Fortuna Düsseldorf: Gengo Seta — Fortunas Vollzeit-Japaner

Fortuna Düsseldorf: Gengo Seta — Fortunas Vollzeit-Japaner

Ohne Gengo Seta würde sich Fortuna Düsseldorfs japanischer Mittelfeldspieler Genki Omae in der Landeshauptstadt kaum zurechtfinden. Seta arbeitet als Übersetzer und rechte Hand Omaes – und geht für die Fortuna auf Sponsorensuche bei japanischen Unternehmen.

Ohne Gengo Seta würde sich Fortuna Düsseldorfs japanischer Mittelfeldspieler Genki Omae in der Landeshauptstadt kaum zurechtfinden. Seta arbeitet als Übersetzer und rechte Hand Omaes — und geht für die Fortuna auf Sponsorensuche bei japanischen Unternehmen.

Gengo Seta hat seinen Werdegang in Deutschland und ganz speziell bei Fortuna Düsseldorf aufgeschrieben. Der 32-Jährige, der beim Zweitligisten unter anderem als Übersetzer für Mittelfeldspieler Genki Omae fungiert, hat gerade ein Buch in seiner Heimatsprache veröffentlicht.

Ein japanischer Verlag hat es unter dem Titel "Ich gebe mir immer die größte Mühe" veröffentlicht. "Es ist vor allem ein Mentalitätsbuch. Es richtet sich an junge Japaner, die sich auf den Weg nach Europa machen wollen", sagt der 32-Jährige. Auf 220 Seiten beschreibt er die großen Schwierigkeiten, mit denen er zunächst zu kämpfen hatte, als er vor sechs Jahren nach Deutschland kam. "Ich habe immer positiv gedacht und in meine Fähigkeiten vertraut, auch als ich lange keine Arbeitsstelle hatte. Ich habe nicht aufgegeben." Heute ist er der einzige Japaner, der in der Geschäftsstelle eines Erst- oder Zweitligisten arbeitet.

Angefangen als Praktikant

Ursprünglich war Gengo Seta nach Deutschland gekommen, um seine Karriere als Fußballer voranzutreiben. In Japan hatte er in der dritten Liga gespielt und stand im Kader des Meisters der College-League. Im Jahr 2005 zog er nach Deutschland und spielte bei der U23 von Fortuna vor. Für einen Profivertrag reichte es aber nicht. Mehrere Spielzeiten kickte er für den SC West. 2008 begann Seta in der Pressestelle von Fortuna als Praktikant. Für den Klub vom Flinger Broich stellt sich das heute als Glücksfall heraus.

Seta blieb bei Fortuna konsequent am Ball und hat im Laufe der Jahre in mehreren Bereichen Verantwortung übernommen. Er arbeitet derzeit an der japanischen Version der Fortuna-Homepage und bringt viermal jährlich das Stadionheft "Fortuna aktuell" in seiner Muttersprache heraus. Bei den Trainingseinheiten weicht er seinem Landsmann Omae nicht von der Seite und übersetzt die Anweisungen von Trainer Mike Büskens.

Seta hält die Verbindung der Fortuna zur japanischen Gemeinde aufrecht und unterstützt den Verein bei der Suche nach weiteren japanischen Sponsoren. So hat Seta, der über Kontakte zum japanischen Generalkonsul, zum japanischen Haus sowie zur japanischen Schule verfügt, die Verbindung zum Premiumsponsor Hitachi sowie zu mehreren lokalen Sponsoren vermittelt.

Rund um die Uhr ist der Fortuna-Verrückte für seinen Verein im Einsatz. Zeit für andere Hobbys hat er kaum. Früher trainierte er beim SC West Jugendmannschaften, die ausschließlich aus japanischen Kindern bestehen.

Zu Gast im japanischen Fernsehen

Das Interesse an ihm ist auch in seiner Heimat gestiegen: Im März war er zu Gast in einer japanischen Fernsehsendung, wo er Auskunft über seine Erfahrungen mit dem deutschen Fußball geben musste.

Bereits als kleiner Junge hatte vom deutschen Fußball geträumt. Er lernt ihn nun aus nächster Nähe kennen, ist auf dem Trainingsplatz, am Spielfeldrand und im Trainingslager dabei, darf sogar bei den Spielen mit auf der Auswechselbank sitzen und hat sich damit seinen großen Kindheitstraum erfüllt. Und genau das will er mit seinem Buch vermitteln: "Man kann alles erreichen, was man sich vornimmt. Man muss nur den Mut und das Selbstvertrauen dazu haben", so Seta.

(jan)