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Fortuna Düsseldorf: Fortuna und das Luxusproblem

Fortuna Düsseldorf : Fortuna und das Luxusproblem

Das zentrale defensive Mittelfeld, die sogenannte "Doppel-Sechs", gehörte in den ersten Bundesliga-Partien zu den größten Stärken Fortunas. Jetzt kehrt Kapitän Andreas Lambertz nach Verletzung und Sperre zurück – doch welchen seiner Kollegen soll er ablösen?

Das zentrale defensive Mittelfeld, die sogenannte "Doppel-Sechs", gehörte in den ersten Bundesliga-Partien zu den größten Stärken Fortunas. Jetzt kehrt Kapitän Andreas Lambertz nach Verletzung und Sperre zurück — doch welchen seiner Kollegen soll er ablösen?

Oliver Fink ist im Grunde viel zu nett für das Geschäft. Andererseits sind Profis wie er so etwas wie die Rettung eben dieses Geschäfts: Gerade wenn man als Fußballfreund beginnen könnte, angesichts mancher mitunter missgelaunter, dünnhäutiger und grenzwertig selbstbewusster Kicker an diesem Sport zu verzweifeln, wirft Fortunas Mittelfeldspieler mal eben alle Vorurteile über den Haufen. Es geht tatsächlich auch höflich und bescheiden — ohne dass Fink dabei verbal mit Wattebäuschen würfe.

"Von Anfang an da sein"

So äußerte sich der 30-Jährige nach dem 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach am Samstagabend inmitten des allgemeinen Lobes durchaus kritisch über die Vorstellung des Bundesliga-Aufsteigers. "Es muss unser Ziel sein, endlich mal von Anfang an richtig da zu sein", merkte er mit Blick auf die erneut schwache Anfangsphase Fortunas an. "Unsere Gegner werden nicht leichter, und andere Mannschaften werden es mit Sicherheit ausnutzen, wenn wir weiter so schwer ins Spiel kommen."

Auch das bisherige Abschneiden löst bei dem Oberpfälzer keine Euphorie aus. "Wir haben noch keinen Blumentopf gewonnen", warnte er, zeigte sich dann aber doch gnädig: "Die vier Punkte, die wir geholt haben, kann uns keiner mehr nehmen." Dass es so weit kam, ist vor allem das Verdienst der bemerkenswert stabilen Defensive, zu der Fink und sein Nebenmann Adam Bodzek als "Doppel-Sechs" die Vorhut bilden. Der eher rustikale Bodzek und der elegante Fink ergänzen sich optimal, verstehen sich auf und neben dem Platz bestens.

Daraus entsteht nun allerdings ein Luxusproblem für Trainer Norbert Meier. Da Andreas Lambertz seine Knöchelverletzung aus dem Pokalspiel in Burghausen überwunden hat und auch seine Sperre abgelaufen ist, steht "Lumpi" nach der Länderspielpause wieder zur Verfügung. Doch wen soll der Kapitän in der Partie beim VfB Stuttgart (15. September) ablösen?

In der Vorsaison spielte Lambertz meist als "Sechser" vor der Abwehr. Wenn Meier ihn wieder dorthin beordert, müsste Bodzek oder Fink weichen — kaum vorstellbar nach den durchweg überzeugenden Leistungen der beiden häufig unterschätzten Defensivstrategen in den vergangenen Wochen. Womöglich besinnt sich der Coach ja komplett auf die Aufstiegssaison, als Lambertz in der Regel neben Bodzek spielte, während Fink über die linke Mittelfeldseite kam. Auf dieser linken Außenbahn rackert jedoch inzwischen Axel Bellinghausen, der vom FC Augsburg zurückkehrte. Der 29-Jährige sucht zwar noch nach seiner Form, ist aber eine große Identifikationsfigur.

Steht am Ende also sogar das Comeback des Kapitäns in der Startelf in Frage? Da legt selbst ein möglicher Konkurrent sein Veto ein. "Für Lumpi haben wir immer einen Platz übrig", versichert Oliver Fink. "Er fehlt uns mit seiner Spielweise und seiner ganzen Art sehr. In puncto Balleroberungen macht ihm keiner was vor." Höchstens Fink — aber das würde dieser nie herausstreichen. So oder so: Man darf gespannt sein, wie Meier sein Luxusproblem löst.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fortuna - Borussia Mönchengladbach 0:0

(seeg/csi)