Fortuna Düsseldorf: Pohjanpalo rettet Fortuna in Bochum einen Punkt

Fortuna Düsseldorf : Pohjanpalo rettet Fortuna in Bochum einen Punkt

Dank einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause kommt der Düsseldorfer Zweitligist zu einem verdienten 1:1 beim VfL Bochum. Michael Gregoritsch trifft für Bochum, Joel Pohjanpalo erzielt den Ausgleich.

Peter Neururer und der VfL Bochum können im eigenen Stadion einfach nicht gewinnen. Im Topspiel des siebten Spieltags der Zweiten Liga reichte es trotz überlegen geführter erster Hälfte nur zu einem 1:1 — dem vierten Unentschieden im vierten Heimspiel der Saison. Fortuna verdiente sich den Punkt durch eine enorme Steigerung nach dem Wechsel und machte ihren Fans damit viel Mut für die Heimbegegnung mit RB Leipzig am Sonntag.

Bernd Jolitz: "Fortuna mit beeindruckender Qualität"

"Das Unentschieden geht in Ordnung. Es hätte aber auch 4:4 ausgehen können. Es war ein tolles Fußballspiel. In der zweiten Halbzeit haben wir anfangs leider ein bisschen den Faden verloren", sagte VfL-Trainer Peter Neururer bei Sky. "Wenn man die 90 Minuten sieht, ist das Ergebnis schon gerecht. Die zweite Hälfte war Werbung für die 2. Liga", bilanzierte Fortuna-Coach Oliver Reck.

Man kann Oliver Reck wirklich nicht vorwerfen, er hielte stur an einmal gefassten Meinungen und Aufstellungen fest. Da hatte er nun mit Fortuna drei Ligaspiele in Folge gewonnen — und stellte seine Anfangsformation dennoch auf zwei Positionen um. In einem Fall war der Coach dazu gezwungen, denn nach Heinrich Schmidtgal (Sehnenverletzung im Training) meldete sich kurzfristig in Lukas Schmitz auch der zweite etatmäßige Linksverteidiger wegen muskulärer Probleme ab. Aus der Not heraus stellte Reck daher den gelernten Innenverteidiger Christopher Avevor zu dessen Startelf-Debüt nach links.

Die zweite Änderung war dagegen vollkommen freiwillig. Der Düsseldorfer Coach tauschte Nationalstürmer gegen Nationalstürmer, verzichtete zugunsten des Finnen Joel Pohjanpalo auf den Österreicher Jimmy Hoffer, obwohl der zuletzt in Aue und in Nürnberg getroffen hatte. Den Ausschlag zugunsten des 20-jährigen Nordländers gab offenbar dessen Siegtreffer am Sonntag zum 3:2 gegen Heidenheim.

Avevor mit Problemen in Halbzeit eins

Beide Ideen des Coaches hatten jedoch ihre Tücken. Pohjanpalo war zwar viel unterwegs, stolperte aber viel zu häufig in die Abseitsfalle der Bochumer. Und Avevor hatte genau die Probleme, die ein ausgewiesener Rechtsfuß eben so auf der linken Seite haben kann — und der VfL nutzte das mehrfach aus. Immer wieder stießen die flinken Offensivkräfte der Gastgeber über Avevors Seite nach vorn, rissen so Löcher in die Fortuna-Deckung.

Beim 1:0 wählten sie die Variante des Flankenwechsels: Nach der Balleroberung im rechten Mittelfeld kam der lange Pass auf links, von dort die Flanke auf den Kopf des im Strafraum völlig blank stehenden Michael Gregoritsch. Es war beileibe nicht das einzige Mal, das Recks zuletzt so stabiles Team defensiv in die Bredouille geriet. Die forschen Attacken des VfL schüttelten Fortuna ordentlich durch, und mindestens zweimal hatte sie richtig Glück, nicht höher in Rückstand zu geraten. Nur drei Minuten nach dem 1:0 verpasste dann Gregoritsch hauchdünn seinen zweiten Treffer, als Julian Schauerte auf der Torlinie rettete. Die Fehlerquote war schlichtweg entschieden zu hoch, so dass sie mit dem knappen Pausenrückstand noch gut bedient waren.

Ein taktischer Kniff Recks sorgte nach dem Wechsel für ein gänzlich verändertes Bild. Er nahm den diesmal enttäuschenden Christian Gartner aus der Partie, stellte dafür Avevor auf die "Sechs", Axel Bellinghausen auf die linke Seite der Viererkette und wechselte für die Position davor Ben Halloran ein. Plötzlich zeigte Fortuna eine andere Körpersprache, riss die Initiative an sich und kam auch zum Abschluss. Pohjanpalos Ausgleichstreffer, vorbereitet durch den immer stärker werdenden Schauerte, war daher längst nicht mehr überraschend. Am Ende hätte es sogar noch ein Sieg werden können, als Halloran und Charlie Benschop frei vor Bochums Torhüter Michael Esser vergaben. Das jedoch wäre in Anbetracht der ersten 45 Minuten wohl etwas zu viel des Guten gewesen.

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