Fortuna Düsseldorf: Für Fortuna-Fans wird's brenzlig

Fortuna Düsseldorf: Für Fortuna-Fans wird's brenzlig

Nach dem spektakulären Geburtstagsgruß der Fortuna-Fans an ihren Verein ermittelt jetzt die Polizei. Denn das Abbrennen der 120 Bengalo-Fackeln könnte mindestens ein Umweltdelikt gewesen sein. Auf keinen Fall halte man die Aktion für harmlos oder gar unbedenklich, sagte ein Polizeisprecher.

Genau das aber wird von den Fans behauptet, die sich ihrerseits über den Verein beklagen. Der sei "ignorant und emotionslos", schreibt einer von ihnen in einem offenen Brief an den Vorstand. Denn Fortuna schweigt zu dem pyrotechnischen Glückwunsch, der in der Nacht zum Dienstag die Rheinuferpromenade leuchten ließ. Nicht einmal ein "knappes Dankeschön" gab es für die Fan-Aktion zum 120-jährigen Bestehen. Die hatte international Beachtung gefunden, CNN berichtete in den USA, die britische Zeitung "The Guardian" widmete dem Jubiläum des deutschen Zweitligisten wegen des spektakulären Fotos sogar ihre Titelseite.

Nur das Geburtstagskind hüllte sich in Schweigen, was schnell für Unmut unter den Fans sorgte - den einer nun bei Facebook unter großem Beifall in Worte fasste. "Von mir aus auch mit erhobenem Zeigefinger" schreibt er, hätte der Vorstand das Engagement der Fans würdigen können, die in vier Minuten mehr positive Werbung gemacht hätten als es "die gesamte Marketingabteilung des Vereines in den letzten Jahren geschafft" habe.

Tatsächlich war Fortunas Geburtstagsfreude bei diesem Geschenk getrübt. Man fürchtete, durch ein positives Statement missverstanden werden zu können. Denn zu Pyrotechnik jeder Art hat der Verein, zumindest im Zusammenhang mit Fußball, eine klare Position bezogen. Und die ist eindeutig gegen die Bengalo-Begeisterung der Fans. Auf Anfrage unserer Redaktion kommentierte ein Fortuna-Sprecher deshalb auch gestern den Geburtstagsgruß der Fans lediglich so: "Wir freuen uns, dass so viele Menschen in ihrer Freizeit pünktlich um Mitternacht den Geburtstag von unserem besonderen Verein in unserer Stadt gefeiert haben."

In hitzigen Debatten empören sich die Fans über den Vereinsvorstand. Mit der Behauptung, nicht einmal die Polizei habe etwas gegen die Aktion einzuwenden gehabt, bringen sie dabei die Behörde in Erklärungsnot. Schließlich verfolgt auch die Polizei den Einsatz von Pyrotechnik in Fußballstadien mit aller Härte.

Einwände hätte man sicherlich gehabt, habe aber von der gesamten Aktion erst in letzter Minute erfahren, betonte der Polizeisprecher gestern. Offenbar in eiserner Verschwiegenheit hatten die Fangruppen ihr Feuerwerk gründlich vorbereitet. "Zumindest haben wir noch verhindern können, dass es auf den Rheinbrücken stattfand", so der Polizeisprecher.

(RP)
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