1. Sport
  2. Fußball
  3. Fortuna

Fortuna Düsseldorf: Köstners Abschied nur noch eine Frage der Zeit

Fortuna Düsseldorf : Köstners Abschied nur noch eine Frage der Zeit

Seit Wochen ist klar, dass Zweitligist Fortuna Düsseldorf mit Oliver Reck als Cheftrainer plant. Sein erkrankter Vorgänger hat nun eingesehen, dass er im Klub keine Zukunft mehr hat.

Die Fakten sind alles andere als neu. Bereits am 14. Mai berichtete unsere Redaktion exklusiv, dass Zweitligist Fortuna Düsseldorf für die neue Saison ohne seinen erkrankten Cheftrainer Lorenz-Günther Köstner plant und stattdessen dem bisherigen Interimscoach Oliver Reck die Verantwortung übertragen wird. Seitdem stecken der Verein und sein scheidender Coach in einem zähen Strategiespiel fest. Der seit elf Wochen - anfangs wegen einer Nackenblockade, später wegen einer Virusinfektion - krankgeschriebene Köstner deutete mehrfach an, bald an seinen Arbeitsplatz zurückkehren zu wollen, reichte dann jedoch stets Verlängerungen seines Attests ein, zuletzt bis zum 29. Juni. Ob das das letzte Wort ist, kann niemand sagen.

Seit Mitte Mai weiß auch der 62-Jährige, dass er keine Zukunft bei Fortuna mehr hat, da die Klubführung ihm die Entscheidung frühzeitig übermittelte. Öffentlich zugeben durften dies jedoch weder Köstner noch der Verein, aus Furcht vor juristischen Konsequenzen. So gesehen brachte der gestrige Tag wenigstens etwas Bewegung in die verhärteten Fronten: Gegenüber "Sport1" gestand Köstner erstmals ein, dass das Kapitel Düsseldorf für ihn zu Ende geht. "So ist der Fußball", sagte der Noch-Cheftrainer. "Erst sagte man mir, dass ich alle Zeit der Welt kriege, doch nun planen sie anders."

"Ich hätte gern bei Fortuna weitergearbeitet"

"Ich hätte gern bei Fortuna weitergearbeitet", fuhr Köstner fort, "weil mir die Arbeit großen Spaß gemacht hat. Aber man hat sich nun für Oliver Reck entschieden." Dass dies schon vor einigen Wochen geschah, erwähnte der Trainer allerdings nicht. Die Erfolgsserie seines Vertreters, der aus den letzten sechs Saisonspielen fünf Siege und ein Remis beim Tabellenfünften Karlsruhe holte, hatte dem Vorstand keine Wahl gelassen. Hinter den Kulissen begann das Ringen um eine möglichst gesichtswahrende Trennung, und das dauert bis heute an.

Dass einige Medien bereits die Einigung auf einen Auflösungsvertrag verkündeten, war etwas vorschnell. "Ich wünschte, wir hätten schon alles über die Bühne", sagte der Vorstandsvorsitzende Dirk Kall am Rande der Vorstellung der Trikots für die neue Saison, "aber es gibt noch nichts Abschließendes zu vermelden." Fortuna hat natürlich großes Interesse daran, die Trainerfrage auch offiziell bis Montag zu beantworten: Dann beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison, und dann soll Oliver Reck nicht nur de facto, sondern auch vertraglich verbrieft die Verantwortung tragen.

Reck hält sich solange verständlicherweise mit Äußerungen zurück. "Ich würde mich freuen, die Arbeit mit der Mannschaft fortsetzen zu können", sagt der 49-Jährige dennoch. "Aber noch muss ich mich an die Fakten halten, noch sind die Verträge nicht unterschrieben. Wir müssen noch etwas Geduld haben. Der Verein wird es offiziell verkünden." Woran es weiterhin hakt, ist die finanzielle Seite. Dass Köstner eine Abfindung zusteht, ist unstrittig - die Höhe muss jedoch zu Ende diskutiert werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Trikots der Fortuna für die Saison 2014/15

(RP)