1. Sport
  2. Fußball
  3. Fortuna

Fortuna Düsseldorf: Luxusproblem Andrey Voronin

Fortuna Düsseldorf : Luxusproblem Andrey Voronin

Vor der Bundesliga-Saison wurde der ukrainische Nationalspieler als Topeinkauf der Fortuna gefeiert. Doch in den vergangenen drei Begegnungen kam der 33-Jährige nur auf insgesamt 74 Einsatzminuten. Sein Konkurrent Ken Ilsø hat seine Chance bisher genutzt.

Es sah schon etwas lustlos aus, was Andrey Voronin im Jülicher Karl-Knipp-Stadion in der dritten Minute versuchte. Bei Fortunas Testkick gegen Borussia Freialdenhoven (3:1) drosch der Zugang den Ball aus 34 Metern etwa dieselbe Distanz über den Querbalken des Fußball-Fünftligisten. 90 Minuten durfte, oder besser gesagt musste Voronin im Freundschaftsspiel ran.

In der 76. Minute hatte der Ukrainer seine beste Szene. Aus 15 Metern verwandelte er zielsicher zum 1:1. Sein Team und er hatten sich zuvor nicht gerade mit Ruhm bekleckert und entgingen einer Blamage am Ende nur knapp. Für Voronin ging es aber eigentlich darum, Spielpraxis zu sammeln und sich wieder in den Vordergrund zu drängen. In den vergangenen drei Bundesligapartien kam der erst kürzlich aus der Nationalmannschaft des diesjährigen EM-Ausrichters zurückgetretene Angreifer insgesamt auf nur 74 Einsatzminuten - zu wenige für einen Mann seiner Klasse.

Konkurrent Ken Ilsø hatte Voronin als hängende Spitze im Gastspiel bei Greuther Fürth am 5. Spieltag erstmals aus der Startelf verdrängt und war mit einem Treffer entscheidend am 2:0-Erfolg beteiligt. Dennoch entschied sich Trainer Norbert Meier in der darauffolgenden Partie erneut für Voronin in der ersten Elf. Bei der spektakulären Aufholjagd gegen Schalke 04 war der Ukrainer zwar mit einer Torvorlage beteiligt, musste aber nach 56 Minuten das Feld für Ilsø verlassen. In Mainz schmorte Voronin erneut auf der Bank, kam erst nach 72 Minuten für Ilsø in die Partie und musste danach auch das Lob des Trainers für den Dänen vernehmen. "Ken hat das sehr ordentlich gemacht bei seinen Einsätzen zuvor. Auch in Mainz hat er in der ersten Hälfte gut gespielt und so seine Nominierung gerechtfertigt", erklärte Meier. Läuft Ilsø seinem Konkurrenten also den Rang ab? Meier sieht die Personaldiskussion entspannt, auf Einzelschicksale kann und will er keine Rücksicht nehmen: "Für mich geht es nicht um die Frage Ilsø oder Voronin. Sondern es geht um das Gesamtgefüge, und das hat über weite Strecken auch in Mainz gepasst."

Der dänische Angreifer hat sich in den ersten Spielen ohne Murren auf die Bank gesetzt, gut trainiert und sich so seine Nominierungen verdient. Voronin, zweifelsohne ein erfahrener Stürmer mit zahlreichen Qualitäten, wird sich dem internen Zweikampf stellen und nochmals beweisen müssen, dass er seine starke Torausbeute von 48 Treffern in 151 Bundesligaspielen verbessern will und kann. Der 33-Jährige könnte im Kampf um den Klassenerhalt in der langen Bundesliga-Saison ein wichtiger Baustein werden. Das weiß auch Meier. Doch der Coach benötigt einen Voronin, der vorangeht und das Team in der Offensive belebt. Bleibt für Fortuna zu hoffen, dass der Zweikampf Ilsø gegen Voronin bei beiden Stürmern neue Energien freisetzt.

(can)