Fortuna Düsseldorf: Mitglieder wählen Aufsichtsratsvorsitzenden von Arnim ab

Fortuna Düsseldorf : Mitglieder wählen Aufsichtsratsvorsitzenden von Arnim ab

Große Überraschung bei der Mitgliederversammlung von Fortuna Düsseldorf: Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Burchard von Arnim wurde von den Mitgliedern abgewählt. Auch von Arnims Stellvertreter Günter Karen-Jung erhielt nicht genügend Stimmen.

Von Arnim erhielt bei der Wahl 353 Stimmen — und damit genau so viele wie Herausforderer Ignacio Ordejon Zuckermaier. In der Stichwahl wurde von Arnim dann klar geschlagen: Nur 103 der verbliebenen Mitglieder stimmten für den bisherigen Vorsitzenden, Ordejon Zuckermaier bekam 192 Stimmen.

Zuvor wurde deutlich, dass die Zeiten, als Fortuna ihre Mitglieder zur Jahresversammlung in die Aula der Heinrich-Heine-Gesamtschule einladen konnte, lange vorbei sind. Auch das Kongresszentrum der Messe und das Areal Böhler in Lörick, wo in den vergangenen Jahren die Mitglieder des Zweitligisten tagten, bieten nicht mehr genug Platz. Auch wenn nur ein Bruchteil der aktuell knapp 24.000 Mitglieder tatsächlich zur Jahresversammlung erscheint, musste die Klubführung dem enormen Zuwachs Rechnung tragen und als neuen Ort den ISS Dome auswählen.

Auf den wichtigsten Punkt der Tagesordnung, die Wahlen zum Aufsichtsrat, mussten die Anwesenden lange warten. Erst mehr als vier Stunden nach Sitzungsbeginn standen die Ergebnisse fest — und damit das Comeback des früheren Gremiumsvorsitzenden Reinhold Ernst. Der war 2009 zurückgetreten, weil er nicht den nötigen Rückhalt seiner Kollegen spürte. "Damals habe ich auch nicht alles richtig gemacht", gestand der Jurist — und wurde anschließend für drei Jahre gewählt. Nun darf man gespannt sein, wie die Zusammenarbeit mit dem Vorstandsvorsitzenden Dirk Kall, früher gemeinsam mit Ernst im Aufsichtsrat, funktionieren wird.

Dass drei Kandidaten, die zuvor eine "besondere Empfehlung" des Wahlausschusses erhalten hatten, letztlich auch den Zuschlag der 914 stimmberechtigten Mitgliedern bekommen würden, schien klar. Doch ebenso wie von Arnim fiel der stellvertretende Vorsitzende, Grünen-Bürgermeister Karen-Jungen, überraschend durch. Nur der frühere Henkel-Chef Albrecht Woeste zog mit der Empfehlung in den Rat ein. Die letzten freien Positionen gingen dann an den Sportökonomen Björn Borgerding, den Initiator des Toni-Turek-Denkmals, der mit 601 sogar die meisten Stimmen holte, und das langjährige Aufsichtsratsmitglied Marcel Kronenberg.

Die Zeit bis zu den Wahlen überbrückte der Vorstand mit teils launigen, teils getragenen Ansprachen. "Wenn uns jemand beschimpfen möchte, so sage ich: Bleibt locker und denkt daran, dass Fortuna unter allen deutschen Fußballklubs derzeit auf dem 20. Platz steht", sagte Finanzchef Paul Jäger, den von Arnim zuvor als "Kassenwart" bezeichnet hatte. "Du darfst mich auch Libero nennen, wenn du willst", konterte Jäger. Die gute Laune konnte er sich angesichts eines Gewinns von 1,07 Millionen Euro leisten. Aber auch sportlich hat sich der Verein stabilisiert, und dafür sprach Vorstandsvorsitzende Kall einem Gremiumskollegen ein Dankeschön aus. "Helmut Schulte ist ein Glücksfall für uns", sagte Kall. "Diese Mannschaft ist hervorragend zusammengestellt und stark genug, unsere kurzfristigen Ziele zu erreichen."

Einen besonderen Gastauftritt hatte Thomas Geisel. "Ich bin stolz darauf, seit Mittwoch Mitglied dieses großartigen Vereins zu sein", erklärte der Oberbürgermeister und versprach, bauliche Veränderungen am Rathaus zu schaffen, damit Fortuna den Aufstieg auf dessen Balkon feiern könne. "Aber Sie wissen ja", schloss Geisel, "Baugenehmigungen dauern in Düsseldorf etwas länger."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Mitgliederversammlung 2014 bei der Fortuna

Mehr von RP ONLINE