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Fortuna Düsseldorf: Frymuth: "Wir haben als Team sehr viel erreicht"

Fortuna Düsseldorf : Frymuth: "Wir haben als Team sehr viel erreicht"

Nach mehr als neun Jahren als Vorstandsvorsitzender Fortunas übergibt Peter Frymuth heute Abend die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger Dirk Kall. Frymuth ist nun der für den Amateurbereich zuständige Vizepräsident des DFB.

Herr Frymuth, was kommt Ihnen als erstes in den Sinn, wenn Sie auf Ihre mehr als neun Jahre als Vorstandsvorsitzender Fortunas schauen?

FRYMUTH Der unglaubliche Zusammenhalt in unserem Verein, besonders die Unterstützung der Fans in den schwierigen Jahren 2004 bis 2006. Damals wurde die Grundlage dafür geschaffen, dass Fortuna wieder Akzeptanz in der Stadt erhielt.

Mit welchen Namen sind Ihre Erinnerungen besonders eng verbunden?

FRYMUTH Da denke ich in erster Linie an meine Vorstandskollegen Paul Jäger, Thomas Allofs und Werner Sesterhenn. Letzterer hat mich damals überredet, für ein halbes Jahr das Amt des Vorstandsvorsitzenden anzunehmen.

Ein bisschen länger ist es dann ja doch geworden.

FRYMUTH In der Tat. Und das stand nie in meinem Lebensplan, das kam alles völlig überraschend.

Was waren die härtesten Momente in Ihrer Amtszeit?

FRYMUTH Am schwersten wiegen die Probleme, vor denen wir 2004 standen. Unter anderem die Insolvenz unseres Sponsors Walter Bau, die den Umzug in die Arena gefährdete und große Folgen für mehrere Jahre hatte. Und dann waren da natürlich die Vorkommnisse rund um das zweite Relegationsspiel gegen Hertha. Der Prozessmarathon hat viel Substanz gekostet. Wir hingen mit allen Planungen in der Luft.

Hat das alles Narben bei Ihnen hinterlassen?

FRYMUTH Sagen wir es so: Ich begegne einigen Menschen, die beteiligt waren, heute anders als zuvor.

Mit welchen Gefühlen gehen Sie? Wie stehen Sie heute zu der Kritik vieler, Sie hätten in der Bundesliga-Rückrunde 2012/13 Trainer Norbert Meier früher entlassen müssen?

FRYMUTH Ich gebe den Leuten, die diese Kritik üben, Recht - allerdings nur mit dem Wissen von heute. Unser Informationsstand im Frühjahr rechtfertigte eine Entlassung nicht.

Sie übergeben zum 1. Februar Ihr Amt an Dirk Kall. Was sind die größten Herausforderungen für die neue Vereinsführung?

FRYMUTH Fortuna ist so gut aufgestellt, dass es keine andere Baustelle gibt als den Sport. Die Herausforderung ist also, den sportlichen Bereich zu stabilisieren. Der letzte Schritt wird sein, den Verein in der Bundesliga zu etablieren - ohne dies übers Knie zu brechen.

Worauf freuen Sie sich bei Ihrer neuen Aufgabe als Vizepräsident des DFB am meisten?

FRYMUTH Die Vielfältigkeit ist sehr reizvoll. Besonders wichtig ist mir eine sportpolitische Botschaft: Die kostengünstige Infrastruktur des Fußballs zu erhalten. Jeder muss diesen Sport unabhängig von seiner sozialen Herkunft ausüben können.

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Wo wird Fortuna in dieser Saison noch landen? Und wie oft wird man Sie noch im Stadion sehen?

FRYMUTH Ich werde so oft wie möglich ins Stadion kommen, mein Herz hängt an Fortuna. Sie wird am Saisonende besser platziert sein als auf dem derzeitigen zehnten Rang.

Bernd Jolitz führte das Gespräch.

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(can)