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Wo Fortuna Düsseldorf den FC Schalke 04 und Dynamo Dresden abgehängt hat und bei Digital-MV alles glatt lief

Zweitliga-Rivalen : Wo Fortuna Schalke und Dresden schon abgehängt hat

Ob es sportlich zu einer dominierenden Rolle Fortunas in der neuen Zweitligasaison kommen wird, kann noch niemand sagen. Auf einem anderen Spielfeld dagegen sind Schalker und Dresdner gerade kläglich gescheitert – die Düsseldorfer sind dagegen stabil geblieben.

Bis es wirklich losgeht in der neuen Saison der „besten Zweiten Liga aller Zeiten“ gehen noch fast sechs Wochen ins Land. In einem Punkt hat Fortuna jedoch zwei künftige Konkurrenten im deutschen Unterhaus bereits jetzt um Längen abgehängt: in Sachen Organisation einer digitalen Mitgliederversammlung. Wir erinnern uns: Zwar hatte es nach dem mit Spannung erwarteten Debüt der virtuellen Sitzung am 12. Dezember einige inhaltliche Diskussionen gegeben – die technische Seite hatte jedoch reibungslos funktioniert.

Ganz anders nun die ähnlich gelagerten Versuche bei zwei Neu-Zweitligisten. Bei der virtuellen Versammlung der Mitglieder von Aufsteiger Dynamo Dresden ging so ziemlich alles daneben, und jene von Bundesliga-Absteiger FC Schalke 04 wurde ein absolutes Desaster. Gehakt hatte es in Gelsenkirchen bei den digitalen Abstimmungen, Testläufe schlugen fehl. So könne die Richtigkeit der eigentlich geplanten Abstimmungen nicht gewährleistet werden, sagte Aufsichtsratschef Jens Buchta, der die Versammlung am Sonntag leitete und schließlich abbrach.

Die technischen Pannen sorgten bei den Fans für Unmut. Ein Twitter-Nutzer schrieb: „Nach den letzten blamablen anderthalb Jahren schafft ihr es, mich auch in der Sommerpause bis zum äußersten zu quälen.“ Ein anderer bezeichnete den Verein als „peinlich“: „Es ist nicht in Worte zu fassen.“ Als Buchta den Abbruch ankündigte, waren seit dem Start um 9.04 Uhr schon fast vier Stunden verstrichen – vielfach aber nur mit Warteschleifen-Klängen. Eigentlich sollten am Sonntag auch Mitglieder des Aufsichtsrats gewählt werden – wichtig, weil Buchta seinen Rückzug aus dem Gremium angekündigt hatte. Nach der Mitgliederversammlung sollte der neue Aufsichtsratschef gekürt werden, doch daraus wurde nichts.

Schon am Samstag war die wegen Corona von November 2020 verschobene Mitgliederversammlung von Dynamo Dresden nach zwei Stunden abgebrochen worden. Serverprobleme bei der Online-Veranstaltung hatten schon bei Tagesordnungspunkt zwei eine erste Abstimmung verhindert. Die geplante Wahl des neuen Präsidium musste abgebrochen werden. Der kaufmännische Geschäftsführer Jürgen Wehlend hält eine Neuansetzung erst im November für machbar, wenn die für das Jahr 2021 obligatorische Versammlung ohnehin stattfinden wird. Dann werden zwei Geschäftsjahre behandelt.

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Mit solchen Problemen muss sich Fortuna nach ihrer geglückten Versammlung aus der Vorweihnachtszeit nicht beschäftigen. Auf Nachfrage unserer Redaktion wollte sich zwar aktuell kein Mitglied der Klubführung dazu äußern – zu groß sei die Gefahr, dass Schalker oder Dresdner Kollegen das so auslegen könnten, als mache man sich in Düsseldorf über sie lustig.

Tatsächlich jst das aber schon fast zu viel der Bescheidenheit. Unter der Federführung von Organisations-Direktor Sven Mühlenbeck hatte sich der Klub nämlich mit unglaublicher Akribie auf die virtuelle Versammlung vorbereitet, die im Dezember sogar noch ganz anderen Schwierigkeiten unterlag als heutige Versuche: Vor einem halben Jahr war die juristische Haltbarkeit der Beschlüsse einer digitalen Versammlung nämlich längst noch nicht geklärt. Und so sicherten sich die Düsseldorfer in vielen Gesprächen mit mehreren Juristen ab, suchten die größten Überschneidungen von deren Ansichten.

Ganz entscheidend war im vergangenen Herbst aber die doppelte bis dreifache Absicherung der Internet-Verfügbarkeit. Deshalb wählte Fortuna das CCD der Messe als Austragungsort, da dort über die Telekom eine 99-prozentige Sicherheit herrschte, dass die Leitungen nicht zusammenbrechen. Bei den Abstimmungen setzte Fortuna auf die Zusammenarbeit mit dem weltweiten führenden Dienstleister für virtuelle Abstimmungen aus den USA, wobei dessen Programm an deutsches Datenschutzrecht angepasst wurde.

Bevor es am 12. Dezember ernst wurde, spielten Mühlenbeck und sein Team die Versammlung rund 30 Mal durch, berichtete der Direktor für Organisation und Spielbetrieb seinerzeit. In einem ersten Slot wurde dabei eine Belastbarkeit mit 10.000 gleichzeitig zugeschalteten Mitgliedern sichergestellt, dazu eine Absicherung für 10.000 weitere bereitgehalten. Etliche Belastungstest sorgten dann dafür, dass Zusammenbrüche wie jetzt in Schalke und Dresden vermieden werden konnten.

Bei den Düsseldorfern geht man aktuell davon aus, dass der Aufsichtsrat um seinen Vorsitzenden Björn Borgerding im Herbst bei der nächsten Mitgliederversammlung wieder zu einer Präsenzveranstaltung in die Arena einladen kann. Doch sollte dem irgendetwas im Wege stehen, darf man sich auf die positiven Erfahrungen einer gelungenen virtuellen Versammlung verlassen.

(mit Material der dpa)