Fortuna: Tiefes Zerwürfnis unter den Fans

Fortuna : Tiefes Zerwürfnis unter den Fans

Auf dem Rasen kämpfte Fortunas Mannschaft, auf den Rängen ihr Anhang. Doch während sich die Fußballer (meist) regelgerecht mit den Spielern des Hamburger SV II auseinandersetzten, prügelten sich die Düsseldorfer Anhänger untereinander. Ein unwürdiges Schauspiel, das sich keinesfalls wiederholen sollte.

Es zeigte deutlich, wie tief das Zerwürfnis unter den Fanlagern Fortunas inzwischen geworden ist. Auf der einen Seite die "Ultras”, die sich selbst für den Inbegriff der Fußball-Kreativität halten und sich in der Regel selbst am meisten feiern, auf der anderen Seite die "echten” Fans, denen das sportliche Überleben ihres Vereins wichtiger ist als momentane (verständliche) Verstimmung über schlechte Leistungen der Spieler.

Diese Fans waren am Samstag nicht bereit, kindische Ultra-Aktionen wie 90 Minuten Schweigen und Verlassen des Fanblocks mitzutragen, äußerten auch ihren Unmut über fragwürdige Plakate wie "Wenn ihr absteigt, gibt‘s was auf die Fresse”. Sie setzten in der für den Klub so eminent wichtigen Partie stattdessen auf Anfeuerungsrufe, peitschten Fortuna nach vorn. Schließlich gab ein Wort das andere, auf Rufe wie "Ultras raus” oder "Und ihr wollt Fortunen sein?” folgten handfeste Raufereien.

Wohlgemerkt: Kritik darf und muss sein -­ aber nicht vor einem so wichtigen Spiel. Die Ultras täten gut daran, ihren Blick mehr auf die Zukunft ihres Vereins zu richten als auf billige Effekthascherei und Egozentrik. Aber wer Rauchbomben witzig und schön findet und damit Fortuna fünfstellige Summen kostet, ist wohl für Argumente ohnehin nicht empfänglich. Schade drum.

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