Wolf Werner hinterlässt eine große Lücke

Fortunas früherer Manager gestorben: Wolf Werner hinterlässt eine große Lücke

Der frühere Sportvorstand des Bundesliga-Aufsteigers Fortuna Düsseldorf und ehemalige Trainer von Borussia Mönchengladbach ist im Alter von 76 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Wolf Werner war ein Mensch, der nicht mit seiner Meinung hinter dem Berg hielt, und er war stets ein fairer Diskussionspartner.

Noch vor drei Wochen hat Wolf Werner im Gespräch mit unserer Redaktion bewiesen, wie sehr ihm die Fortuna noch immer am Herzen lag. „Fortuna braucht mehr Erfahrung“, hatte er dem Bundesliga-Aufsteiger mit Blick auf die Kaderplanung ebenso kenntnisreich wie wohlmeinend geraten. Am 10. Juni war das, und es war der letzte Rat, den der frühere Sportvorstand seinem letzten Klub geben konnte. In der Nacht zu Samstag ist Wolf Werner im Alter von 76 Jahren gestorben, nach kurzer schwerer Krankheit.

Wer ihn etwas näher kannte, ist ebenso geschockt wie traurig. Denn noch bis vor kurzem wirkte Werner ausgesprochen rüstig, am Sport und am sonstigen Weltgeschehen in hohem Maße interessiert und voller Tatendrang, nichts deutete auf ein drohendes Ende hin. Wie aus Kreisen der Familie verlautete, ging dann alles ganz schnell.

Wolf Werner hinterlässt nicht nur seine trauernde Familie, sondern ein stolzes Lebenswerk in Sachen Fußball. Am 8. April 1942 im heute polnischen Kalisch geboren, wurde er in den 1960ern Jahren zunächst Zeitsoldat, bog dann zum Lehrerberuf ab und trainierte mehrere Amateur-Fußballmannschaften in Norddeutschland wie Komet Bremen und den TuS Esens. In den Profibereich kam er bei Borussia Mönchengladbach, wo er von 1979 bis 1987 Assistent von Trainer Jupp Heynckes war und später zwei Jahre lang selbst als Chef auf der Bank saß. Bei Werder Bremen schien er als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums bereits in Rente gegangen zu sein – um dann noch einmal eine ganz neue Karriere zu starten.

„Fortuna Düsseldorf liegt mir am Herzen“, hat Wolf Werner kürzlich noch gesagt, und das war für ihn nie eine leere Floskel. Am 11. April 2007 übernahm er das bis dahin vakante Amt des Managers, nahm unter der Präsidentschaft Peter Frymuths die sportlichen Geschicke des damaligen Drittligisten aus der NRW-Landeshauptstadt in die Hand. Es begann eine Erfolgsgeschichte.

Werner holte zum Neujahrstag 2008 Norbert Meier als Cheftrainer, und dieses Gespann führte die Düsseldorfer schon 17 Monate später in die zweite, 2012 dann sogar in die erste Liga. Auch wenn nur ein Jahr später der Wiederabstieg nicht zu verhindern war, hinterließ der längst zum Sportvorstand aufgestiegene Werner große Fußstapfen: Fortuna musste es oft bereuen, dass die damalige Führung ihn im Februar 2014 unter unglücklichen Umständen durch Helmut Schulte ersetzte.

Wolf Werner kehrte dem Verein dennoch nie den Rücken. Er zog sich nicht in den Schmollwinkel zurück, sondern kam oft mit seiner Frau aus seiner alten und neuen Heimat Wilhelmshaven im Wohnmobil nach Düsseldorf und besuchte die Spiele des Vereins.

Er blieb ein begehrter Ansprechpartner, für Fans und Medien ebenso wie für den Aufsichtsrat um dessen Vorsitzenden Reinhold Ernst. Wer mit ihm sprach, musste mit einer starken Meinung rechnen, mit der er nicht hinter dem Berg hielt. Er war immer streitbar, aber ein fairer Diskussionspartner. Fortuna Düsseldorf wird Wolf Werner vermissen. Alle, die ihn gut kannten, werden ihn vermissen.

Mehr von RP ONLINE