Fortuna: Fortunas schwarze Serie reißt

Fortuna: Fortunas schwarze Serie reißt

Der Aufsteiger aus Düsseldorf gewann das Westderby der 2. Fußball-Bundesliga bei Alemannia Aachen mit 1:0. Es war der erste Auswärtssieg seit mehr als vier Monaten – und das Tor erzielte wieder einmal Martin Harnik.

Seit dem 23. Oktober 2009 hatte Fortuna Düsseldorf in der 2. Fußball-Bundesliga nicht mehr auf fremden Plätzen gewonnen. Sicher nicht die beste Voraussetzung für eine Fahrt zu Alemannia Aachen – und obendrein eine fast schon kuriose Bilanz für einen Tabellenfünften. Eine Bilanz freilich, die nun erledigt ist: Fortuna gewann mit 1:0 und setzte sich damit noch energischer in der Spitzengruppe fest.

Die Vorschusslorbeeren waren gewaltig. "Ich gehe davon aus, dass der Teufel los sein wird", hatte Alemannias Trainer Michael Krüger vor der Partie gesagt. "Als Spieler muss ich in diese Atmosphäre einfach eintauchen und das Letzte aus mir herausholen." Und wie zur Bestätigung hatte sein Außenverteidiger Mirko Casper ergänzt: "Das ist schon eine Frage der Ehre."

Große Worte, denen das alte Westderby erst einmal gerecht werden musste. Auf den Rängen tat es das bereits eine Stunde vor dem Anpfiff. Die 4000 Düsseldorfer Fans waren keineswegs gewillt, der schwarz-gelben Wand auf der Südtribüne des neuen Tivoli die Lautstärke-Hoheit zu überlassen, und so entwickelte sich eine mitreißende Derby-Atmosphäre.

Torwart Ratajczak überragte

Auf dem Feld war Fortuna eher gewillt, die Aufgabe mit kühlem Kopf anzugehen. Das war schon an der Aufstellung abzulesen, denn im Mittelfeld war Trainer Norbert Meier diesmal körperliche Präsenz und Laufstärke – verkörpert durch Oliver Fink und Patrick Zoundi – wichtiger als der Schuss Genialität, für den Marco Christ oft steht. Der gebürtige Nürnberger drückte am Montag zunächst nur die Bank, womit Meier wieder einmal für eine seiner berühmten Überraschungen sorgte.

Das erste richtige Ausrufezeichen setzten die Gäste dennoch. Und was für eines. Torsten Oehrl schlug einen langen Ball in Richtung Aachener Strafraum, und sein Sturmpartner Martin Harnik gab sich gar nicht erst mit Nebensächlichkeiten wie Anstoppen ab. Stattdessen lupfte der österreichische Nationalspieler den Ball aus vollem Lauf direkt mit dem Außenrist über Keeper Thorsten Stuckmann.

Ein Traumtor zum 0:1 – es war Harniks zwölfter Saisontreffer, mit dem er sich auf Platz zwei der Zweitliga-Torschützenliste schob. Interessanter Randaspekt: Der 22-Jährige hatte bis zu dieser 25. Minute alle drei Auswärtstore Fortunas des vergangenen Vierteljahres erzielt.

Die Düsseldorfer versäumten es jedoch nachzulegen, und gar so einfach wollten die Aachener ihren einst so gefürchteten Tivoli dann doch nicht erstürmen lassen. Mehrfach musste der überragende Fortuna-Keeper Michael Ratajczak eingreifen, einmal – bei einem Kopfball von Kapitän Nico Herzig – Johannes van den Bergh kurz vor der Linie für ihn klären.

Selbst wenn technische Feinheiten mitunter auf der Strecke blieben: Es war nun auch auf dem Platz das elektrisierende Westderby, das sich alle erhofft hatten. Mit einer erneuten Zuspitzung, als der bereits verwarnte Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz einen zweiten Ball ins Feld kickte und Gelb-Rot sah. Natürlich wurde es nun noch einmal ganz eng – aber es blieb beim 0:1.

STATISTIK:

Alemannia Aachen - Fortuna 0:1

Aachen: Stuckmann - Casper (46. Adlung), Herzig, Olajengbesi, Jepsen - Burkhardt, Kratz - Milchraum (75. Uludag), Fiel (75. Nemeth), Özgen - Gueye. - Trainer: Krüger

Düsseldorf: Ratajczak - Weber, Anderson, Langeneke, van den Bergh - Costa - Zoundi (65. Christ), Lambertz, Fink - Harnik, Oehrl (90. Schwertfeger). - Trainer: Meier

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

Tor: 0:1 Harnik (25.)

Zuschauer: 27.031

Beste Spieler: Herzig, Kratz - Ratajczak, Harnik

Gelb-Rote Karte: Lambertz wegen unsportlichen Verhaltens (80.)

Gelbe Karten: Adlung (5) - Anderson, Zoundi (2)

(RP)
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