Partie gegen RB Leipzig: Fortuna Düsseldorfs taktische Blaupause für Spiele gegen Top-Gegner

Erkenntnis aus Partie in Leipzig : Fortunas taktische Blaupause

Fortuna Düsseldorf hat am Sonntag mit dem 1:1 gegen RB Leipzig viele Fans und Experten überrascht. Die Spielweise könnte ein Vorbild für kommende Spiele gegen nominell bessere Teams sein.

Nicht gerade wenige Anhänger sorgten sich am Sonntag um 14.30 Uhr um ihre Fortuna. Gerade war die Aufstellung für das Auswärtsspiel bei RB Leipzig bekanntgeworden: Fünferkette und drei defensive Mittelfeldspieler – ob diese scheinbare Mauertaktik tatsächlich aufgehen kann? Um 17.22 Uhr pfiff Schiedsrichter Marco Fritz ab, Fortuna hatte ein 1:1 erkämpft – und hätte mit etwas mehr Glück sogar gewinnen können. Die Partie war einerseits der Beleg dafür, dass das, was auf dem Papier steht, nicht immer mit dem übereinstimmen muss, was letztlich auf dem Rasen passiert. Und andererseits muss diese Partie als Blaupause für Fortunas Spiele gegen Top-Gegner in der Fußball-Bundesliga dienen.

Friedhelm Funkel ließ es sich dann auch nicht nehmen, seiner Genugtuung über das Verhallen der Unkenrufe freien Lauf zu lassen. „Alles Unfug“, sagte Fortunas Trainer. „Nominell hatten wir zwar acht Defensive und nur zwei Offensive auf dem Platz. Und doch haben wir so offensiv gespielt wie selten. Es kommt eben immer darauf an, wie die Mannschaft das umsetzt.“ Und sie setzte das System hervorragend um, brachte eine nahezu perfekte Balance zwischen aufopferungsvoller Abwehrarbeit und kreativem Angriffsspiel auf den Rasen.

Besonders in der Anfangsphase stürmte eigentlich nur der Gast aus Düsseldorf. Nach Ballgewinnen ging es schnurstracks Richtung Leipziger Tor. Die zentralen Mittelfeldakteure Matthias Zimmermann, Marcel Sobottka und Alfredo Morales weisen in ihrem Portfolio zwar primär defensive Qualitäten aus, doch in Sachsen fühlten sich alle Drei auch rund um den gegnerischen Strafraum pudelwohl. Und auch die beiden Außenverteidiger der Fünferkette, Niko Gießelmann und Jean Zimmer, beackerten ihre Seite hinter und jenseits der Mittellinie gewissenhaft.

Fortunas Torschütze Matthias Zimmermann war geradezu euphorisch. „Wenn man sieht, dass wir gegen so eine Mannschaft in der Bundesliga mithalten können“, sagte der 26-Jährige, „dann brauchen wir vor keiner Mannschaft Angst zu haben – vielleicht vor den Bayern. Aber wenn wir so kompakt stehen, ist auch gegen die was möglich.“

Das Spiel gegen den Rekordmeister steht allerdings erst Ende November an. Vorher warten noch neun andere Gegner in der Bundesliga. Für Funkel ist klar, dass sein 5-3-2 mit Andre Hoffmann, Kaan Ayhan und Debütant Marcin Kaminski als Innenverteidiger-Block ein zentraler Baustein im Kampf um den Klassenerhalt werden soll. „Der Ralf (Rangnick, Leipzigs Trainer, Anm. d. Red) hat drei oder vier Mal im Spiel seine Taktik umgestellt, weil er mit uns nicht zurechtkam“, sagte Fortunas Coach. „Uns war das aber völlig egal. Denn wenn wir in der Formation wie heute spielen, ist es völlig egal, wie der Gegner spielt. Wir werden in dieser Formation immer Antworten haben.“

Nach der Länderspielpause will Fortuna diese Antworten dann gegen Champions-League-Teilnehmer Hoffenheim präsentieren.

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