Fortuna Düsseldorf: Frischer Wind in Fortunas Aufsichtsrat

Fortuna Düsseldorf : Frischer Wind in Fortunas Aufsichtsrat

Heute ab 19 Uhr stellen sich in der Bar 95 die zehn Kandidaten vor, die am Donnerstag in das Gremium gewählt werden möchten. Vor allem Björn Borgerding und Reinhold Ernst wecken bei vielen Mitgliedern Erwartungen.

Eine Zeit lang sah es so aus, als könne Fortunas Mitgliederversammlung am Donnerstag im ISS Dome (19 Uhr) eine eher beschauliche Angelegenheit werden. Aus dem Aufsichtsrat sickerte durch, dass das Gremium am liebsten in der bisherigen Zusammensetzung weiterarbeiten würde, und hinter den Kulissen schienen die Weichen auch in diese Richtung gestellt zu werden. Jetzt jedoch kommt frischer Wind in die Sache - durch einige Personen, die gern ihre eigenen Ideen beisteuern möchten.

Unter diesen Vorzeichen wird die heutige Veranstaltung, zu der die Fan-Organisation Supporters Club (SCD) ab 19 Uhr in die Bar 95 am Flinger Broich eingeladen hat, hoch interessant. Am Donnerstag im Dome werden Fortunas Mitglieder fünf Vertreter in den Aufsichtsrat wählen, die künftig mit den fünf vom Wahlausschuss bestellten Räten zusammenarbeiten. Dem SCD ist es gelungen, alle zehn Kandidaten, die sich für diese fünf Posten beworben haben, in die Bar 95 zu lotsen. Dort werden sie sich in einer öffentlichen Diskussion vorstellen und Fragen beantworten.

Fünf Namen sind neu auf dem Stimmzettel: Reinhold Ernst, der Fortunas Aufsichtsrat bis zu seinem Rücktritt im April 2009 zehn Monate lang anführte, Björn Borgerding, Michael Hanné, Ignacio Ordejón Zuckermaier und Markus Tappert. Vor allem Ernsts mögliches Comeback und die Initiative des Sportökonomen Borgerding rütteln den Verein in vielversprechender Form auf. "Ich sehe einige Strukturprobleme bei Fortuna, die Aufsichtsrat und Vorstand zurzeit dank der positiven sportlichen Situation in den Hintergrund schieben", sagt der 32-jährige Borgerding, der maßgeblich für das Zustandekommen des Toni-Turek-Denkmals verantwortlich ist. "Ich würde gern diese Probleme ansprechen und es bestimmt nicht jedem recht machen."

Dem Vernehmen nach ist nicht jeder in Fortunas Führung von diesem Vorhaben begeistert, und ganz ähnlich verhält es sich mit der Kandidatur des Juristen Ernst - auch wenn der alte Ressentiments aus der Zeit seines Rückzugs im Interesse des Vereins begraben möchte. "In den vergangenen Jahren habe ich über meinen Beruf gute Kontakte zu führenden Persönlichkeiten aus der Fußball-Bundesliga aufgebaut", berichtet Reinhold Ernst. "Irgendwann habe ich mich dann gefragt: Warum so abstrakt? Warum soll ich meine Ideen nicht wieder in den eigenen Verein einbringen?" Ernst sprach mit allen Fortuna-Gremien, informierte sie über seine Pläne und fasste den Entschluss zur Kandidatur: "Ob ich gewählt werde, entscheiden die Mitglieder." Und die können sich heute in der Bar 95 schon einmal ihr Bild machen.

(jol)