Fortuna Düsseldorf Geld für Turek-Denkmal ist zusammen

Düsseldorf · 30.000 Euro wurden seit Mai von rund 250 Spendern beigesteuert. Umgesetzt werden soll der Entwurf des Düsseldorfer Künstlers Till Hausmann. Angestrebter Standort ist die Empore an der Arena.

Das Geld für ein Toni-Turek-Denkmal ist beisammen: 30.000 Euro haben rund 250 Personen, Institutionen und Unternehmen seit Mai gespendet. Der Düsseldorfer Künstler Till Hausmann hat mit seinem Entwurf für die Ehrung des Torwarts der legendären Weltmeister-Mannschaft von 1954 das Rennen gemacht. Bei Kunstgießer Rolf Kayser an der Bremer Straße im Hafen wird das 4,50 Meter hohe und 1350 Kilogramm schwere Denkmal nun in Bronze gegossen.

Aufgestellt werden soll es auf der Ebene vor dem Tulip Inn-Hotel, auf welche Besucher der Arena gelangen, wenn sie die Straßenbahn verlassen haben und die Treppen nach oben gegangen sind. "Da können sie Toni gleich in die Augen schauen", sagt Initiator Björn Borgerding. Einweihung soll am 4. Juli nächsten Jahres sein, dem 60. Jahrestag des "Wunders von Bern", als Deutschland das Endspiel der Fußball-WM gegen Ungarn mit 3:2 gewann.

Während Tureks Leistungen weltmeisterlich waren und er als "Fußballgott" und "Teufelskerl" unsterblich wurde, stellte sich die Stadt bei der Ehrung der Fußball-Legende in den vergangenen Jahren so geschickt an wie die Fortuna in den letzten beiden Liga-Spielen — teils stümperhaft, unglücklich, erfolglos. Während die Fortuna die Scharte misslungener Straßen- oder Platzbenennungen einigermaßen auswetzte, indem sie das Vereinsheim am Flinger Broich nach Turek benannte, freut sich die Familie nun sehr über die Privatinitiative.

"Wir haben uns mit dem Sohn getroffen, der vom Entwurf begeistert ist", sagt Borgerding. "Es sei die typische Pose seines Vaters, wenn er, an den Pfosten gelehnt, das Spiel beobachtete." Auch der Fortuna-Vorstand und Fangruppierungen stimmten für den Entwurf des Bildhauers Till Hausmann, der Meisterschüler an der Kunstakademie war. Der Standort für das Denkmal mit dem lebensgroßen Toni Turek ist statisch untersucht, jetzt muss nur noch die Stadt dem Standort zustimmen. Dies aber dürfte Formsache sein, OB Dirk Elbers hatte schon vor Monaten eine wohlwollende Prüfung signalisiert.

"Wir freuen uns sehr über die breite Unterstützung", sagt Borgerding, der das Vorhaben mit Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher vorangetrieben hat. Turek hat nach seiner Sportkarriere bei der Rheinbahn gearbeitet, und das städtische Verkehrsunternehmen steuerte mit 10 000 Euro auch die größte Einzelspende bei. Aber auch die Fortuna gab 5000 Euro, die Taxi-Innung 1000 Euro, der Arbeitskreis Fanarbeit ebenso viel und der Supporters Club Düsseldorf (SCD), dem Borgerding angehört, selbstverständlich 1895 Euro. Viele Privatpersonen spendeten mindestens 50 Euro, denn ab diesem Betrag wird man auf dem Sockel des Denkmals verewigt.

Die Düsseldorfer Jonges, bei denen Borgerding Tischbaas der Tafelrunde ist — hier sammelt sich der Nachwuchs des Heimatvereins — gaben nicht nur 1000 Euro, sondern übernehmen auch die Patenschaft für Pflege und Erhalt des Denkmals. Dafür wird weiterhin Geld gesammelt.

(RP)