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Fortuna Düsseldorf: Nicht alle Fälle sind so klar wie Schmidtgals

Fortuna Düsseldorf : Nicht alle Fälle sind so klar wie Schmidtgals

Heinrich Schmidtgal muss Fortuna verlassen. Der Vertrag des 29-Jährigen wird ebenso wenig verlängert wie die von Dustin Bomheuer und Robin Heller. Mit den übrigen Profis, deren Kontrakte auslaufen, führt der Vorstand Gespräche über eine weitere Zusammenarbeit.

Die Erwartungen waren groß, als Heinrich Schmidtgal im Sommer 2013 zu Fortuna wechselte. Zwar hatte der Linksverteidiger in der Saison zuvor nur 18 Bundesligaspiele für den Mitauf- und -absteiger Greuther Fürth bestritten. Da diese magere Bilanz jedoch in einer Verletzung und nicht in Schmidtgals Leistungen begründet war, setzten die Düsseldorfer Verantwortlichen große Hoffnungen in den Deutsch-Kasachen. Schließlich hatte der für das Heimatland seiner Eltern 13 Länderspiele bestritten, dabei im März 2013 sogar einen frechen Treffer gegen Manuel Neuer erzielt.

Zwei Jahre später ist von all diesen Erwartungen und Träumen nicht viel übrig geblieben. Nach dem Tor gegen Deutschland in Nürnberg kam nur noch ein weiteres Länderspiel für Kasachstan hinzu, und was noch schlimmer ist: Lediglich 15-mal konnte "Schmiddy" zu Pflichtspiel-Einsätzen das Fortuna-Trikot überstreifen, weil ihn immer wieder Verletzungen zurückwarfen. Am Knie, am Knöchel, am Oberschenkel.

Jetzt zog der Verein die Konsequenzen daraus und teilte mit, dass Schmidtgals Vertrag ebenso wenig verlängert wird wie die von Ersatzkeeper Robin Heller und Innenverteidiger Dustin Bomheuer. "Es gibt deutlich vergnügungssteuerpflichtigere Veranstaltungen als einem Spieler mitzuteilen, dass er den Verein verlassen muss", erklärt Sportvorstand Helmut Schulte. "Letztlich ist es für einen Profi aber besser, wenn er frühzeitig weiß, was los ist. Und in diesen Fällen haben wir nicht die Notwendigkeit gesehen, weiter zusammenzuarbeiten."

In Schmidtgals Fall, so tragisch er wegen der Verletzungshistorie auch ist, war das zu erwarten gewesen, auch bei Bomheuer. Heller dagegen hatten viele Fans durchaus für die Zukunft auf der Rechnung gehabt, doch gelang es dem 20-Jährigen nicht, sich gegen Michael Rensing und Lars Unnerstall durchzusetzen. "Wir werden in der nächsten Zeit einen jungen dritten Torhüter verpflichten, der Praxis in der zweiten Mannschaft sammelt, aber Talent für das Tor der ersten besitzt", sagt Schulte.

Mindestens ebenso interessant ist jedoch die Mitteilung, die der Sportvorstand zu den übrigen auslaufenden Verträgen macht. "Mit Axel Bellinghausen, Oliver Fink, Jimmy Hoffer, Andreas Lambertz und Bruno Soares laufen Gespräche", verkündet Schulte — und das ist zumindest in Sachen Hoffer eine dicke Überraschung. Der Österreicher kam zwar in 17 der 24 Ligaspiele dieser Saison zum Einsatz, kein einziges Mal jedoch über die volle Distanz. Etliche Male kam der Stürmer für weniger als eine Viertelstunde zum Zuge — eigentlich zu wenig, um auf einen neuen Kontrakt hoffen zu dürfen.

Ähnlich verhält es sich bei Andreas "Lumpi" Lambertz. Offenbar bastelt Fortuna an einer Lösung, den früheren Kapitän weiter an den Verein zu binden. Nachvollziehbar, denn eine Identifikationsfigur wie ihn sollte kein Klub emotionslos in die Wüste schicken. Die übrigen Spieler mit auslaufenden Verträgen, Bellinghausen, Fink und Soares, gehören zum Stammpersonal des Zweitliga-Teams, Verlängerungen sollten also Formsache sein. Immer vorausgesetzt, Spieler und Fortuna können sich über die Konditionen einigen.