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Fortuna: FSV Frankfurt: Fortunas Gegner im Check

Fortuna : FSV Frankfurt: Fortunas Gegner im Check

Am Sonntag tritt die Elf von Trainer Norbert Meier in der 2. Fußball-Bundesliga beim FSV Frankfurt an. Am Bornheimer Hang kommt es zum Wiedersehen mit Ex-Fortuna-Stürmer Marcel Gaus. In den vergangenen beiden Spielzeiten gelang den Düsseldorfern kein Torerfolg bei den Hessen.

Das Spiel

FSV Frankfurt gegen Fortuna (Sonntag, 13.30 Uhr, Volksbank-Stadion am Bornheimer Hang) ist am 13. Spieltag der 2. Liga das Duell des Tabellen-Zwölften (elf Punkte, 12:17 Tore) gegen den Dritten (29, 29:12).

Die Bornheimer haben die jüngsten beiden Spiele verloren (0:1 gegen Cottbus, 1:2 auf St. Pauli). Sie sind die schwächste Heimmannschaft der Liga und warten noch auf den ersten Sieg im eigenen Stadion. Saisonübergreifend haben die Frankfurter dort seit acht Partien nicht mehr gewonnen. Der bislang letzte Erfolg auf eigenem Platz liegt mehr als ein halbes Jahr zurück: Am 15. April gelang ein 2:1 gegen 1860 München. Die Flingerer gehören auf der anderen Seite mit Eintracht Frankfurt zu den einzigen Mannschaften im Profi-Fußball, die in dieser Saison noch kein Spiel verloren haben.

Der Verein

Größte Erfolge des Vereins waren der Einzug in die Endspiele um die Deutsche Meisterschaft 1925 und um den Deutschen Pokal 1938. Der FSV Frankfurt spielte insgesamt zwölf Jahre in der 2. Liga und nimmt in der Ewigen Rangliste Platz 33 ein. Nach zwölf Jahren Pause gehört der Klub seit der Saison 2008/09 wieder dem Bundesliga-Unterhaus an und kämpft seitdem erfolgreich gegen den Abstieg: 2009 stand der Klassenerhalt erst nach dem letzten Spieltag fest. 2010 war die Mannschaft mit großem Rückstand zum rettenden Ufer scheinbar schon verloren, ihr gelang aber dank einer starken Rückrunde noch der Ligaverbleib.

Stärken und Schwächen

Die Bornheimer haben vor allem im Angriff Probleme. Es fehlt der Mannschaft an Durchschlagskraft. Nur Aue (zehn Tore), Rostock (sieben) und Aachen (sechs) haben weniger Tore erzielt als der FSV (zwölf). Das liegt auch daran, dass dem FSV in den vergangenen Wochen zeitweise sechs Angreifer wegen Verletzung und Krankheit fehlten, darunter Karim Benyamina wegen einer Bronchitis.

Die Frankfurter haben zweifelsfrei die Substanz, um im Mittelfeld der Liga mitzuspielen. Sie geben aber nach überlegen geführten Spielen regelmäßig Punkte ab, weil sie zu unbeständig und unkonzentriert agieren und in den Schlussphasen Gegentore kassieren: Beim VfL Bochum (0:1 in der 88. Minute), gegen Eintracht Braunschweig (1:1 in der 88. Minute) und gegen den FC Energie Cottbus (0:1 in der 86. Minute) kassierte der FSV späte Gegentore, und im Spiel gegen Union Berlin verschoss Babacar Gueye in der Nachspielzeit beim Stande von 1:1 einen Strafstoß. Beim unglücklichen 1:2 auf St. Pauli in der Vorwoche war der FSV zumindest ebenbürtig und zeigte seine Stärken. Er verteidigte gut und spielte schnell nach vorne. Kopf der Mannschaft ist der türkische Mittelfeldregisseur Zafer Yelen.

Der Trainer

Hans-Jürgen Boysen (54) kickte zur Aktivenzeit unter anderem für den Karlsruher SC und den 1. FC Saarbrücken, er kommt auf 104 Einsätze in der Ersten Bundesliga. Seine Trainerkarriere begann der gebürtige Mannheimer beim SV Mörlenbach, den er von der Bezirksklasse Süd in Südhessen bis in die Oberliga führte. Mit dem Oberligisten SV Sandhausen stieg er im Sommer 1995 in die Regionalliga Süd auf. Zur Saison 1997/98 wechselte Boysen zum Regionalliga-Neuling Kickers Offenbach, mit dem er 1999 in die 2. Liga aufstieg. Nach Stationen beim FC Augsburg, Stuttgarter Kickers, SV Sandhausen und 1. FC Schweinfurt 05 kehrte er 2004 zu Kickers Offenbach zurück und führte die Mannschaft erneut in die 2. Liga. Am 7. Oktober 2009 übernahm Boysen als Nachfolger von Tomas Oral den Trainerposten beim abgeschlagenen Zweitliga-Letzten FSV Frankfurt, führte die Mannschaft zum Klassenerhalt und sorgte mit ihr in der Saison 2010/11 für Furore, als sie nach einem kompletten Umbruch bis ins obere Mittelfeld der Liga kletterte.

Besonderes

In Marcel Gaus spielt ein ehemaliger Fortune für die Bornheimer. Der Berater des 22-jährigen Angreifers hatte sich nach der Saison 2010/11 bei den Verhandlungen um einen neuen Vertrag bei Fortuna verpokert. Gaus wechselte zum FSV und wurde bald wegen der großen Konkurrenz im Frankfurter Sturm vom Offensivspieler zum Linksverteidiger umgeschult. Das Experiment gelang, obwohl der Youngster in den Partien gegen Braunschweig (1:1) und Aachen (3:1) zeigte, dass er im taktischen Bereich noch Schwächen hat. Bei der 1:2-Niederlage auf St. Pauli demonstrierte Gaus seinen Torinstinkt, als er seinen ersten Treffer erzielte.

Der direkte Vergleich

Die Bilanz ist ausgeglichen: In bislang 15 Partien der 2. Liga und des DFB-Pokals gab es sieben Siege, ein Remis und sieben Niederlagen. Fortuna verlor in den vergangenen beiden Spieltagen am Bornheimer Hang (0:1 und 0:2). Einen Düsseldorfer Sieg gab es in Frankfurt in der Saison 94/95, als Frank Mill und Harald Katemann die Treffer zu einem 2:1-Erfolg beisteuerten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fortuna - FSV Frankfurt 6:0