Havard Nielsen: Fortuna Düsseldorfs "falscher" Norweger in Marbella

Nielsen will sich anbieten: Fortunas "falscher" Norweger in der spanischen Sonne

In der Heimat hat Fortuna Düsseldorfs Stürmer Havard Nielsen oft bei Minusgraden trainiert. In Marbella macht der bislang unglückliche Norweger von Fortuna Düsseldorf eine Kampfansage.

Der Konkurrenzkampf in der 2. Bundesliga ist extrem groß. Und auch im Team von Fortuna Düsseldorf muss jeder Spieler jeden Tag beweisen, dass er sich voll in den Dienst der Mannschaft stellt. Immerhin hat der Spitzenreiter der Tabelle den Platz an der Sonne zu verteidigen. Apropos Sonne: Wolkenloser Himmel und Temperaturen um die 16 Grad scheinen ausgerechnet die Lebensgeister von Fortunas norwegischem Spieler geweckt zu haben.

Im Interview am Rande des Wintertrainingslagers in Marbella sagte Havard Nielsen, dass er viel lieber in der Wärme spielt, als bei kaltem Wetter. "Ich bin vielleicht ein halber Norweger", sagte er schmunzelnd. Das aber will er nun zu seinem Vorteil nutzen, um die eigenen Rückrundenziele, aber auch die der Mannschaft zu erreichen. "Das Mannschaftsziel ist ganz klar, ganz oben zu bleiben", sagte Nielsen. "Wir müssen weiterhin zeigen, dass wir ein gutes Team sind." In der Hinrunde sei das schon gut gelungen. Die stetige Rotation im Team sieht er sogar als Vorteil: Formationen und Spieler immer wieder zu wechseln sei eine Stärke, die Fortuna Düsseldorf auszeichne. Bisher aber hat Nielsen davon nicht gerade profitieren können.

"Wir alle wollen auf dem höchsten Niveau spielen", sagte der 24-Jährige. "Sollte es nicht passieren, ist das keine Tragödie und das Team wird kommende Saison wieder alles geben." Doch scheint der Hunger auf Erfolg groß zu sein, vor allem bei ihm selbst, denn Nielsen durfte bereits Luft im Fußball-Oberhaus schnuppern.

Norweger schätzen die Premier League

Für seine ehemaligen Klubs Eintracht Braunschweig (16 Spiele) und den SC Freiburg (vier) lief der Stürmer in der Bundesliga auf. Fans in Norwegen schauen zwar eher auf die englische Premier League, wenige interessieren sich für die Bundesliga, erklärte Nielsen. Doch für ihn persönlich sei es einer der größten Träume, wieder in der ersten Liga aufzulaufen. Weil dort jeder Spieler, jede Mannschaft noch etwas besser sei und die Aufmerksamkeit besonders groß. Erst einmal müsste Nielsen dafür bei der Fortuna vom Bankspieler zu einer tragenden Spielfigur werden. Der 24-Jährige will sich im Wintertrainingslager in Marbella anbieten und "Vollgas geben".

Nielsen hofft nach vielen, kleineren Verletzungen und einem Muskelfaserriss, dass er in der Rückrunde fit bleibt. In der Vorbereitung versuche er deshalb, die Umfänge herunterzuschrauben, mehr auf seinen Körper zu hören. "Für mich ist die Hauptsache, gut Fußball zu spielen", sagte Nielsen. Ganz gleich, ob Trainer Friedhelm Funkel mit zwei Stürmern spielt, eine hängende Spitze auf dem Feld einsetzt oder die Offensiven über außen Druck machen sollen: An Nielsen soll kein Weg vorbeiführen.

Im Spielsystem von Funkel spielte er bislang keine tragende Rolle. Elf Einsätze gewährte ihm der Trainer. Zwei Torvorlagen, kein eigenes Tor lautet die Bilanz. Seine Stärken aber kann Nielsen durchaus auf den Punkt bringen: Räume finden, mit Steilpässen die Offensive beleben und Torgefahr entwickeln. An seinen Aussagen zeigt sich: Nielsen will nicht als reiner Stürmer wahrgenommen werden, sondern als flexibler Offensivspieler.

Die Zeit in Marbella wolle er nutzen, um körperlich und mental in den bestmöglichen Zustand zu kommen. "Ich will zeigen, dass ich in Düsseldorf bin, um von Beginn an zu spielen", so Nielsen.

(ball)