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Fortuna: Viel Theater um Fortunas 1:1

Fortuna : Viel Theater um Fortunas 1:1

Zweitliga-Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf wankte beim FC Ingolstadt, rettete aber einen Punkt. Die Spieler gaben Schiedsrichter Tobias Christ eine Mitschuld an der Hektik, die zum Platzverweis gegen Andreas Lambertz führte.

Schon die Begleiterscheinungen der Partie waren nicht alltäglich. Das begann beim Wetter, das den Fußball-Zweitligisten FC Ingolstadt und Fortuna Düsseldorf bei stattlichen minus elf Grad sportliche Höchstleistungen allein schon dafür abverlangte, nicht am Boden festzufrieren. Und das setzte sich fort bei der Spielkleidung der Düsseldorfer. Mit ihren leuchtend roten Hosen zu gelben Trikots und Stutzen wirkten sie so, als wollten sie sich öffentlich solidarisch erklären mit ihrem Eishockey-Nachbarn DEG, der ums wirtschaftliche Überleben kämpft und eben diese Vereinsfarben hat.

Schuld am Papageien-Outfit war indes Schiedsrichter Tobias Christ, der Ingolstädter und Düsseldorfer nicht in derselben Hosenfarbe — nämlich schwarz — spielen sehen wollte. Womöglich hatte der Unparteiische aus dem pfälzischen 3000-Seelen-Nest Münchweiler schon eine Vorahnung, dass er an diesem Tag nicht den besten Durchblick haben würde. Beim 1:1 des Abstiegskandidaten aus Oberbayern gegen den Spitzenreiter verdiente sich Christ jedenfalls das Prädikat "völlig überfordert".

Strafmildernd kann der Referee geltend machen, dass es ihm beide Mannschaften wirklich nicht leicht machten. Kaum eine Szene, nach der sich nicht mindestens ein Spieler theatralisch auf dem Boden wälzte, kaum eine Szene, nach der nicht etliche Profis größere Diskussionen mit dem Schiedsrichter anzettelten. Christ traf an dieser unheilvollen Einwicklung allerdings eine Mitschuld, denn er ließ den auf Krawall gebürsteten Protagonisten eine viel zu lange Leine.

"Es wäre alles nicht so weit gekommen, wenn der Schiedsrichter gleich nach 25 Sekunden eine Gelbe Karte gegen Marino Biliskov gezeigt hätte", meinte Fortunas Abwehrspieler Assani Lukimya. "So, wie Sascha Rösler da umgehauen wurde, gab es gar keine andere Entscheidung. Da aber nichts passierte, haben sich alle hineingesteigert, es kam immer mehr Hektik auf, und das führte letztlich auch zu der unnötigen Gelb-Roten Karte."

Diese sah Düsseldorfs Kapitän Andreas Lambertz, der vor einem Freistoß Ingolstadts Torschützen José Alex Ikeng den Ball entreißen wollte und dabei arg heftig zu Werke ging. Ikeng nahm die Einladung an und warf sich spektakulär zu Boden. Zuvor hatte sich der Schiedsrichter den Zorn der Gastgeber zugezogen, als er einen Kniecheck von Biliskov gegen Oliver Fink mit einem Elfmeter bestrafte — einen Körperkontakt hatte es zweifellos gegeben, aber in der Straßenbahn wäre Fink bei einem solchen Stoß sicher nicht zu Fall gekommen.

  • Fotos : Ingolstadt-Spiel: Fortunen in der Einzelkritik
  • Stimmen zum Ingolstadt-Spiel
  • Fotos : FC Ingolstadt 04 - Fortuna 1:1

Jens Langeneke verwandelte seinen achten Strafstoß der Saison und glich damit den kuriosen Rückstand aus, bei dem sich die Fortunen Johannes van den Bergh (mit einem unnötigen Foul), Fink, Lukimya und Thomas Bröker (mit schlechtem Stellungsspiel) und Torhüter Michael Ratajczak (der den Ball durchrutschen ließ) die Schuld teilten. Kein Wunder, dass Trainer Norbert Meier resümierte: "So richtig weiß ich noch nicht, was ich von diesem Spiel halten soll."

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FC Ingolstadt 04 - Fortuna 1:1

Ingolstadt: Özcan - Görlitz, Biliskov, Gunesch, Andreas Schäfer - Ikeng (88. Leo Haas), Matip - Leitl (88. Bambara), Buchner (82. Akaichi) - Nemec, Florian Heller. - Trainer: Oral

Düsseldorf: Ratajczak - Levels, Lukimya-Mulongoti, Langeneke, van den Bergh (90.+1 Juanan) - Bodzek, Lambertz - Beister (80. Matuschyk), Oliver Fink - Bröker, Rösler (75. Ranisav Jovanovic). - Trainer: Meier

Schiedsrichter: Tobias Christ (Münchweiler)

Tore: 1:0 Ikeng (24.), 1:1 Langeneke (30., Foulelfmeter)

Zuschauer: 6585

Gelb-Rote Karte: Lambertz wegen unsportlichen Verhaltens (67.)

Gelbe Karten: Leitl (7), Ikeng (3) - Bodzek (9), Rösler (8)

Torschüsse: 11:13

Ecken: 3:1

Ballbesitz: 52:48 Prozent