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Fortuna Düsseldorf: Mythos — Fortunas Wendepunkt wird zehn

Fortuna Düsseldorf : Mythos — Fortunas Wendepunkt wird zehn

Der frühere Europapokal-Finalist lag am Boden. Sportlich viertklassig, finanziell abgewirtschaftet. Das Mythos-Spiel, von der Sportpresse und vielen Helfern organisiert, gab am 29. Mai 2003 den Startschuss in die Zukunft.

29. Mai 2003. Fortuna steht am absoluten Tiefpunkt ihrer Vereinsgeschichte. Ein Jahr zuvor ist sie in die viertklassige Oberliga Nordrhein abgestiegen, hat dann in ihrer ersten Saison dort nur den achten Platz erreicht, fernab vom Wiederaufstieg. Finanziell ist der Verein am Ende, und der hochengagierte Vorstand mit "Charly" Meyer, Helmut Pöstges und Werner Sesterhenn kämpft verzweifelt gegen die Altlasten, die ihm seine chaotischen Vorgänger hinterlassen haben.

In dieser Situation greift der Verein Düsseldorfer Sportpresse ein, in dem Journalisten aller Düsseldorfer Medien organisiert sind. Gemeinsam mit den Werbe- und Marketingprofis Boris Bartels und Michael Welling entwickeln sie die Idee zum Fußballspiel "Mythos Fortuna" — am Himmelfahrtstag des Jahres 2003 soll die damals aktuelle Oberliga-Mannschaft des Klubs auf das legendäre Aufstiegsteam der Jahre 1994 und 1995 treffen.

Was wie eine Schnapsidee begann, entwickelte sich zum Wendepunkt in Fortunas Geschichte. Denn schon im Vorfeld der Partie wurde der abgewirtschaftete Verein, für den sich in Düsseldorf scheinbar niemand mehr interessierte, wieder zum Stadtgespräch. Weil die Organisatoren alle Register zogen: An vielen Straßenbahn- und Bushaltestellen prangten die großen beleuchteten Mythos-Plakate mit den Konterfeis der Spieler Frank Mayer (2003) und Ralf Voigt (1994). Beide agierten auch in einem Kinospot, der wochenlang in Düsseldorfs Filmtheatern für Aufsehen sorgte.

Am Spieltag verfolgten 5268 Zuschauer, für die triste Viertligazeit eine Sensation, das Mythos-Spiel im Paul-Janes-Stadion, das Kabarettist Dieter Nuhr unentgeltlich moderierte und das das Oberliga-Team 4:2 gewann. Der eigentliche Sieger aber war der Verein Fortuna, der wieder im Bewusstsein der Düsseldorfer ankam und sich von den Einnahmen den ersten Vertrag für den damaligen A-Junior Andreas Lambertz leisten konnte. Bei der Ehrenrunde lief Nenas "Wunder gescheh'n". Was in den folgenden Jahren mit Fortuna geschah, grenzte dann tatsächlich an ein Wunder.

(seeg)