Fortuna Düsseldorf: Fortunas Aufsichtsrat erhält eine neue Führung

Fortuna Düsseldorf : Fortunas Aufsichtsrat erhält eine neue Führung

Burchard von Arnim benötigte Zeit, um diese Nachricht zu verdauen. Mit unbewegter Miene nahm der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Fortuna Düsseldorfs zur Kenntnis, dass ihn die Mitglieder des Fußball-Zweitligisten soeben aus dem Amt gewählt hatten.

Eine Palastrevolution nach mehr als fünfstündiger Marathonsitzung mit Verlängerung. Der Wirtschaftsprüfer, in dessen Amtszeit ein großer Teil der wirtschaftlichen Sanierung des einst überschuldeten und heute gesunden Klubs fiel, hatte die Zusatzchance einer Stichwahl, die er gegen den Juristen Ignacio Ordejón Zuckermaier ebenfalls klar verlor.

Vor der Mitgliederversammlung war allgemein erwartet worden, dass der 2009 zurückgetretene Ratsvorsitzende Reinhold Ernst in das Gremium zurückkehrt. Und so kam es auch. "Damals habe ich auch nicht alles richtig gemacht", gestand der Anwalt ein und traf damit den Nerv des Plenums. Ernst erhielt mit 422 die zweitmeisten Stimmen hinter dem 32-jährigen Björn Borgerding, der 601 der 914 Stimmen auf sich vereinigte. "Ich bin sehr glücklich", sagte der Sportökonom. "Unser ehemaliger Vorstandsvorsitzender Peter Frymuth hat mich allerdings darauf hingewiesen, dass ich nun auch eine hohe Verantwortung trage. Ich werde alles versuchen, ihr gerecht zu werden."

Die bisherigen Aufsichtsräte Marcel Kronenberg und Albrecht Woeste wurden wiedergewählt. In den nächsten Wochen werden sie sich mit Borgerding, Ernst und Ordejón Zuckermaier sowie den vier bestellten Vertretern Dieter vom Dorff, Joachim Hunold, Heinz-Peter Schlüter und Christian Veith zusammensetzen, um aus ihrer Mitte einen neuen Gremiumsvorsitzenden zu wählen. Eile ist nicht geboten, da der Vorstand um den Vorsitzenden Dirk Kall - den der Rat einsetzt, berät und kontrolliert - langfristig vertraglich gebunden ist.

(RP)
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