Fußball-Bundesliga: Fortuna Düsseldorf kassiert 0:4-Klatsche gegen RB Leipzig

0:4 gegen Leipzig: Fortuna kassiert verdiente Klatsche

Nach vier Siegen in Serie musste Fortuna Düsseldorf wieder eine Niederlage in der Bundesliga hinnehmen. Nach einer über weite Strecken katastrophalen Leistung hieß es gegen Leipzig 0:4 (0:3).

Zwischen November 1973 und Januar 1974 gelangen Fortuna zum bisher einzigen Mal fünf Siege in Serie in der Fußball-Bundesliga. Dass es dabei auch vorerst bleiben wird, lag an einer katastrophalen Leistung der Düsseldorfer am Sonntagabend gegen RB Leipzig. Das 0:4 (0:3) vor 34.394 Zuschauern setzte einen deutlichen Schlusspunkt hinter die vier Siege in Folge zuvor.

Während weite Teile der fußballinteressierten Deutschen die Leipziger mittlerweile als normalen Bestandteil der Bundesliga akzeptieren, wird der Düsseldorfer Anhang keineswegs müde, zu betonen, dass er den künstlich erschaffenen Ostklub weiter ablehnt. So protestierten die Fans mit dem lautstarken Einsatz von Trillerpfeifen bei Leipziger Ballbesitz gegen den von einem Konzern gepushten Verein. Und auch die Trikotwahl der Fortunen passte zum Duell von Tradition gegen Retorte: Die Düsseldorfer trugen zu Ehren des 1954er-Nationaltorhüters Toni Turek, der am 18. Januar 100 Jahre alt geworden wäre, ein in Grautönen gehaltenes Sondertrikot.

Kommentar zu Fortunas 0:4-Niederlage gegen RB Leipzig

Doch Leipzig ließ sich von all dem keineswegs irritieren, war direkt voll auf der Höhe. Ganz anders sah das bei Fortunas Torhüter Michael Rensing aus, der nach noch nicht einmal 90 Sekunden den ersten Eckball der Gäste völlig unbedrängt fallen ließ. Das anschließende Tohuwabohu im Strafraum nutzte Yussuf Poulsen trocken zur frühen Führung. Bitter: Den Eckball hätte es gar nicht geben dürfen, wie die Fernsehbilder zeigten.

Dieses 1:0 nahm das Team von Trainer Ralf Rangnick jedenfalls zum Anlass, in den folgenden Minuten sein ganzes Repertoire an Fußballkunst auf den Platz zu zaubern: Balleroberung, Dribblings, schnelle Pässe in die Tiefe, eiskalter Abschluss. Erst war es Innenverteidiger Ibrahima Konaté, der mit einem kurzen Sprint die gesamte Fortuna-Defensive düpierte und zum 2:0 traf (9.). Dann vollendete erneut Poulsen (16.) – aus abseitsverdächtiger Position - einen Konter, dem das so gerne vergebene Prädikat „Aus dem Lehrbuch“ zugeschrieben werden darf – allerdings erneut unter gütiger Mithilfe der sorglos agierenden Hausherren, die weder die Räume schlossen noch nah genug an den Gegenspielern waren, um überhaupt mal einen Zweikampf zu führen.

Diese Phase erinnerte stark an den Auftritt der Düsseldorfer beim 1:7 in Frankfurt im Oktober. Das war dann doch etwas überraschend, hatten sich die Fortunen in den Wintermonaten doch in der Bundesliga akklimatisiert. Ein solcher Leistungsabfall war nicht zu erwarten. Da Leipzig es mit der Drei-Tore-Führung im Rücken etwas ruhiger angehen ließ, gelang es den Fortunen immerhin in der letzten Viertelstunde vor der Halbzeit auch mal, längere Zeit den Ball in der gegnerischen Hälfte zu halten. Peter Gulacsi im Leipziger Tor musste jedoch nicht ein einziges Mal eingreifen.

Zur zweiten Halbzeit wollte Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel noch einmal neuen Schwung entfachen und brachte Marvin Ducksch für Benito Raman. Zudem stellte der 65-Jährige das System von 4-1-4-1 auf 4-2-3-1 und später 4-2-2-2 um. Dodi Luebakio hatte direkt die Gelegenheit, zu verkürzen. Doch sein Schuss ging am langen Pfosten vorbei.

Fortuna präsentierte sich in den zweiten 45 Minuten zwar verbessert, an der am Ende verdienten Niederlage änderte das aber nichts. Konrad Laimer erhöhte noch auf 4:0 – Rensing sah erneut nicht gut aus.

Statistik

Düsseldorf: Rensing - Matthias Zimmermann, Ayhan, Kaminski, Gießelmann - Morales - Stöger, Fink (63. Hennings) - Usami, Raman (46. Ducksch) - Lukebakio (77. Barkok). - Trainer: Funkel

Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Konate, Orban, Halstenberg - Adams, Demme (73. Forsberg) - Sabitzer (85. Cunha), Laimer - Poulsen, Timo Werner (84. Augustin). - Trainer: Rangnick

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)

Tore: 0:1 Poulsen (2.), 0:2 Konate (9.), 0:3 Poulsen (16.), 0:4 Laimer (68.)

Zuschauer: 34.394

Beste Spieler: Fink - Halstenberg, Poulsen

Gelbe Karte: Ducksch -

Torschüsse: 11:10

Ecken: 8:2

Ballbesitz: 52:48 %

Zweikämpfe: 111:117

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