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Fortuna Düsseldorf: Teamgeist steht an erster Stelle

Fortuna Düsseldorf : Teamgeist steht an erster Stelle

Die Gelb-Rote Karte gegen einen ihrer kopfballstärksten Profis war mitentscheidend für die erste Saisonniederlage der Düsseldorfer. Das 0:1 beim FSV Mainz 05 beendete eine stolze Serie des Bundesliga-Aufsteigers, dessen Verantwortliche jedoch gelassen blieben.

Fabian Giefer war bedient. Der 22-jährige Torhüter, der sich sonst stets den Fragen der Medien stellt, stürmte wortlos durch die Interviewzone der Mainzer Coface-Arena, riss ein Absperrband unwirsch aus der Verankerung und verschwand in der Kabine. Mit der ersten Pflichtspielniederlage umzugehen, die Giefer im Trikot der Düsseldorfer Fortuna soeben beim FSV Mainz 05 erlitten hatte, fiel ihm offenbar nicht so leicht.

Womöglich hatte die Reaktion des talentierten Keepers aber auch damit zu tun, dass er am einzigen Treffer des Tages nicht ganz unbeteiligt war. Es war die 85. Minute, als sich neben Fabian Giefer fast die komplette Defensivabteilung des Bundesliga-Aufsteigers ein verhängnisvolles Nickerchen gönnte. Der Eckstoß von Andreas Ivanschitz segelte in den Strafraum, und keiner der kopfballstarken Düsseldorfer Juanan, Stelios Malezas, Adam Bodzek und Jens Langeneke kümmerte sich sonderlich darum — schon gar nicht um den Mainzer Nikolce Noveski. Und da auch Giefer unentschlossen zu Werke ging, köpfte der mazedonische Nationalspieler unbedrängt zum 1:0 ins Netz.

Es spricht für den Teamgeist bei Fortuna, dass hinterher niemand Schuldzuweisungen betrieb. Nicht einmal den Namen des Kollegen, der Noveski bei Standardsituationen zugeteilt war, wollten die Beteiligten hinterher verraten. "Für Noveski war ich zuständig", gab Stürmer Dani Schahin lediglich zu Protokoll — wenig hilfreich, da Schahin fünf Minuten vor dem 1:0 ausgewechselt wurde. Somit wurde Juanan, der für den 23-Jährigen gekommen war, zum Hauptverdächtigen. Eine Bestätigung dazu erfolgte aber ebenso wenig wie Kritik an Giefer. "So etwas besprechen wir intern", verkündete Trainer Norbert Meier. "Es ist ohnehin egal, da wir immer als Mannschaft gewinnen und eben auch verlieren."

An diesem Tag, der die erste Düsseldorfer Pflichtspielniederlage seit 173 Tagen brachte, sicherlich die einzig richtige Einstellung. Zumal, da sich neben Giefer, Juanan und den in der entscheidenden Szene zu zögerlichen (ansonsten aber stark spielenden) Langeneke und Malezas mindestens ein weiterer Spieler als Sündenbock angeboten hätte. Oliver Fink, in den ersten Saisonspielen fast durchgängig unter den Besten bei Fortuna, leistete seinen Kollegen mit einem gänzlich überflüssigen Platzverweis einen Bärendienst. "Beim Eckball hatten die Mainzer alle ihre langen Kerls vorne", erklärte Langeneke dazu nur. "Da hat uns Finki als kopfballstarker Spieler leider gefehlt." Das war's aber auch schon an kritischen Worten. Teamgeist steht bei Fortuna eben an erster Stelle.

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Fink selbst ging mit sich schon härter ins Gericht. " Ich hatte schon eine Karte und hätte mich cleverer verhalten müssen", sagte der 30-Jährige zerknirscht. "Es ist echt Mist, dass ich durch die Länderspielpause und meine Sperre jetzt so lange keine Chance habe, das wieder gutzumachen." Es ehrte den Oberpfälzer, dass er dem ganz schwachen Schiedsrichter Deniz Aytekin keinen Vorwurf machte. Berechtigt wäre ein solcher durchaus gewesen, denn die erste Gelbe Karte gegen Fink war — wie etliche andere Entscheidungen des Oberasbachers — ein schlechter Witz.

Fortunas Offizielle nahmen die Niederlage trotz des unglücklichen Zustandekommens sehr gelassen. "Natürlich wäre es schön gewesen, ungeschlagen in die Länderspielpause zu gehen", sagte der Vorstandsvorsitzende Peter Frymuth. "Auf der anderen Seite hätten wir nie erwartet, zu diesem Zeitpunkt bereits zehn Punkte zu haben. Spieler und sportliche Leitung werden die richtigen Schlüsse aus dieser Partie ziehen. Es gibt keinen Grund zur Depression."

(RP/can/csi)