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Düsseldorf: Sichere Arena: Fortuna in der Pflicht

Düsseldorf : Sichere Arena: Fortuna in der Pflicht

Zwei Monate vor dem Start der Bundesliga-Saison laufen intern Gespräche über die Konsequenzen, die das chaotische Ende des Relegationsspiels nach sich ziehen muss. Der Verein steht unter Druck. Er muss auch helfen, das ramponierte Image der Fußballstadt Düsseldorf wieder herzustellen.

Der Start der Fortuna in die 1. Liga wird mit Spannung erwartet — leider nicht nur aus sportlichen Gründen. Zwar rechnen Experten nicht damit, dass es erneut zu Problemen kommt wie zum Ende des Spiels gegen Berlin, aber dennoch steht die Frage im Raum, ob man ein neues Sicherheitskonzept präsentieren will und wird. Denn nach dem verfrühten Platzsturm einiger Fans im entscheidenden Spiel um den Aufstieg steht der Verein auch bundesweit im Fokus.

Derzeit geben sich die Beteiligten bedeckt. Polizei und Stadt verweisen auf den Verein. Als Mieter der Arena habe er für einen ordnungsgemäßen Ablauf zu sorgen. Dafür gebe es Richtlinien der Deutschen Fußball Liga (DFL). Ordnungsdezernent Stephan Keller: "Das ist Sache der Fortuna!" Im Verein sieht man aber noch keinen Handlungsbedarf. Es verbleibe noch viel Zeit bis zum Bundesligastart am 24. August. Die Auswertung des Berlin-Spiels laufe, und erst danach werde zum Beispiel entschieden, ob die Firma Klüh in der 1. Liga weiter für die Sicherheit in der Arena zuständig sein wird. "Wir sind in Kontakt mit allen Beteiligten", sagt Fortuna-Chef Peter Frymuth.

Klar ist bereits, dass es trotz des Platzsturms in der Arena keine höheren Zäune geben wird: Dass die Zuschauer im Notfall auf den Rasen dürfen, ist sogar Teil des Sicherheitskonzeptes — auf keinen Fall will man wieder Zäune errichten, nachdem es in England und in Belgien Unfälle mit Toten gegeben hatte.

Ob es an anderer Stelle Änderungen geben wird, entscheidet ohnehin nicht nur die Fortuna. Die Politik denkt seit dem Düsseldorf-Spiel über schärfere Regeln in den Stadien nach — im Gespräch sind zum Beispiel ein Alkoholverbot, strengere Einlasskontrollen oder gar die Abschaffung der Stehplätze. Noch vor Beginn der Saison soll es ein Treffen der Innenminister mit den Fußballverbänden geben — das auch für Partien in der Esprit-Arena Auswirkungen haben könnte.

Mit Spannung wird unterdessen die Reaktion der Fortuna auf das angedrohte Geisterspiel erwartet. Der DFB will mit dieser Strafe die Vorkommnisse beim Spiel gegen Berlin ahnden. Eine solche Partie ohne Zuschauer würde einen Umsatzverlust von mehr als einer Million Euro bedeuten, der den Verein und die städtische Arena — die etwa am Essens-Verkauf beteiligt ist — treffen würde. Bis Montag hat die Fortuna Zeit, sich zu äußern.

Was viele in Düsseldorf noch mehr ärgert als die drohende Strafe, ist das ramponierte Image der Fortuna seit dem Platzsturm. Plötzlich gilt Düsseldorf als Fußball-Problemstadt — obwohl sich die vor dem Abpfiff auf den Platz laufenden Fans vielleicht dumm, aber nicht aggressiv verhalten haben. "Düsseldorf hat Pech gehabt, dass es am Ende einer Reihe von Problem-Spielen stand", sagt Christian Hupertz, Chef der Werbeagentur Grey. Am Abend zuvor etwa hatte es in Karlsruhe Krawalle gegeben.

Wie lässt sich das gute Image der Fußballstadt Düsseldorf wieder herstellen? Der Werbefachmann, der bei dem Berlin-Spiel im Stadion war, rät ab von Werbe-Kampagnen. Die Verantwortlichen müssten stattdessen nun signalisieren, dass sie aus den Vorfällen gelernt haben und es künftig besser machen werden. "In solchen Fällen hilft nur Offenheit und Ehrlichkeit", sagt er.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Fortuna-Fans stürmen den Platz

(RP)