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Fortuna Düsseldorf: Fortuna nimmt den Abstiegskampf an

Fortuna Düsseldorf : Fortuna nimmt den Abstiegskampf an

Der Aufsteiger muss schnell lernen. Fehler werden in der Bundesliga hart bestraft, und manchmal muss sich eine Mannschaft innerhalb eines Spiels an ein neues System gewöhnen – zum Beispiel ans Überzahlspiel.

Der Aufsteiger muss schnell lernen. Fehler werden in der Bundesliga hart bestraft, und manchmal muss sich eine Mannschaft innerhalb eines Spiels an ein neues System gewöhnen — zum Beispiel ans Überzahlspiel.

Nach einem Bilderbuchstart mit sechs Spielen ohne Niederlage ist Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf dort angekommen, wo er allgemein erwartet worden war — in der Abstiegszone. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass das Team von Trainer Norbert Meier zuletzt dreimal hintereinander in Überzahl agierte und keines dieser Spiele gewann.

Ist Fortuna seit dem Saisonstart schlechter geworden? Keineswegs. Die Düsseldorfer haben sich zuletzt gegen Hoffenheim und in Bremen sogar in einem wichtigen Punkt verbessert gezeigt: Sie haben nicht mehr, wie zuvor häufig geschehen, die erste halbe Stunde verschlafen, waren gleich hellwach.

Warum bleibt dennoch der Erfolg aus? Zum einen machen immer wieder einzelne Spieler aus Unerfahrenheit oder Übereifer Fehler, durch die die Mannschaft um den Lohn für zumeist passable Gesamtleistungen gebracht wird. Zum anderen fehlt Fortuna auch das Glück der ersten Saisonwochen, als sie große Druckphasen ihrer Kontrahenten Augsburg und Stuttgart schadlos überstand und deshalb am Ende punktete. Aktuell werden die Fehler der Düsseldorfer gnadenlos bestraft, Fortuna zahlt viel Lehrgeld.

Fehlt Fortuna angesichts von nur einem Punkt aus den jüngsten sechs Spielen die Bundesliga-Tauglichkeit? Das wäre eine viel zu harte Schlussfolgerung. Mit Ausnahme der zweiten Hälfte gegen Wolfsburg (1:4 nach 1:1-Pausenstand) und des 0:5 gegen den FC Bayern spielte der Aufsteiger über weite Strecken aller Partien auf Augenhöhe. In Mainz, in Leverkusen und in Bremen verlor er jeweils mit einem Treffer Differenz. Daraus kann man eine Portion Naivität ableiten, aber (noch) nicht mehr.

Warum können die Düsseldorfer in Überzahl nicht gewinnen? Dreimal in Folge zogen sie nun aus Platzverweisen der Gegner keinen Nutzen. Das hat vor allem damit zu tun, dass Trainer Meier sein Team hervorragend auf die Grundordnung der Kontrahenten einstellt. Deshalb hatte Fortuna fast immer eine Antwort, solange Leverkusen, Hoffenheim und Bremen vollzählig agierten. Als die Gegner notgedrungen ihr System änderten, der Aufsteiger sich zudem unter dem Druck sah, nun selbst stärker die Initiative übernehmen zu müssen, waren viele Spieler damit überfordert.

Können personelle Umstellungen die Fehlerquote senken? Eher nicht, denn die entscheidenden Patzer unterlaufen stets anderen Spielern: gegen Wolfsburg zum Beispiel Tobias Levels, in Leverkusen Axel Bellinghausen und Andreas Lambertz, in Bremen Ronny Garbuschewski. Meier kann also nicht einfach einen "Fehlerherd" austauschen. Hinzu kommt, dass einige erfahrene Profis bislang enttäuschen und daher keine Alternative darstellen: Du-Ri Cha verliert zu viele Bälle, Andrey Voronin gibt offenbar lieber Interviews in der Boulevardpresse, statt an seinem Spiel zu arbeiten.

Muss Meier sein System ändern? Nein, denn es hat sich über Jahre bewährt. Fortuna ist nur schneller in die Erste Liga gekommen, als sie selbst geplant hat. Deshalb war den Verantwortlichen klar, dass das Team nicht auf jeder Position stark genug besetzt ist. In der Winterpause sollen zwei bis vier neue Spieler kommen, vor allem für den Angriff, in dem zu wenig passiert. Das Geld dafür war von vornherein bereitgestellt. Schwierig ist nur, die richtigen Kandidaten zu finden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Werder Bremen - Fortuna 2:1

(RP/can/csi/jre/sap)