Jean Zimmer von Fortuna Düsseldorf: „Wir dürfen nicht verkrampfen“

Fortunas Jean Zimmer im Interview : „Wir dürfen nicht verkrampfen“

Fortunas Außenbahnspieler Jean Zimmer stand 704 von möglichen 720 Pflichtspielminuten auf dem Platz. Der 24-Jährige will das Vertrauen mit Leistung zurückzahlen.

Jean Zimmer stand in den bisher acht Pflichtspielen dieser Saison immer in der Startelf, spielte sieben Mal über 90 Minuten. Vor dem Spiel bei Eintracht Frankfurt am Freitag (20.30 Uhr) spricht er über seine Kniebeschwerden, Vertrauen vom Trainer und seine Abneigung gegenüber der Eintracht.

Herr Zimmer, es hat zuletzt im Knie gezwickt, sie mussten ein bisschen pausieren. Wie geht es Ihnen jetzt?

Zimmer Es ist alles wieder gut. Ich hatte damit schon länger Probleme, deshalb war ohnehin angedacht, die Länderspielpause zu nutzen, um es ganz auszukurieren. Das haben wir gemacht – und es hat so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt haben.

Fortunas Resultate entsprechen noch nicht den Leistungen. Freuen Sie sich deshalb besonders auf die nächste Partie, um es allen zu zeigen?

Zimmer Das hat damit nichts zu tun. Wir sollten uns auf jede Partie in dieser Saison freuen. Dafür haben wir in der vergangenen Saison zu hart gearbeitet, um das jetzt nicht zu tun. Wir dürfen nicht verkrampfen. Die Leistungen stimmen – das Nürnberg-Spiel mal ausgenommen. Wenn wir also da weitermachen, wo wir aufgehört haben, haben wir auch eine Chance, am Freitag in Frankfurt zu bestehen.

Wie schätzen Sie die Eintracht ein?

Zimmer Sie haben bewiesen, dass sie Qualität haben. In der Europa League gewinnst du auch nicht so einfach mal. Sie bringen eine brutale Mentalität auf den Platz. Das haben sie aus dem letzten Jahr in die neue Mannschaft transportiert. Von daher wird es dort sehr schwer. Die Zuschauer können da auch etwas ausmachen.

Aufgrund der bisherigen Punkte-Ausbeute muss man aber doch langsam aufpassen, dass es in die richtige Richtung geht und auch in Frankfurt punkten, oder?

Zimmer Das würde ich so scharf jetzt nicht ausdrücken. Unsere Spielweise und die Spielanlage ist einfach gut. Alles was das Trainerteam uns mit auf den Weg gibt, funktioniert. Wir müssen aber natürlich in allen Bereichen noch besser werden, klar. Wir müssen hinten weniger Tore kriegen und vorne mehr machen. Das hört sich so einfach an, ist es aber leider nicht.

Die Stürmer werden daher auch kritisiert. Müssen sie denn nicht auch noch besser in Szene gesetzt werden?

Zimmer Die Kritik kommt nur von außerhalb. Was die Jungs da vorne an Wegen abreißen und sich in Zweikämpfe hauen, ist in der Mannschaft voll anerkannt. Ich würde mich nicht gegen einen Naldo reinwerfen wollen. Sie machen viel fürs Team. Wenn sie das nicht machen würden, wäre Kritik angebracht, so aber nicht. Ich sehe das entspannt. Sie werden eine der nächsten Chancen nutzen. Wir müssen am Freitag dafür sorgen, dass sie viele Chancen bekommen.

Dafür sind Sie ja unter anderem auch verantwortlich...

Zimmer Natürlich. Das ist mein Ziel. Ich will meine Flanken am liebsten immer so schlagen, wie gegen Hoffenheim, als das 1:0 fiel. Wir müssen insgesamt alle daran arbeiten, im letzten Drittel des Spielfelds noch genauer zu werden.

Für Sie läuft es auf der rechten Seite gut. Jetzt ist Niko Gießelmann verletzt, es könnte für ihn eng für Freitag werden. Wäre es nicht ärgerlich, wenn Sie jetzt auf der anderen Seite ran müssten?

Zimmer Ich bin in Kaiserslautern als linker Verteidiger groß geworden. Die Positionen unterscheiden sich nicht so krass. Ich kann beides spielen. Ich habe das dem Trainer auch gesagt. Wenn er mir das Vertrauen auf links schenkt, dann haue ich eben da alles rein. Ich bin spielintelligent genug, um mich da umzustellen.

Der Trainer hat zuletzt sogar gesagt, Sie seien eigentlich ein Rechtsaußen. Was sagen Sie dazu?

Zimmer Die Position in der Fünferkette rechts passt ideal zu mir. Man braucht den Offensivdrang und die defensive Robustheit. Das passt. Da fühle ich mir sehr wohl. Das Zusammenspiel mit Zimbo (Matthias Zimmermann, Anm. d. Red.) läuft super.

Sehen Sie sich persönlich nach der schweren Zeit in Stuttgart nun endgültig in der Bundesliga angekommen?

Zimmer Nein. Dafür brauche ich noch ein paar Spiele und die nötige Erfahrung. Es läuft ganz ordentlich. Ich profitiere auch von den starken Auftritten der Mannschaft. Der Unterschied zum vergangenen Jahr ist vielleicht, dass ich nicht verkrampft ins Spiel gehe, sondern jedes Wochenende genieße.

Und Sie spüren hier das Vertrauen des Trainers, oder?

Zimmer Absolut. Ich konnte in der vergangenen Länderspielpause auch nicht trainieren wegen des Knies. Da ist es schön zu wissen, der Trainer gibt dir Rückendeckung. Du kannst auf den Körper hören und dich erholen. Du wirst trotzdem spielen. Ich versuche, das zurückzuzahlen.

Sie haben Ihre Vergangenheit in Lautern angesprochen. Die Fans des FCK mögen die Eintracht nicht. Kommen vor dem Freitag noch Motivationsspritzen aus der Pfalz?

Zimmer Nein. Ich mag sie auch nicht, von daher brauche ich keine Motivationssprüche.