicht über die daraus resultierenden Konsequenzen. Die Aushilfs-Travoltas wurden von Trainer Weidemann aus der Startelf genommen. Besonders bitter natürlich für Torwart Kronholm, der damit seinen Stammplatz wieder an Patrick Deuß verlor. Doch am Wochenende hat sich Deuß in der Partie gegen Bayer Leverkusen II (3:1) an der Schulter verletzt. Bänderanriss. Er fällt zwei bis drei Wochen aus. Kronholm steht plötzlich wieder zwischen den Pfosten von Regionalligist Fortuna. "So ist Fußball", sagt Kronholm. "Es tut mir wahnsinnig leid für den Pat. Niemand wünscht dem Anderen so etwas. Jetzt will ich allen beweisen, was ich kann."

Es ist die zweite Chance für Kenneth Kronholm. Der 21-Jährige, der im amerikanischen Fort Belair/Virginia geboren wurde, zeigt sich geläutert. "Es war ein Fehler von mir und den Jungs. Wir hätten diese Tour besser nicht unternehmen sollen", bekundet er. "Doch es ist eben so passiert. Ich hoffe, es wächst jetzt ziemlich schnell Gras über die Sache. Ich konzentriere mich nur auf meine Aufgabe. Die Wörter ,Party' und ,feiern' nehme ich so schnell nicht mehr in den Mund."

Glück für Kronholm, Arbeitskollege Patrick Deuß dagegen ist der Pechvogel am Flinger Broich. Gerade hatte er wieder durch gute Leistungen seinen Platz im Team von Weidemann gefestigt. Den hatte er in der Winterpause an Kronholm verloren. Doch Deuß ließ sich nicht unterkriegen. Jetzt der Rückschlag. "Es hätte doch viel schlimmer kommen können. Ich bin jetzt seit fünf Jahren bei Fortuna. Es ist meine erste größere Verletzung", sagt Deuß. "Ich absolviere jetzt täglich mein Reha-Programm. Vielleicht klappt es ja noch mit einem Einsatz zum Saisonausklang gegen den HSV II." Bis dahin rückt Patrick Nettekoven aus Fortunas Zweiter als Ersatzmann in den Kader auf.

Für Patrick Deuß geht es in diesen Tagen allerdings nicht nur um eine schnelle Rückkehr auf den Rasen. Es geht auch um seine Zukunft bei Fortuna. Der Vertrag des 27-Jährigen läuft zum Saisonende aus. "Ich würde gerne bleiben", sagt der gebürtige Remscheider. "Es gab lose Gespräche. Ich habe ja jetzt etwas mehr Zeit. Es wäre toll, wenn es klappt." Doch Deuß will in der kommenden Spielzeit etwas kürzer treten, sich auf seine Doktor-Arbeit vorbereiten. "Wir müssen sehen, wie wir ihn bei Fortuna halten können", erklärt Manager Wolf Werner. "Ich bin da ganz zuversichtlich."

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