Fortuna: Fortuna hilft Mädchenteam in Kenia

Fortuna: Fortuna hilft Mädchenteam in Kenia

In Zusammenarbeit mit dem von Franziskanern gegründeten Verein vision:teilen spendete der Fußball-Zweitligist Trikots für die Schulmannschaft des Dorfes Sega. Die Schule gibt den Mädchen aus armen Familien eine Zukunft - daher soll die Zusammenarbeit intensiviert werden.

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p class="text">Halbfinale im Mädchenfußball bei den Ostafrika-Jugendmeisterschaften in Nakuru, 150 km nördlich von Nairobi. Das Spiel ist kaum vorbei, da sinkt die Mannschaft aus dem westkenianischen Sega wie ein Häuflein Elend in sich zusammen. Nicht nur, dass das Spiel 0:1 gegen die ruandische Vertretung verloren geht: Viel schlimmer ist, dass die Mittelstürmerin sich durch ein Foul einen Schienbeinbruch zugezogen hat. Tränen der Wut und Enttäuschung mischen sich aber kurz darauf mit dem Stolz, es überhaupt so weit geschafft zu haben. Die weißen Trikots trugen das ihre zum Stolz der jungen Kenianerinnen bei. Fortuna Düsseldorf hat sie gespendet - die vision:teilen e. V. (siehe Info) fädelte mit Finanzchef Paul Jäger und Aufsichtsratsmitglied Günter Karen-Jungen alles ein.

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p class="text">Das Turnier hatte nicht gut begonnen. Die Mädchen aus Sega mussten im ersten Spiel auf ihre Torjägerin Caroline verzichten, die an Malaria erkrankt war. Ohne Carolines Torinstinkt ging das Spiel gegen Uganda 1:2 verloren. Beim nächsten Spiel war sie wieder dabei, Tansania wurde 5:0 geschlagen, wozu die Torjägerin drei Treffer beisteuerte. Carolines Lebensgeschichte steht für so manche im Team. Die Mutter starb früh, dem Vater fehlte das Geld, sich um sie und ihren Bruder zu kümmern. So landete sie in der Mädchenschule, wo man sich seit fünf Jahren erfolgreich um sie kümmert und ihr hilft, ihre Zukunft positiv zu gestalten.

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p class="text">Nach dem Halbfinale geht es zurück an den Ort der Schule. Sega ist ein Dorf 80 km vom Viktoriasee und 450 km von Nairobi entfernt. Es gibt keine befestigten Straßen, nur staubige, rotschimmernde Feldwege. Es ist ein Ort, an dem die Mütter zumeist alleinerziehend sind. Die St.-Anna-Schule für Mädchen von 10 bis 18 Jahren ist das Zentrum des Ortes. Ein Drittel der Mädchen kommt aus Familien, die durch das HI-Virus zerstört worden sind. Für die anderen ist die Schule aufgrund der Armut der Eltern aus allen Teilen Kenias einer der letzten Zufluchtsorte. Dort können sie durch Spenden aus Deutschland zumindest eine warme Mahlzeit am Tag bekommen.

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p class="text">Eine der großen Hoffnungen der Mädchen ist der Fußball. Er verbreitet Freude und die Hoffnung auf bessere Zeiten im Leben. Die St.-Anna-Schule ist durch die Arbeit des 38-jährigen Phillip Nuaswa in ganz Kenia bekannt geworden. Nuaswa ist Trainer, Psychologe und Vaterfigur in einem. Als er die weißen Fortuna-Trikots aus Düsseldorf in Empfang nimmt, glänzen seine Augen wie die eines Kindes. Noch größer als die Freude über die dringend benötigte Ausrüstung ist die gefühlte Anerkennung der Arbeit, die der Zweitligist ihnen in Sega durch die Kleidung zukommen lässt. "Ich habe Fortuna seit zwei Jahren im Internet verfolgt. Das Spiel gegen den HSV im DFB-Pokal vor einem Jahr habe ich mir mit Gänsehaut angeschaut. Von dieser Mannschaft Trikots zu bekommen, ist richtig toll.”

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p class="text">"Fußball ist für die Schülerinnen ein Katalysator des Alltags”, sagt Schwester Margret, die die Mittelstufe leitet. "Der Sport hält sie von der Straße fern, auf der in Kenia viele, zum Teil noch jugendliche Mädchen in Drogen und Prostitution abrutschen.” Die meisten Mädchen möchten nach der Schule auf die Universität, um Jura, Medizin oder Naturwissenschaften zu studieren.

Nächster Tag, Spiel um Platz drei in Nakuru. Das Spiel gegen ein Team Uganda ist schnell und hart. Zur Halbzeit steht es 0:0. Die Sonne brennt. Der Platz ist durch die Veranstaltungen der letzten Tage ausgetreten. Kurz nach dem Wiederanpfiff wird Caroline im Strafraum gefoult - Elfmeter. Caroline tritt selbst an, trifft. Es bleibt das einzige Tor. Mit dem Fortuna-Emblem auf der Brust holt sich Sega Platz drei.

(RP)
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