Fußball-Bundesliga: Fortuna Düsseldorf siegt mit 4:1 gegen Hertha BSC

4:1 gegen Hertha BSC: Fortuna feiert ersehnten Sieg

Fortunas Negativserie hat endlich ein Ende. Nach sechs Niederlagen in der Bundesliga gewinnt der Aufsteiger gegen Hertha BSC mit 4:1. Die Tore erzielen Takashi Usami, Rouwen Hennings und Benito Raman.

„Wir sind die Fortuna, wir sind wieder da“, hallt es durch die Arena. Gerade hat Rouwen Hennings das zweite Tor für Fortuna erzielt. Die Düsseldorfer Anhänger hatten diese unbändige Freude über einen Erfolg ihres Teams so herbeigesehnt. Am Samstagnachmittag ist es soweit: Nach sechs Liga-Niederlagen in Serie gewinnt das Team von Trainer Friedhelm Funkel, das 49 Minuten in Überzahl spielt, gegen Hertha BSC mit 4:1 (0:0).

„Die Wahrscheinlichkeit ist gegeben, dass er auch von Beginn an aufläuft“, sagte Funkel am Donnerstag zur Rückkehr von Kapitän Oliver Fink in den Kader. Am Samstag fand sich der 36-Jährige dann aber doch zunächst nur auf der Bank wieder. Während der Partie konnte Fink dann auch mit Benito Raman und Kaan Ayhan plauschen. Während der belgische Angreifer nach Schienbeinverletzung wieder in den Kader rückte, bekam der körperlich völlig fitte Abwehrchef eine Denkpause verordnet. Nach Ayhans schwachen Leistungen in Gladbach und zuvor in Frankfurt sah sich Funkel zu dieser Maßnahme gezwungen. Stattdessen verteidigte Marcin Kaminski an der Seite von Robin Bormuth.

Auch sonst hatte Funkel in der ersten Elf ein paar Überraschungen parat: Kevin Stöger bekam mal wieder die Chance im zentralen Mittelfeld, und Dodi Lukebakio rückte im 4-4-2 an die Seite von Rouwen Hennings in den Sturm.

Und Lukebakio war dann im ersten Durchgang auch mal wieder der auffälligste Angreifer der Fortunen. Allein: Seine Abschlüsse hatten nicht die Qualität für einen Führungstreffer. Lukebakios erster Kopfball (20.) und sein erstes Schüsschen (28.) stellten Hertha-Torhüter Rune Jarstein vor keinerlei ernstere Probleme. Diese beiden Gelegenheiten gehörten allerdings noch nicht in die Kategorie „Muss er machen“. Das galt für seinen Kopfball nach schöner Hereingabe vom bis dahin wirkungslos agierenden Takashi Usami kurz vor Halbzeitpfiff freilich schon. Doch Lukebakio bugsierte den Ball aus fünf Metern übers Tor.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Düsseldorfer bereits ein Mann mehr auf dem Platz. Denn nach 41 Minuten war der Arbeitstag von Maximilian Mittelstädt beendet. Ein klares taktisches Foul am davoneilenden Lukebakio hatte ihm die Gelbe Karte eingebracht. Dass der Berliner Außenverteidiger dann kurz später auch Jean Zimmer beim Überholvorgang regelwidrig ausbremste, war für Schiedsrichter Robert Hartmann Grund genug, Gelb-Rot zu zücken.

In der nominellen Überzahl lag die Hoffnung der Fortuna-Fans, dass sich die deutlich sichtbare Verkrampfung lösen würde. Über weite Strecken fehlte in den ersten 45 Minuten jegliche Lockerheit bei Ballbesitz – eine logische Folge fehlender Erfolgserlebnisse.

Dieses dringend benötigte Erfolgserlebnis besorgte dann Usami per Gewaltschuss mit seinem schwächeren linken Fuß nach schöner Vorarbeit von Adam Bodzek und Niko Gießelmann. Dieses 1:0 brachte den Fortuna-Anhängern unter den 39.743 Zuschauern in der Düsseldorfer Arena ein vergessen geglaubtes Gefühl zurück: Der Jubel über eine Führung des eigenen Teams in der Bundesliga. Zuletzt gab es das am 15. September beim 2:1 gegen Hoffenheim – zugleich der bisher einzige Sieg. Dass gegen Berlin der zweite folgte, lag daran, dass Fortuna die Führung nicht etwa zum Anlass nahm, sich zurückzulehnen, sondern konsequent den Schwung ausnutzte und aufs zweite Tor spielte.

Hennings gelang es nach feinem Pass von Jean Zimmer zunächst noch nicht (55.). Doch sieben Minuten später musste der Stürmer seinen Fuß zum 2:0 nur noch hinhalten. Vorausgegangen war diesem Tor eine feine Kombination: Zimmer schickte Matthias Zimmermann herrlich in den Strafraum, und der 26-Jährige legte mustergültig auf Hennings quer.

Die Hertha ergab sich daraufhin in ihr Schicksal. Hennings und Usami vergaben noch Möglichkeiten zum Doppelpack. Die Kirsche auf die Torte setzte dann Raman. Erst tanzte er wenige Sekunden nach seiner Einwechslung Jordan Torunarigha aus und markierte das 3:0, kurz vor dem Abpfiff markierte er ebenso frech das 4:1. Der zwischenzeitliche Anschlusstreffer von Davie Selke störte die Feierlichkeiten nur kurz. Denn Funkel nutzte die entspannte Ausgangslage in der Schlussphase, um Kapitän Fink zum Comeback zu verhelfen, was die gute Stimmung in der Arena weiter verbesserte.

Statistik:

Düsseldorf: Rensing - Matthias Zimmermann, Bormuth, Kaminski, Gießelmann - Stöger, Bodzek - Zimmer (83. Raman), Usami - Hennings (89. Fink), Lukebakio (69. Karaman). - Trainer: Funkel

Berlin: Jarstein - Lazaro, Stark (25. Luckassen), Rekik, Mittelstädt - Arne Maier, Darida - Kalou, Duda (57. Selke), Dilrosun - Ibisevic (46. Torunarigha). - Trainer: Dardai

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)

Tore: 1:0 Usami (50.), 2:0 Hennings (63.), 3:0 Raman (84.), 3:1 Selke (88.), 4:1 Raman (90.+2)

Zuschauer: 39.743

Beste Spieler: Usami, Zimmer, Bodzek - Maier

Gelb-Rote Karten: - Mittelstädt (41.)

Gelbe Karten: Bodzek (3) - Lazaro (3)

Torschüsse: 20:11

Ecken: 2:6

Ballbesitz: 49:51 %

Zweikämpfe: 83:78

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