Kommentar: Fortuna Düsseldorf muss sich zusammenreißen

3:4-Niederlage in Regensburg: Fortuna muss sich zusammenreißen

Die 3:4-Niederlage von Fortuna Düsseldorf in Regensburg hat viele Gründe. Sorglosigkeit nach der 3:0-Führung gehört dazu – entscheidender ist aber, dass die Mannschaft nicht gefestigt ist.

Die 3:4-Niederlage von Fortuna Düsseldorf in Regensburg hat viele Gründe. Sorglosigkeit nach der 3:0-Führung gehört dazu — entscheidender ist aber, dass die Mannschaft nicht gefestigt ist.

In einer Fußballsaison kann vieles passieren. Das allerdings, was Fortuna Düsseldorf am Freitagabend in Regensburg anrichtete, darf nicht passieren. Eine Mannschaft von der Qualität des Tabellenzweiten der 2. Bundesliga, auch wenn sie größere Teile dieser Qualität in den vergangenen Spielen diskret versteckte, darf eine 3:0-Führung nicht mehr aus der Hand geben.

"Das war nicht einmal zweitligawürdig"

Die Gründe für das 3:4 beim Aufsteiger SSV Jahn sind vielschichtig. Es war nicht allein Überheblichkeit — auch wenn nach dem klaren Vorsprung nach nicht einmal einer Viertelstunde mancher Pass ein wenig arg lässig gespielt wurde. Viel frappierender war, dass die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel nach dem ersten Treffer der Regensburger vollkommen die Ordnung verlor.

Nahezu übergangslos wurde aus der Nonchalance, die sich aufgrund des schnellen 3:0 eingeschlichen hatte, Kopflosigkeit, Hektik und Chaos. Dabei hätte der klare Vorsprung auf die Nicht-Aufstiegsplätze den Profis doch genügend Selbstbewusstsein geben müssen, die vergleichsweise kleinen Rückschläge der Gegentreffer bis zur Pause wegstecken zu können. Schließlich führte Fortuna da ja immer noch 3:2.

Die bittere Schlussfolgerung daraus ist: Fortuna ist beileibe noch nicht gefestigt. Und wenn es ihr nicht schnell gelingt, das Desaster von Regensburg zu verarbeiten und wegzustecken, drohen die Aufstiegsträume zu zerplatzen. Vor neun Jahren erlitten die Düsseldorfer auf der Zielgeraden der Drittligasaison einen vergleichbaren Rückschlag, als sie trotz viermaliger Führung in Braunschweig nur 5:5 spielten und den Kontakt zur Spitze zu verlieren drohten. Am Ende stiegen sie dennoch auf — weil sie sich in der entscheidenden Phase zusammenrissen. Diese Qualität ist auch jetzt wieder gefragt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Regensburg - Fortuna: Einzelkritik

(jol)