Fortuna: Shala: Mannheim statt Kosovo

Fortuna: Shala: Mannheim statt Kosovo

Kujtim Shala hätte für den Kosovo der neue Klinsmann werden können. Der ehemalige Fortuna-Profi war als Nationaltrainer seines Geburtslandes im Gespräch, doch die Verhandlungen scheiterten, da er sich ebenso wenig der Obrigkeit beugen mag, wie der Bayern-Trainer.

Ziemlich unbescheiden sagt Shala: "Ich habe vier Jahre in Pristina gespielt und war da der beste Spieler. Das ganze Land wollte, dass ich Trainer werde. Aber ich kann die Leute ja nicht dazu zwingen."

Gemeint ist Verbandspräsident Fadil Vokrri, der laut Shala einen seiner ehemaligen Mitspieler für den Posten haben wollte. "Der hat dann den Zuschlag gekriegt." Und Shala findet einen Bruder im Geiste: "Das ist ja nicht anders als in Deutschland. Da kam erst Klinsmann und der hat Löw mitgebracht und so war kein Platz für Lothar Matthäus. Obwohl doch alle wissen, was Matthäus für Deutschland bedeutet."

Jetzt ist Matthäus Trainer in Israel und Shala in Mannheim, genauer gesagt bei der A-Jugend des Oberligisten VfR in der Verbandsliga. Seinen Arbeitsalltag beschreibt Shala so: "Die haben Probleme: Der eine schreibt eine Arbeit, der andere hat Probleme mit seiner Freundin. Was ich mir da alles anhören muss..." Er selbst sei als Spieler anders gewesen: "Ich war Profi."

Unter anderem beim Bundesligisten Fortuna Mitte der 90er Jahre. Sportlich lief es damals nicht so gut, Shala brachte es nur auf 15 Einsätze ohne Torerfolg. "Ich hatte da nicht so viel Glück. Aufgrund vieler Verletzungen konnte ich nicht so viel spielen, aber als Sportler brauchst du Glück. Auch mit dem Trainer. Und Aleks Ristic war nicht so einfach."

Dennoch gibt es auch schöne Erinnerungen: "Düsseldorf ist eine der schönsten Städte. Ich denke immer wieder gerne an die Kö", sagt Shala, der mittlerweile in Mannheim lebt und in Tochter Teúta (20 Jahre), Andis (19) und Janina (13) bereits drei Kinder hat, aber noch auf das vierte wartet: "Das kommt in drei Monaten und wird ein Junge. Es ist doch schön, Kinder zu haben", freut sich der 44-Jährige.

Ganz unglücklich ist er dann auch nicht, dass er nicht Nationaltrainer wurde: "Ich wollte nicht weg aus Deutschland. Es ist besser hier. Vor allem für meine Kinder." Und als Nationaltrainer hätte Shala ja ebenso oft in den Kosovo reisen müssen, wie Klinsmann seinerzeit von Kalifornien nach Deutschland.

(RP)
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