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Fußball-Bundesliga: Aluminium-Fortuna macht sich Mut

Nach Nullnummer gegen Paderborn : Aluminium-Fortuna macht sich Mut

Trotz viermal Pfosten und Latte reicht es gegen Schlusslicht SC Paderborn nur zu einem 0:0. Trainer Uwe Rösler lobt jedoch die hohe Laufleistung und die gute Zweikampfquote: „Wir haben alles in der eigenen Hand. Und solange das so ist, kann ich gut schlafen.“

Wenn man sein Heimspiel gegen den Tabellenletzten nicht gewinnt, sollte tiefe Enttäuschung eigentlich die vorherrschende Stimmungslage sein. Fortuna Düsseldorf jedoch nahm das 0:0 gegen den SC Paderborn im ersten Geisterspiel der 125-jährigen Klubgeschichte bemerkenswert gelassen hin. „Natürlich sind wir über das Ergebnis enttäuscht“, sagte Torhüter Florian Kastenmeier. „Wir haben jedoch eine gute Leistung gezeigt. Normalerweise gehen von unseren vier Aluminiumtreffern zwei rein – und dann hätten wir das Ding 2:0 gewonnen, und alles wäre gut gewesen.“

Das Störende an dieser Rechnung ist indes der Konjunktiv. Es sind eben nicht zwei reingegangen, und damit hat sich Fortunas Lage als Drittletzter der Bundesligatabelle nicht verbessert, mit einer Ausnahme: Schlusslicht Paderborn konnte den Sechs-Punkte-Rückstand auf die Düsseldorfer nicht verkürzen. Deshalb sagte Abwehrchef Kaan Ayhan unmittelbar nach dem Schlusspfiff auch: „So komisch es klingt: Der eine Punkt nutzt uns am Ende sogar noch mehr als Paderborn.“

Dennoch hätten es nach einem zwar nicht schönen, aber doch dominant geführten Spiel drei Zähler für die Gastgeber sein müssen. Wenn nicht das chemische Element mit der Ordnungszahl 13 im Periodensystem und dem Kürzel „Al“ zu häufig im Weg gestanden hätte. „Heute hat gefühlt fast jeder Spieler das Aluminium getroffen“, spitzte es Ayhan zu. Auch der 25-Jährige reihte sich da mit einem Kopfball ein, zweimal Valon Berisha und schließlich der eingewechselte Steven Skrzybski unterstrichen Fortunas Ruf als Metall-Prüfstelle Nummer eins am 26. Bundesliga-Spieltag. Paderborns Trainer Steffen Baumgart gab dann auch zu: „Wir hatten das Glück, dass du auch mal brauchst.“

Sein Gegenüber Uwe Rösler zeigte sich „erleichtert, dass wir so gut aus der langen Pause rausgekommen sind. Es war schon Unsicherheit da“. Der 51-Jährige hatte viele positive Dinge gesehen, „aber natürlich: Als ich am Sonntag aufgewacht bin, habe ich mir doch gedacht, dass wir eine Chance ausgelassen haben, den Rückstand auf Mainz und Augsburg zu verkürzen“.

Vielleicht auch wegen Christopher Antwi-Adjejs Riesenmöglichkeit für den SCP in der 87. Minute hielten sich die Düsseldorfer jedoch nicht lange mit dem Ergebnis auf und blickten lieber nach vorn. „Das wird uns nicht umwerfen, sondern als Mannschaft noch enger zusammenschweißen“, kommentierte Skrzybski, und Torhüter Kastenmeier ergänzte: „Unsere Leistung macht uns zuversichtlich, dass wir auch da punkten können, wo man es nicht unbedingt von uns erwartet. Bayern München etwa spielt gegen uns auch nicht vor 70.000 Zuschauern wie sonst, sondern vor null. Das ist ein völlig anderes Spiel, wie wir selbst am Samstag gesehen haben.“

Einer der positiven Aspekte war für Rösler die Statistik. „Wir haben 56 Prozent der Zweikämpfe gewonnen, das war bei uns nicht immer so. Und wir sind 120 Kilometer gelaufen, so viel wie noch nie unter mir“, berichtet der Chefcoach. „Sicher, wir waren bei unseren Chancen nicht effizient genug. Dennoch werde ich nicht nervös. Wir haben alles in der eigenen Hand. Und so lange das so ist, kann ich gut schlafen.“