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Fortuna Düsseldorf: Phantomtorschüsse und Pintos gelbes Jubiläum

Fortuna Düsseldorf : Phantomtorschüsse und Pintos gelbes Jubiläum

Fortuna Düsseldorf hat sportlich gesehen nicht unbedingt eine besinnliche Vorweihnachtszeit erlebt. Gegen Braunschweig gab es die zweite Niederlage in der Adventszeit. Sergio da Silva Pinto feierte dabei ein spezielles Jubiläum. Die Fakten in unserer Fortuna-Nachspielzeit.

Spiel zum Vergessen

Ein bisschen Mitleid konnte man im Nachhinein für Erwin Hoffer haben. Er war in der Spitze komplett abgemeldet. Das belegen auch die Zahlen: Null Torschüsse, ein Foul, vierzehn Sprints und zwanzig Zweikämpfe (davon dreizehn verloren). Von den vierzehn Pässen, die er in Braunschweig spielte, kamen nur sieben an. Lediglich sechs spielte er offensiv — also Richtung gegnerisches Tor. Davon kam einer an.

Avevor ist Ihr Spieler des Spiels

Christopher Avevor hat sich bei unserem Spieltagsvoting durchgesetzt. Mit 63,6 Prozent gewann er die Wahl vor Jonathan Tah (18,9 Prozent) und Sergio da Silva Pinto (17,5) — eine klare Angelegenheit.

Linksverteidiger mit den besten Zweikampfwerten

Quizfrage: Keine Dreierkette, Avevor im Mittelfeld, Axel Bellingausen auf der Bank, Heinrich Schmidtgal und Lukas Schmitz verletzt — wer spielt dann auf links? Richtige Antwort: Adam Bodzek. Der Kapitän gab seine Premiere auf dieser Position — und verzeichnete gute Zweikampfwerte. Mit 70 Prozent gewonnener Duelle war er bester Fortune, selbst Jonathan Tah kam nur auf 63 Prozent.

Keine Torschüsse? Von wegen!

Wer das Spiel der Fortuna bei Eintracht Braunschweig aufmerksam verfolgt hat, dürfte bei einer Schätzung der Torschüsse des Teams von Trainer Oliver Reck ordentlich überrascht worden sein: Laut der Deutschen Fußball-Liga versuchten es die Fortunen gleich 15 Mal — so die Statistik. Demnach sollten die Düsseldorfer auch schon sechs Mal zur Halbzeit aufs Tor geschossen haben. Braunschweig kommt übrigens nach 90 Minuten nur auf 14 Torschüsse. Die Wahrnehmung auf den Tribünen war jedenfalls eine andere.

Dieses Mal nicht so fair

Fortuna gehört zu den fairsten Teams der Liga. Lediglich vier Mannschaften können diesbezüglich einen besseren Wert aufweisen. Gegen Braunschweig verübten die Düsseldorfer ungewohnt viele Fouls. 20 Mal pfiff der Schiedsrichter sie zurück, damit lagen sie rund fünf Fouls über dem Durchschnitt.

Hinten hui, vorne pfui

"Kompakt stehen" wollte Fortuna laut Reck gegen Braunschweig. Das gelang auch weitestgehend. Dafür stagnierte das Spiel offensiv in der ersten Halbzeit. Passenderweise fehlten da auch noch die Top-Torjäger Joel Pohjanpalo und Charlison Benschop. Zusammen kommen sie auf 18 Tore. Zusätzlich haben sie aber auch fünf Tore vorbereitet, bei denen weder der eine noch der andere das Tor erzielt hat. Sprich: Bei 23 der 28 Fortuna-Tore hatten sie ihre Finger — oder viel mehr ihre Füße — im Spiel.

Dass sie in der zweiten Halbzeit auch an den auffälligsten Szenen rund um den gegnerischen Strafraum beteiligt waren, spricht gegen Recks Personalentscheidung. Pohjanpalo gab einen Warnschuss kurz nach seiner Einwechslung ab und bereitete mit seinem Kopfball an den Pfosten den Ausgleichstreffer durch Ben Halloran vor. Benschop vergab hingegen die Riesenchance zum 2:1.

Jubilar Pinto

Pinto feierte am Dienstag ein ganz besonderes Jubiläum. Der Routiner kassierte nicht nur die fünfte Gelbe Karte der Saison und wird somit beim Spiel gegen Union Berlin am Freitag fehlen. Es war gleichzeitig seine 100. Gelbe Karte seiner Profi-Karriere. Wir sind unschlüssig, ob das ein Grund zum Gratulieren ist.

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Abseits!

Das dürfen Kommentatoren bei Spielen der Fortuna besonders häufig sagen. Keine andere Mannschaft in der 2. Bundesliga wird so häufig zurückgepfiffen. Pro Spiel ist es durchschnittlich 2,78 Mal. Gegen Braunschweig waren es vier Abseitspositionen, gegen Frankfurt paar Tage zuvor kamen sie auf gleich acht Abseitsentscheidungen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Braunschweig - Fortuna: Einzelkritik

(cfk)