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Fortuna Düsseldorf: Mathis Bollys Schuss ins Glück

Fortuna Düsseldorf : Mathis Bollys Schuss ins Glück

Der Sieg von Fortuna Düsseldorf gegen Union Berlin hat einen Namen: Mathis Bolly. Der Ivorer wurde in der 65. Minute eingewechselt, sorgte sofort für Schwung und erzielte das umjubelte Siegtor kurz vor Schluss. Nun hofft der Norweger auf ein Ende seiner Leidenszeit.

Die letzte Humba in der Esprit-Arena ist schon eine ganz Ecke her. Am 20. Oktober, also vor fast exakt zwei Monaten, durfte Michael Liendl nach der Partie gegen den FC St. Pauli zum Mikrofon greifen und den Fangesang dirigieren. Vier Partien und 360 Minuten Spielminuten später war es dann mal wieder so weit, der Sieg durch einen späten Treffer gegen Union Berlin wurde ausgiebig gefeiert. <u>Dieses Mal durfte Mathis Bolly den Vorsänger geben</u>, ein klares Indiz für den Spieler des Spiels — und alles andere als erwartungsgemäß.

Gegen Union Berlin kam Bolly mal wieder von der Bank in die Partie. Damit wurde er zum zwölften Mal in Folge eingewechselt. Bei seinen 31 Ligaspielen für Fortuna, in denen er mitwirkte, wurde er insgesamt 17 Mal eingewechselt. Das letzte Mal, dass er in der Startelf stand, war gegen Karlsruhe in der Saison 2013/14 — da flog er in der zweiten Hälfte vom Platz. Bisher spielte der Flügelspieler ohnehin nur in zwei Partien für die Düsseldorfer 90 Minuten.

Immer wieder verletzt

Seitdem der Norweger von Lillestöm SK im Winter 2013 zur Fortuna wechselte, verletzte er sich sage und schreibe sechs Mal. Seinen 31 Einsätzen stehen 40 verpasste Partien gegenüber, eine Rotsperre trug zu dieser Quote bei. Dabei hatte der Norweger, als pfeilschneller Spieler bekannt, immer wieder Probleme mit seiner Muskulatur. "Er hat eine sehr spezielle Muskulatur. Das muss man anders trainieren", erklärte sein Trainer Oliver Reck jüngst.

Drei Tore erzielte er in seiner Zeit am Rhein, für einen solch begabten Angreifer wie Bolly eher ein Armutszeugnis. Der Treffer gegen Union hat deswegen allein aufgrund seiner Rarität eine besondere Bedeutung.

"Das fühlt sich richtig gut an"

Beim Siegtor zeigte der Norweger all seine Stärken. "<u>Ich habe mich umgesehen und festgestellt, dass um mich herum sehr viel Raum war und ich eins gegen eins gegen den Torhüter gehen konnte. Ich bin dann mit voller Geschwindigkeit auf ihn losgerannt und habe ihn auf den falschen Fuß gelockt</u>", so die simple Zusammenfassung des Rechtsfußes, der augenzwinkernd anmerkte: "Ich kann halt auch mit links Tore schießen."

Es war auch ein Tor für seine angeschlagene Psyche — und das war auch den Teamkollegen bewusst. "Wir sind alle happy für Mathis, er hatte eine wirklich schwierige Zeit", sagte Charlison Benschop. "Die Reaktion des gesamten Stadions auf dieses Tor habe ich lange Zeit vermissen müssen — das fühlt sich richtig gut an. In der Vergangenheit ist es nicht immer so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe, aber heute hat es gepasst", sagte der Torschütze selber, der mit diesem Erfolgserlebnis im Rücken die Weihnachtstage nun wohl so richtig genießen kann.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bolly trifft kurz vor dem Schlusspfiff zum Sieg

(cfk)